Ausbildungsvergütung

Was verdiene ich eigentlich als Azubi? Ist die Ausbildungsvergütung immer gleich hoch? Was ist eine Ausbildungsvergütung und wie sieht die Ausbildungsvergütung 2026 aus? In unserem Beitrag findest du alle wichtigen Infos rund ums Thema Gehalt in der Ausbildung.

Was ist eine Ausbildungsvergütung?

Während deiner dualen Berufsausbildung erhältst du als Auszubildende:r (Azubi) eine sogenannte Ausbildungsvergütung. Sie wird dir monatlich, spätestens am letzten Arbeitstag des Monats, von deinem Ausbildungsbetrieb gezahlt. Die Ausbildungsvergütung bekommst du als Gegenleistung für deine im Betrieb ausgeübte Arbeitsleistung.

Die Höhe des Ausbildungsgehalts ist nicht einheitlich geregelt, sondern hängt von drei Faktoren ab:

  1. der Branche, in der du arbeitest,
  2. dem Ausbildungsjahr, in dem du dich befindest, und
  3. dem jeweiligen Tarifvertrag oder Betrieb.

In deinem Ausbildungsvertrag ist die genaue Höhe der Vergütung festgehalten. 

Die Zahlung einer angemessenen Vergütung regelt das Berufsbildungsgesetz im § 17 (BBiG). Dort ist festgelegt, dass Auszubildende eine angemessene Vergütung erhalten und dass sie mit fortschreitender Berufsausbildung mindestens jährlich ansteigt. Entscheidend für die Höhe der dir gezahlten Ausbildungsvergütung ist vor allem die Branche, in der du arbeitest. 

Du möchtest beispielsweise in der Gastronomie arbeiten? Dann gilt ein besonderer Tarifvertrag. Laut „Gastronomievergütung“ darf dann kein niedrigerer Satz im Ausbildungsvertrag vereinbart werden als der tariflich festgelegte. Die Vergütung muss von deinem Betrieb unter anderem auch während deines Urlaubs, während deiner Berufsschulzeit sowie bei Krankheit bis zu sechs Wochen weitergezahlt werden.

Wie hoch ist mein Gehalt in der Ausbildung?

Von Augenoptiker:in bis Bäcker:in oder Maurer:in: In Deutschland kannst du aus circa 320 staatlich anerkannten dualen Ausbildungsberufen wählen. Sie kommen aus den Bereichen Industrie und Handel, Handwerk, Landwirtschaft, Öffentlicher Dienst und den Freien Berufen. 

Die duale Ausbildung dauert je nach Beruf 2,5 bis 3 Jahre. Ihre Inhalte sind bundesweit einheitlich geregelt. Bei der Ausbildungsvergütung gibt es in 2026 allerdings zum Teil erhebliche Unterschiede

Das Bundesinstitut für Berufsbildung, kurz BIBB, beobachtet und analysiert seit über 40 Jahren die Entwicklung der tariflichen Ausbildungsvergütungen dualer Ausbildungsberufe. Für 2025 lag die tarifliche Ausbildungsvergütung in tarifgebundenen Betrieben im bundesweiten Durchschnitt bei 1.209 Euro brutto pro MonatAuch der Anstieg des Gehalts in den folgenden Ausbildungsjahren kann abhängig von der Branche und dem Bundesland, in dem du lebst, variieren. 

Grundsätzlich gilt: Auch 2026 fällt die Ausbildungsvergütung im Osten Deutschlands etwas geringer aus als im Westen. 

Über die genaue Höhe der Mindestausbildungsvergütung kannst du dich im jeweiligen Tarifregister deines Bundeslandes informieren. Für Nordrhein-Westfalen beispielsweise findest du eine tabellarische Übersicht auf den Seiten der IHK (Industrie- und Handelskammer). 

Weitere Infos zur Ausbildungsvergütung in verschiedenen Ausbildungen findest du außerdem in unserer „Gehalt A-Z“-Liste.

Gibt es die Ausbildungsvergütung in 2026 auch an der Berufsfachschule?

