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Erstsemester A bis Z zum Semesterstart

Dein erster Tag an der Uni naht und du fragst dich, was hinter all den kryptischen Abkürzungen, Fremdwörtern und Fachbegriffen steckt, die sich zum Semesterstart in deinen Unterlagen sammeln? Keine Panik, unser Erstsemester A bis Z hilft dir auf die Sprünge.

A

Abschluss: Alles hat irgendwann ein Ende – selbst das Studium, das für dich gerade erst beginnt. Als stolzer Absolvent darf man sich erst über den Bachelor freuen, und wenn man dann noch weiter studiert, über den Master. Daneben gibt es vereinzelt noch Diplom- und Magister-Abschlüsse. Für angehende Volljuristen und klassische Mediziner bleibt es beim Staatsexamen. Übrigens: Damit du auch was in den Händen hältst, wird dir nach Studienabschluss eine schmucke Urkunde verliehen. Macht sich bestimmt schön an WG-Wänden.

Akademisches Viertel: Bezeichnet jene Viertelstunde, die eine Lehrveranstaltung später beginnt als im Vorlesungsverzeichnis angegeben. Wird der Beginn einer Veranstaltung mit "9:00 Uhr c.t." (lat. "cum tempore": "mit Zeit") angegeben, fängt diese erst um 9:15 Uhr an. Heißt es dagegen "9:00 Uhr s.t." (lat. "sine tempore": "ohne Zeit"), beginnt die Veranstaltung pünktlich um 9:00 Uhr. Ursprung des Akademischen Viertels ist im Übrigen nicht etwa die latente Unpünktlichkeit der Studierenden. Vielmehr dienen die 15 Minuten offiziell dem Wechsel des Veranstaltungsraums und der Wiederholung des Stoffes aus der letzten Woche. Naja…

Anwesenheitspflicht: Je nach Studiengang, Studienphase und der Nachsicht des jeweiligen Dozenten wird die Anwesenheit eines jeden Studenten regelmäßig überprüft – oder eben nicht. Ist dies der Fall, geschieht das meist mit einer durch die Sitzreihen wandernden, stets hart umkämpften Anwesenheitsliste. Bei vollen Hörsälen mutet die Jagd nach der begehrten Unterschriftensammlung oft zu Hochschulsport der extremeren Sorte an. Falls der Kampf mal vergebens sein sollte, braucht man den Kopf in der Regel aber nicht gleich hängen zu lassen: Bis zu zwei unentschuldigte Fehlstunden pro Veranstaltung und Semester werden für gewöhnlich akzeptiert.

AStA: Abkürzung für "Allgemeiner Studierendenausschuss". Setzt sich für die Belange der Studentenschaft ein und vertritt diese nach außen. Wie es sich für ordentliche Volksvertreter gehört, werden die Mitglieder des AStA gewählt, und zwar einmal im Jahr vom Studierendenparlament, liegen jedoch nicht selten im einstelligen Prozentbereich). Der AStA ist ein selbstverwaltetes Organ und bietet Rat und Tat in unterschiedlichen Belangen, z.B. in Sachen Bafög oder der Suche nach einem WG- oder Wohnheim-Zimmer. Dem Klischee nach tragen AStA-Mitglieder übrigens geschlechterunabhängig meist Hornbrille und Zopf, sind politisch dem linken Spektrum zuzuordnen und ganz wild auf Diskussionen und Debatten jeglicher Art.

Auslandsaufenthalt: Ob für ein einziges Semester, ein ganzes Jahr oder gleich fürs ganze Studium – viele der deutschen Studierenden zieht es früher oder später in die große weite Welt, etwa mit dem Erasmus-Programm. Ob dort dann allerdings wirklich das Studium im Ausland im Vordergrund steht oder eher die Temperatur des örtlichen Badewassers geprüft wird, sei mal dahin gestellt. Werden aber tatsächlich Leistungen erbracht, können diese dank des ECTS-Systems in der Regel an der Heimat-Uni anerkannt werden.

