Berufe mit Tieren
Tierarzt oder Tierpfleger
Die Ausbildung an der Berufsschule ist ein zentraler Bestandteil der dualen Ausbildung in Deutschland. Während du im Betrieb praktische Erfahrungen sammelst, lernst du in der Berufsschule die theoretischen Grundlagen deines Ausbildungsberufs. Doch wie genau läuft die Ausbildung an der Berufsschule ab? Und worin unterscheidet sie sich von anderen Schulformen der beruflichen Bildung? Außerdem erklären wir dir, wie sich die Berufsschule von anderen berufsbildenden Schulformen unterscheidet.
Wer in Deutschland eine Berufsausbildung macht, lernt in der Regel an zwei Orten: im Betrieb und an der Berufsschule. Deshalb spricht man von einer dualen Ausbildung. Während dir dein Ausbildungsbetrieb die praktische Seite deines Berufs vermittelt, lernst du in der Berufsschule die theoretischen Grundlagen.
Voraussetzung für den Besuch einer staatlichen Berufsschule ist ein gültiger Ausbildungsvertrag. Wenn du eine Ausbildung machen möchtest, musst du also zunächst eine Firma finden, die bereit ist, dich auszubilden. Die Berufsschule ist ein wichtiger und verpflichtender Bestandteil deiner dualen Ausbildung: Es ist die Schule, die du als Berufsschulpflichtige:r während deiner betrieblichen Ausbildung für zwei bis dreieinhalb Jahre besuchst und die dir die theoretischen Inhalte deines späteren Berufs vermittelt.
In der Regel wird an der Berufsschule mindestens ein Hauptschulabschluss erwartet. Welche schulischen Voraussetzungen du mitbringen musst, hängt jedoch vom jeweiligen Ausbildungsberuf ab. Hast du eine Schule mit deinem Fachbereich gefunden, triffst du dort auch Azubis aus anderen Betrieben und anderen Ausbildungsberufen. Typischerweise gibt es die Fachbereiche Agrarwirtschaft, Gestaltung, Gesundheit, Erziehung und Soziales, Informatik, Technik und Naturwissenschaften, Ernährungs- und Versorgungsmanagement sowie Wirtschaft und Verwaltung.
Der Berufsschulunterricht findet an ein bis zwei Tagen wöchentlich statt. Insgesamt kommst du auf etwa acht bis zwölf Wochenstunden. Je nach Ausbildungsberuf kann der Unterricht auch in Blöcken stattfinden. Das gilt besonders für sogenannte Splitterberufe, also Berufe mit einer geringen Zahl an Auszubildenden. Dann bist du zum Beispiel zwei Wochen am Stück in der Schule und danach wieder mehrere Wochen im Betrieb. Nach der Zeit an der Berufsschule arbeitest du dann an den restlichen Tagen oder während der Blockpausen wieder in deinem Ausbildungsbetrieb. So wechseln sich Theorie und Praxis während der gesamten Ausbildung ab.
Die Klassen an der Berufsschule sind nach Ausbildungsberufen zusammengesetzt. Neben allgemeinbildenden Fächern wie Deutsch, Mathematik, Politik, Sozialkunde, Religion, Englisch und Sport (diese werden berufsübergreifend unterrichtet) gibt es natürlich auch die berufsspezifischen Fächer. In der Ausbildung als Kaufmann oder Kauffrau im Einzelhandel können dir zum Beispiel Fächer wie „Einzelhandelsprozesse“, „Kaufmännische Steuerung und Kontrolle“ oder „Kundenorientiertes Verkaufen“ begegnen.
Was während deiner dualen Ausbildung in der Berufsschule auf deinem Stundenplan steht, ist in den Rahmenlehrplänen für den berufsbezogenen Unterricht festgelegt. Diese werden von der Kultusministerkonferenz (KMK) abgestimmt und anschließend in den Bundesländern in konkrete Lehrpläne umgesetzt. Der praktische Teil deiner Ausbildung im Betrieb wird dagegen bundesweit über die jeweilige Ausbildungsordnung geregelt. Während deiner Ausbildung führst du ein Berichtsheft, in dem du immer festhältst, was du im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule gelernt hast.