Hast du dich für eine schulische Ausbildung an einer Berufsfachschule entschieden, bekommst du in der Regel kein Ausbildungsgehalt. Eine Ausnahme bildet der Bereich der Pflegeberufe, in dem Schule und Praxis eng verzahnt sind und ein Ausbildungsentgelt gezahlt wird. An einigen Berufsfachschulen – in der Regel an den privaten - musst du sogar Schulgeld bezahlen.

Ausbildungsvergütung brutto – netto. Was heißt das?

In deinem Ausbildungsvertrag findest du den Betrag, den dir dein Ausbildungsbetrieb brutto, also ohne Abzüge bezahlt. Als Azubi bist du allerdings sozialversicherungspflichtig, das heißt, dass du Beiträge für Renten-, Kranken-, Arbeits- und Pflegeversicherung zahlen musst und dein Nettogehalt in der Ausbildung am Ende des Monats somit schrumpft. Verdienst du beispielsweise monatlich 1.120 Euro brutto, musst du 20,1 Prozent Sozialabgaben zahlen. 

Dein Nettogehalt, also der Betrag, der dir tatsächlich ausgezahlt wird, liegt dann bei 894,88 Euro. 

Für 2026 steigt der steuerliche Grundfreibetrag auf 12.348 Euro im Jahr. Erst wenn dein zu versteuerndes Einkommen darüberliegt, können zusätzlich Steuern anfallen. Um dieses zu versteuernde Einkommen zu berechnen, werden jedoch zunächst bestimmte Ausgaben abgezogen. Dazu zählen unter anderem die sogenannten Werbungskosten. Das sind Aufwendungen, die im Zusammenhang mit der beruflichen Tätigkeit entstehen, wie etwa Fahrtkosten zur Arbeit oder Kosten für Arbeitskleidung. Stand April 2026 beträgt sie 1.230 Euro.

Diese Kosten werden nicht tatsächlich von deinem Brutto-Lohn abgezogen, sondern automatisch beim Lohnsteuerabzug berücksichtigt.

Tipp: Wenn deine Werbungskosten den Pauschalbetrag deutlich übersteigen, kannst du sie mit einer Steuererklärung von der Steuer absetzen. 

Am obigen Beispiel verdeutlicht: Beträgt deine Ausbildungsvergütung brutto 1.120 Euro, ergibt sich nach Abzug der Sozialabgaben ein Jahresgehalt von 10.738,56 Euro. Für die Berechnung der Lohnsteuer werden weiterhin die 1.230 Euro Werbungskosten berücksichtigt, sodass du am Ende unter dem Grundfreibetrag von 12.348 Euro bleibst und keine Steuern zahlen musst. Dein Netto-Jahresgehalt liegt also bei 10.738,56 Euro. 

Willst du ganz genau wissen, was dir am Ende eines Monats als Nettolohn mit allen Abzügen bleibt, hilft dir der Brutto-Netto-Rechner für Azubis.

Azubi-Gehälter im Vergleich: Welche Berufe lohnen sich finanziell?

Das BIBB veröffentlicht jährlich eine Übersicht der am besten und am schlechtesten bezahlten Ausbildungsberufe, auch getrennt nach Ost- und Westdeutschland. Die aktuellen Daten für 2025 zeigen, dass du im Öffentlichen Dienst durchschnittlich am meisten verdienst, während die Vergütungen im Handwerk und in den freien Berufen tendenziell niedriger ausfallen. 

Zu den bestbezahlten Ausbildungsberufen im Durchschnitt über alle Ausbildungsjahre gehörten 2025 Milchtechnologe:in, Kaufmann/-frau für Versicherungen und Finanzanlagen sowie Milchwirtschaftliche:r Laborant:in. In diesen Berufen liegt die Ausbildungsvergütung je nach Lehrjahr häufig bei über 1.300 Euro monatlich.

Am unteren Ende lagen 2025 unter anderem Friseur:in und Pharmazeutisch-kaufmännische:r Angestellte:r. Die Ausbildungsvergütung liegt hier je nach Ausbildungsjahr häufig nur bei etwa 700 bis 950 Euro im Monat.