Ausweis: Nach der Einschreibung erfolgt die feierliche Überreichung jenes Schriftstücks, das den stolzen Studienanfänger auch formal als Angehörigen seiner Spezies kennzeichnet: der Studierendenausweis. Die darauf eingetragene Fachsemesteranzahl wird schon bald in die Höhe schnellen, die Matrikelnummer ist schnell auswendig gelernt und der Kampf gegen die Regelstudienzeit mit Erhalt dieses Papiers offiziell eröffnet. Übrigens: In der Regel zählt der Studierendenausweis als Semesterticket. 

B

Bachelor: Leitet sich vom lat. "baccalaureus" ab und bedeutet sinngemäß soviel wie "Junggeselle", was auch den Titel eines wieder in die Mode gekommenen Fernsehformats erklärt. Im Uni-Leben bezeichnet der Bachelor einen akademischen Grad, der in der Regel nach drei Jahren bzw. sechs Semestern Regelstudienzeit erlangt werden kann und als berufsqualifizierender Abschluss gilt. Wer aber noch immer nicht genug vom Studentenleben hat, kann mit dem Master ein zusätzliches Vertiefungsstudium dranhängen, das berufstechnisch für noch höhere Weihen qualifiziert.

Bafög: Abkürzung für "Bundesausbildungsförderungsgesetz". Gemeint ist damit die finanzielle Förderung, zu der viele Studierende berechtigt sind. Die Bafög-Förderung wurde in den Siebziger Jahren eingeführt, um finanziell schwächer gestellte Studierende, die ihr Studium nicht selbst oder nur mit Hilfe von Verwandten bezahlen können, den Gang an eine Hochschule zu ermöglichen. Der monatliche Bafög-Satz errechnet sich aus einer Vielzahl von Kriterien. In der Regel besteht die Bafög-Leistung jeweils zur Hälfte aus einem staatlichen Zuschuss und einem zinslosen Darlehen, das zu einem späteren Zeitpunkt zurückgezahlt werden muss.

Bibliothek: Die Fundgrube des Weltwissens, auf die kein Student verzichten kann. Spätestens wenn es in den Semesterferien ans Eingemachte geht, also an Hausarbeiten und Klausuren, ist der Gang in die "Bib" zum Beschaffen oder Lesen einschlägiger Fachliteratur unerlässlich. Aber auch für ein mickriges Referat ist man auf Recherche in diesem oft mehrere Stockwerke hohen und jede Menge schlauer Bücher beinhaltenden Gebäudekomplex angewiesen. Dort stehen übrigens meist auch die ebenso (über)lebenswichtigen Kopierer.

Blockveranstaltungen: Gewissermaßen die "Workshops" der Uni. Im Gegensatz zu gewöhnlichen Seminaren und Vorlesungen, die regelmäßig stattfinden und sich über das gesamte Semester erstrecken, gibt es die Blockveranstaltungen "en bloc". In einem begrenzten Zeitraum, meist ein ganzes Wochenende oder an mehreren Einzelterminen, finden sich Dozent und Studierende von morgens bis abends zusammen, um den Stoff in Rekordgeschwindigkeit durchzupauken und dabei unter Umständen sogar etwas zu lernen.

C

 Cafeteria: Es gibt verschiedenste Gründe, diese umgangssprachlich auch "Cafete" genannte Örtlichkeit aufzusuchen und dafür im Zweifelsfall sogar während Seminaren oder Vorlesungen einen Toilettenbesuch zu simulieren: Der kleine Hunger zwischendurch. Das Bedürfnis nach einer Erfrischung. Oder der Drang, sich einfach mal wieder zwanglos mit einer der netten Bedienungen zu unterhalten. Die Cafeteria ist der Mini-Supermarkt der Uni. Anders als im Mensa-Restaurant werden hier meist  nur Getränke und kleine Speisen, Snacks und Süßkram verkauft.

