Als Au-pair ins Ausland zu gehen, hat nichts mit Urlaub zu tun – bis zu acht Stunden Kinderbetreuung und leichte Hausarbeit sind ganz normal. Dafür ist der mehrmonatige Aufenthalt in einer Gastfamilie eine tolle Möglichkeit, preiswert ein fremdes Land zu erkunden und dabei die Sprache, die Kultur und die Lebensgewohnheiten der Menschen kennenzulernen. Die Gastfamilie stellt Unterkunft und Verpflegung und zahlt zusätzlich ein Taschengeld.
Im Jahr 2019 war das beliebteste Zielland deutscher Au-pairs Großbritannien, doch auch andere europäische Länder wie Irland, Frankreich, Spanien, Italien und Schweden stehen hoch im Kurs. Ein weiteres populäres Gastland stellt für viele junge Menschen das Land der unbegrenzten Möglichkeiten dar: Die USA. In Australien und Neuseeland ist außerdem die Programmvariante Demi-pair sehr verbreitet – eine Kombination aus Au-pair und regelmäßigem Sprachkursbesuch mehrmals die Woche.
Welches Land das passende für deinen Au-pair Aufenthalt ist, liegt natürlich vor allem an dir und deinen Wünschen. Entscheide selbst, wohin es dich zieht.
Vorteile einer klassischen Vermittlungsagentur
Viele Au-pairs planen ihren Aufenthalt mit Hilfe einer Vermittlungsagentur. In den USA ist es sogar gesetzlich vorgeschrieben, über eine Vermittlungsorganisation einzureisen. Wer sich nicht daran hält, macht sich strafbar. Bei der Au-pair-Vermittlung beantragen diese Agenturen Visa, schließen Versicherungen ab und finden die richtige Gastfamilie. Viele bieten außerdem Vorbereitungs- und Sprachkurse an, die den Einstieg erleichtern. Auch während des Aufenthalts hilft die Vermittlungsagentur bei Problemen, zum Beispiel, wenn du die Gastfamilie wechseln musst. Die Kosten für eine Vermittlung variieren: Zwischen 150 und 1.000 Euro zahlt man im Normalfall. Der Preis der teuren Angebote relativiert sich jedoch häufig, etwa wenn sie bereits die Flugkosten oder die Kosten für einen Sprachkurs enthalten.
Seriöse Online-Agentur als kostengünstige Alternative
Wer kein Geld für eine klassische Vermittlungsagentur ausgeben will, kann sich auch selbst auf die Suche begeben und eine passende Au-pair-Familie finden. Helfen kann dir dabei zum Beispiel eine kostenlose Online-Vermittlungsagentur, über deren Plattform sich angehende Au-pairs und potenzielle Gastfamilien selbstständig austauschen.
Beachte jedoch, dass sich die Online-Agenturen zur Au-pair Vermittlung lediglich auf das Matching des Au-pairs mit der Gastfamilie konzentrieren. Solltest du während deines Au-pair Aufenthaltes im Zielland Probleme haben, so ist die Matching Agentur nicht mehr zuständig und du bist auf dich alleine gestellt. Falls du dir unsicher bist, legen wir dir auf jeden Fall die Beauftragung einer Full-Service-Agentur (mit RAL-Gütezeichen Au-pair) ans Herz. Sie ist zwar teuer als eine Matching Agentur, bietet dir dafür aber einen umfassenden Service und Schutz.
Wenn du nicht so viel Geld zur Verfügung hast, kannst du dich für die kostengünstige Variante auf dem Weg zu deinem Au-pair-Aufenthalt entscheiden. Wir geben dir jedoch ein paar Tipps, was bei der Suche auf eigene Faust wichtig ist:
Es ist gar nicht so leicht die richtige Vermittlungsagentur zu finden, denn bei der Vielzahl der Angebote verliert man schnell den Überblick. Um den schwarzen Schafen der Branche das Leben schwer zu machen, wurde 2006 die "Gütegemeinschaft Au-pair" gegründet. Sie zeichnet seriös arbeitende Agenturen mit dem sogenannten RAL-Zertifikat aus, die bei der Vermittlung von deutschen Au-pairs ins Ausland, der Vor- und Nachbereitung sowie in der Zusammenarbeit mit Entsende- und Empfangsorganisationen und Gastfamilien anerkannte Qualitätsstandards einhalten. Ein Blick auf die Webseiten der Au-pair Society e.V., dem nationalen Au-pair Verband Deutschlands, kann helfen, eine passende Agentur ausfindig zu machen.
Checkliste für die Agentursuche
So klappt die Vermittlung als Au-pair am besten:
In Europa gelten für Au-pair-Aufenthalte einheitliche Standards. Auch in den USA sind die Voraussetzungen für Bewerber (Mindest- und Höchstalter, Sprachkenntnisse, Erfahrung in der Kinderbetreuung) und die Leistungen der Gastfamilie staatlich geregelt. Andere Länder wie Australien und Neuseeland haben kein spezielles Au-pair-Programm. Die Arbeit als "Nanny" in einer Gastfamilie ist dort aber über das "Working Holiday"-Visum möglich.
Neben den individuellen Vorgaben der Zielländer gibt es grundsätzliche Voraussetzungen, die ein Au-pair erfüllen muss:
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