Neben der Ausbildungsvergütung solltest du auch die Perspektive nach der Ausbildung berücksichtigen. Berufe mit guten Aufstiegsmöglichkeiten und Weiterbildungsoptionen können langfristig lukrativer sein, selbst wenn das Gehalt während der Ausbildung nicht zu den höchsten zählt. 

Lesetipp: Top 10 Berufe und Gehälter nach der Ausbildung.

Mindestlohn in der Ausbildung?

Für Azubis gilt der gesetzliche Mindestlohn nicht. Der Grund dafür ist, dass du während deiner Ausbildung in einem Bildungsverhältnis stehst und daher keinen Anspruch auf den gesetzlichen Mindestlohn hast. 

Um dennoch eine angemessene Vergütung für Auszubildende sicherzustellen, wurde 2020 eine gesetzliche Mindestausbildungsvergütung eingeführt. Für alle, die ihre Ausbildung zwischen dem 1. Januar 2026 und dem 31. Dezember 2026 beginnen, gelten folgende Mindestvergütungen brutto pro Monat: 

  •  1. Ausbildungsjahr: 724 Euro 
  •  2. Ausbildungsjahr: 854 Euro 
  •  3. Ausbildungsjahr: 977 Euro 
  •  4. Ausbildungsjahr: 1.014 Euro 

Diese Untergrenzen gelten für alle Auszubildenden in dualen Ausbildungsberufen, die ihre Ausbildung 2026 beginnen.

Nebenjob in der Ausbildung – geht das?

Neben der Ausbildung jobben und das Gehalt aufbessern? Das ist prinzipiell mit einem Minijob auf 603-Euro-Basis möglich. Ein Nebenjob zur Aufstockung deines Einkommens während der Ausbildung ist erlaubt, allerdings gibt es einige Einschränkungen: Du bist in jedem Fall verpflichtet, deinen Ausbildungsbetrieb darüber zu informieren, und dieser muss sein Einverständnis geben. 

Der Nebenjob darf sich außerdem nicht auf deine Leistungsfähigkeit während der Ausbildung auswirken, zudem ist eine Beschäftigung bei einem konkurrierenden Unternehmen ein No-go. Es gilt das Wettbewerbsverbot für volljährige Arbeitnehmer.

Zudem gilt: Urlaub während der Ausbildung heißt auch Urlaub im Nebenjob. Auch das ist durch ein Gesetz geregelt: Nach § 8 des Bundesurlaubsgesetzes darf der Arbeitnehmer während des Ausbildungsurlaubs „keine dem Urlaubszweck widersprechende Erwerbstätigkeit leisten“. Auch die Arbeitszeiten sind durch den Gesetzgeber limitiert: Als minderjähriger Azubi darfst du pro Woche an fünf Werktagen 40 Stunden arbeiten.

Bei Erwachsenen sind auch sechs Arbeitstage mit 48 Wochenstunden erlaubt. Informationen zu deinen Rechten und Pflichten als Azubi findest du bei uns und auf den Seiten des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.

Wenn die Ausbildungsvergütung nicht reicht: finanzielle Hilfen

Mit dem ersten Ausbildungsgehalt endlich von zuhause ausziehen? Spätestens auf der Suche nach einer Wohnung wirst du feststellen, dass das schwierig werden könnte. Die Lebenshaltungskosten sind hoch, und die Ausbildungsvergütung reicht unterm Strich nicht mal bis zur Monatsmitte. Wenn deine Eltern dich finanziell nicht unterstützen können, gibt es zum Glück einige finanzielle staatliche Fördermaßnahmen, die dir helfen können. Prüfe selbst, ob du Anspruch auf sie hast: 

Bevor du deinen Ausbildungsvertrag unterschreibst, informiere dich gründlich! Die Vergütung ist zwar wichtig, sollte aber nicht der alleinige Entscheidungsfaktor sein. Einstieg unterstützt dich bei der Suche nach dem passenden Ausbildungsberuf. Schau dir zum Beispiel unsere Seite Berufe nach Themen an oder mach den Interessencheck.