Campus: Der Campus (lat. für "Feld") bezeichnet das Universitätsgelände. Zwischen hässlicher Betonwüste und parkähnlicher Schlossanlage ist das Gefälle an deutschen Universitäten mitunter sehr groß. Je nach architektonischer Planung (und interdisziplinärer Ausrichtung des jeweiligen Studiengangs) gilt das auch für die Laufwege, die bewältigt werden wollen. Während manche Unis – gerne auch mal weit außerhalb der Stadt – alle Gebäude zentral auf einem gemeinsamen Gelände versammeln, sind andernorts die einzelnen Fakultäten weit über die Stadt verstreut.

D

DAAD: Der Deutsche Akademische Austauschdienst. Pflegt die akademischen Beziehungen zum Ausland und fördert den internationalen Austausch mit Stipendien und Initiativen wie dem Erasmus-Programm, in dessen Rahmen Studierende und Wissenschaftler um den Erdball geschickt werden.

Dozent: Das universitäre, meist aber weitaus weniger autoritäre Gegenstück des Lehrers. Ist verantwortlich für die Wissensvermittlung und verfügt mit etwas Glück auch über die nötigen pädagogischen Kompetenzen, um dieses Ziel zu erreichen. Wacht je nach Lust und Laune über die Anwesenheitspflicht.

E

ECTS: Kurzform für "European Credit Transfer and Accumulation System". Sorgt dafür, dass Studienleistungen international einheitlich vergleich- und umrechenbar sind. Dafür wird für jede erbrachte Leistung eine bestimmte Anzahl von Punkten, so genannte "Credit Points", vergeben. Diese spiegeln den Arbeitsaufwand einzelner Seminare wider. Ist eine bestimmte Gesamtpunktzahl erreicht, darf man seinen Abschluss machen. Keine Angst: Ein "Game Over" braucht man hier nicht zu befürchten.

Erasmus: Dringend benötigte Kurzform für "European Region Action Scheme for the Mobility of University Students". Das Erasmus-Programm ist Teil des Bildungsprogramms der Europäischen Union und sorgt dafür, dass Studienaufenthalte an internationalen Partner-Hochschulen der Heimat-Uni finanziell gefördert werden. In Deutschland wird das ERASMUS-Programm über den DAAD organisiert.

Exmatrikulation: Die Streichung von der Liste der Studierenden. Erfolgt bei der Abmeldung von der Hochschule, also zum Beispiel nach dem Studienabschluss oder -abbruch oder auch bei einem Hochschulwechsel. Im weniger angenehmen Fall von Zwangsexmatrikulation – etwa wegen Zahlungsunfähigkeit, dem Verpassen der Rückmeldefrist oder noch schlimmerer Vergehen – erfolgt das Prozedere vollautomatisch und ganz ohne eigenes Zutun. Nach der Exmatrikulation verliert man seinen Status als Student, samt aller Rechte und Pflichten.

F

Fachschaft: Bezeichnet im Prinzip die Gesamtheit aller Studierenden eines Fachbereichs, wird aber synonym mit dem Begriff "Fachschaftsrat" verwendet. Der Fachschaftsrat ist die Vertretung der Studierenden eines Studiengangs und somit das universitäre Gegenstück zur Schülervertretung. Für Studienanfänger sind die Fachschaften oft erster Ansprechpartner bei Fragen und Problemen. Innerhalb der Orientierungsphase organisiert die Fachschaft oft Stadterkundungen, Ausflüge, Partys, Kneipentrips oder andere Freizeitaktivitäten, die Gelegenheit zur sozialen Vernetzung bieten. Meist verfügen Fachschaften über ein eigenes Büro, dessen Mobiliar sich meist aus kostengünstigem Sperrmüllinventar zusammensetzt.

Fakultät: Jede Uni ist in verschiedene Fakultäten aufgeteilt, manchmal spricht man auch von Fachbereichen. Unter einer Fakultät versteht man eine Organisationseinheit, in der mehrere artverwandte Studienfächer aus einem Wissensgebiet zusammengefasst und organisiert werden. So gibt es zum Beispiel eine Philosophische Fakultät für geisteswissenschaftliche Fächer. Jede Fakultät verwaltet sich selbst und hat in der Regel eine eigene Infrastruktur, etwa eine eigene Fachbibliothek und Cafeteria.