Am Ende deiner Ausbildung steht die Abschlussprüfung. Diese legst du bei der zuständigen Stelle ab. Je nach Beruf ist das die Industrie- und Handelskammer (IHK), die Handwerkskammer (HWK) oder eine andere Kammer, zum Beispiel eine Rechtsanwaltskammer oder ein Studieninstitut.
Grundlage für die Prüfung ist die jeweilige Ausbildungsordnung. Darin ist festgelegt, welche Inhalte vermittelt und später geprüft werden. Nach erfolgreichem Abschluss erhältst du mehrere Zeugnisse. Du bekommst ein Ausbildungszeugnis von deinem Betrieb, ein Zeugnis von der Berufsschule und das Prüfungszeugnis der zuständigen Stelle.
Im Handwerk wird dieses Prüfungszeugnis traditionell als Gesellenbrief bezeichnet. In technischen Berufen spricht man häufig vom Facharbeiterbrief. In kaufmännischen Berufen erhältst du in der Regel ein IHK-Prüfungszeugnis.
Die Berufsschule ist Teil der dualen Ausbildung. Du arbeitest in einem Betrieb, erhältst eine Ausbildungsvergütung und besuchst parallel die Schule für die theoretischen Inhalte.
Die Berufsfachschule funktioniert anders: Hier findet die Ausbildung in Vollzeit schulisch statt. Praktische Erfahrungen sammelst du über fest eingeplante Praktika statt in einem festen Ausbildungsbetrieb. Eine Vergütung wie in der dualen Ausbildung ist dort meist nicht vorgesehen.
Typische Berufe an einer Berufsfachschule liegen vor allem im Gesundheits- und Sozialwesen, etwa als Sozialassistent:in, Ergotherapeut:in oder Physiotherapeut:in. Auch bestimmte technische oder kaufmännische Assistenzberufe werden vollschulisch ausgebildet.
Neben Berufsschule und Berufsfachschule gibt es weitere Schulformen, die zur beruflichen Bildung gehören. Die wichtigsten Begriffe findest du hier im Überblick.
Ein Berufskolleg ist keine einzelne Schulform wie die Berufsschule oder Berufsfachschule. Es ist eher ein Sammelbegriff. An einem Berufskolleg sind oft mehrere berufsbildende Schulen und Bildungsgänge zusammengefasst. Zum Beispiel Berufsschule, Berufsfachschule, Fachoberschule oder berufliches Gymnasium. Das Berufskolleg hat häufig einen bestimmten fachlichen Schwerpunkt, etwa Technik, Wirtschaft oder Gesundheit.
Neben Berufsschule und Berufsfachschule gibt es auch Schulformen, bei denen der schulische Abschluss stärker im Vordergrund steht. Die Fachoberschule führt zum Beispiel zur Fachhochschulreife. Ein berufliches Gymnasium kann zur Allgemeinen Hochschulreife führen. Beide verbinden allgemeinbildende Inhalte mit beruflichen Schwerpunkten.
Wer nach der Ausbildung beruflich aufsteigen möchte, kann eine Fachschule besuchen. Dazu zählen zum Beispiel Technikerschulen oder Meisterschulen. Diese Schulform ist in der Regel eine Weiterbildung und setzt meist eine abgeschlossene Ausbildung und Berufserfahrung voraus.
In einer dualen Ausbildung hast du nicht automatisch Schulferien. Wenn die Berufsschule Ferien hat, arbeitest du in der Regel weiter im Betrieb und musst deinen Urlaub dort beantragen. An einer Berufsfachschule gelten dagegen die regulären Schulferien des jeweiligen Bundeslandes.
In der Regel nicht, weil die Berufsschule an einen Ausbildungsvertrag gekoppelt ist. Meist wirst du über deinen Ausbildungsbetrieb an der Berufsschule angemeldet. In manchen Fällen musst du dich aber auch selbst anmelden.
Mit einem erfolgreichen Berufsabschluss kannst du unter bestimmten Voraussetzungen auch studieren. Je nach Bundesland reicht eine abgeschlossene Ausbildung mit Berufserfahrung oder eine zusätzliche Qualifikation, etwa die Fachhochschulreife.
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