Ferien: Die Semesterferien erscheinen auf den ersten Blick endlos lang zu sein. In der Regel ereilt aber auch Studienanfänger meist sehr schnell die Erkenntnis, dass man offiziell nicht umsonst nur von "vorlesungsfreier Zeit" spricht und es Ferien im Sinne von "freier Zeit" im Studentenleben eigentlich nur sehr selten gibt – Hausarbeiten schreiben sich nicht von allein, und Klausuren oder mündliche Prüfungen wollen auch vorbereitet werden, und zwar meist nicht innerhalb des Semesters. Mit ein wenig geschicktem Zeitmanagement sollte ein zwei bis dreitägiger Urlaubstrip ins Nachbardorf aber doch im Rahmen des Möglichen sein.

Frist: Instrument von Bürokratie und Zettelwirtschaft, das zum Beispiel den Abgabezeitraum schriftlicher Arbeiten festlegt, oft viel Druck aufbaut, aber zugegebenermaßen auch dabei hilft, die Regelstudienzeit einzuhalten. Allerdings: Die alte Studentenweisheit "Eine Frist ist dazu da, um verlängert zu werden" kommt nicht von ungefähr…

G

Gasthörer: Gasthörer besuchen aus privatem Interesse und Wissensdurst die Uni und nehmen nur an einzelnen Veranstaltungen teil. Da sie sich nicht an der Jagd nach Leistungsnachweisen beteiligen, sind sie weder an die Hochschulzugangsberechtigung noch an die Studien- oder Prüfungsordnung gebunden, dürfen aber folglich auch keine Prüfungen ablegen oder einen Abschluss anstreben. Vor allem Senioren und Rentner bereichern als Gasthörer das Teilnehmerfeld in Seminaren und Vorlesungen und erhöhen damit oft auf drastische Weise nicht nur den Altersschnitt, sondern auch die Anzahl der Wortmeldungen.

Gebühren: Bildung ist bekanntlich ein kostbares Gut, ist mittlerweile hierzulande aber wieder kostengünstig zu haben. Denn die Zeit der Studiengebühren, also die horrenden Kosten über den regulären Studienbeitrag hinaus, ist zumindest an staatlichen Hochschulen vorbei. An privaten Hochschulen und für berufsbegleitende Studiengänge in Bayern müssen Studenten allerdings weiterhin tief in die Tasche greifen.

H

Hausarbeit: Wer einen größeren Leistungsnachweis erwerben möchte (oder muss), schreibt in den Ferien eine Hausarbeit. Darunter versteht man eine selbstständige schriftliche Erarbeitung eines bestimmten Themas. Meist muss eine gewisse Seitenanzahl gefüllt werden – ein großer Kraftakt, da die Erfüllung dieser Aufgabe durch bei Studenten vermeintlich selten entdeckte Charakteristika wie Gewissen, Fleiß und Pflichtbewusstsein gefördert wird. Notfalls kann in den meisten Fällen mit ein wenig rhetorischer Überzeugungskraft aber zumindest eine Verlängerung der Abgabefrist erwirkt werden.

Hilfskraft: Im Uni-Jargon gerne auch "HiWi" (für "Hilfswissenschaftler") abgekürzt. Als studentische Hilfskraft ist man bei der Uni angestellt und verrichtet eine unterstützende Tätigkeit in den Bereichen Lehre, Forschung oder Service. Hilfskraftstellen erfreuen sich seit jeher großer Beliebtheit. Einerseits, weil sie sich in jedem Lebenslauf gut machen. Aber auch, weil sich das Studentenleben und das Jobben an der Uni recht gut vereinbaren lassen.

Hörsaal: Arena-ähnliches Rund, in dem man allerdings (meistens) auf echte Stadionatmosphäre, lautstarkes Mitgröhlen und die obligatorische Currywurst-Bude verzichten muss. Die Größe der Hörsäle variiert, da dort jedoch meist größere Vorlesungen abgehalten werden, bieten sie deutlich mehr Studierenden Platz als Seminarräume. Was allerdings nicht heißt, dass man bei beliebteren Vorlesungen oder Pflichtveranstaltungen mitunter nicht doch mit einem Platz auf der Treppe vorlieb nehmen muss.

hochschulstart.de: Wer einen der begehrten Plätze in einem bundesweit zulassungsbeschränkten Studiengang ergattern will, muss sich über die Webseite der Stiftung für Hochschulzulassung (ehemals ZVS) mit Sitz in Dortmund bewerben. Für die Studiengänge Medizin, Tiermedizin, Zahnmedizin und Pharmazie werden derzeit  20 Prozent der Studienplätze an die Bewerber mit dem besten Notenschnitt, 20 Prozent an die Bewerber mit der längsten Wartezeit und 60 Prozent durch hochschuleigene Auswahlverfahren vergeben. Wer einen Zulassungsbescheid in den Briefkasten geliefert bekommt, darf sich darüber jedenfalls freuen wie über einen Lottogewinn. Zum Teil wird über hochschulstart.de auch die Vergabe von Studiengängen mit örtlichem Numerus Clausus koordiniert. Derzeit sind es mehr als 1.000 Studiengänge an etwa 130 Standorten.

I

Immatrikulation: Die Einschreibung in die Liste der Studierenden vor dem Studienantritt. Das Gegenstück zur Exmatrikulation und der letzte Schritt zum Erhalt von Studierendenausweis und Matrikelnummer. Ob man sich nun erfolgreich um einen Studienplatz beworben hat oder gleich ein zulassungsfreies Fach auswählt – die notwendige Einschreibefrist darf unter keinen Umständen verpasst werden. Bloß alle nötigen Unterlagen mitbringen, sonst darf man sich in der Schlange nach ewiger Wartezeit gleich wieder hinten anstellen…

ISIC: Abkürzung für "International Student Identity Card". Der Internationale Studierendenausweis berechtigt Schüler und Studierende zu zahlreichen Vergünstigungen während des Studiums im Ausland. Museen, Theater, Kinos, Schwimmbäder, Flug- und Bahntickets, IT-Produkte – die Liste der möglichen Rabatte ist lang. Der ISIC gilt für 12 Monate ab Ausstellungsdatum und ist für 15 Euro online oder in den meisten Studentenwerken oder beim AStA erhältlich.

J

Jobben: Da Wissen leider noch immer nicht als Währungsmittel akzeptiert wird, kommt man als Student zur Deckung der Lebenshaltungskosten kaum um einen Nebenjob herum. Gut also, dass sehr viele Arbeitgeber aus versicherungstechnischen Gründen ganz heiß darauf sind, Studenten zu beschäftigen. Viele Unis bieten neben studentischen Hilfskraftstellen schwarze Bretter mit Job-Angeboten und eigene Jobbörsen an, bei denen man sein Glück versuchen kann. Übrigens: In der Top 10 der häufigsten Studentenjobs liegen Jobs in der Gastronomie (Kellner/in, Barkeeper) ganz weit vorne. Es folgen allgemeine Bürotätigkeiten (Sekretariat, Assistenz) und Aushilfsjobs im Einzelhandel.

K

Klausur: Schriftliche Prüfung unter Aufsicht, die zum Leistungsnachweis dient. Der Erfolg oder Misserfolg bei einer Klausur entscheidet darüber, ob sich Wochen oder gar Monate des Lernens ausgezahlt haben und ist auf lange Sicht ein Indikator dafür, ob die Regelstudienzeit eingehalten werden kann.

Kommilitone: Die Bezeichnung für Mitstudenten. Leitet sich vom lateinischen ab, bedeutet so viel wie "Mitstreiter", "Waffenbruder" oder auch "Kriegsgefährte" und ist deshalb gerade an schweren Unitagen in vielerlei Hinsicht ein äußerst passender Begriff.

Kopierer: So essenziell diese Automaten zumindest für die Sorte Studenten ist, die sich ab und an auch mal zum Lernen in die Bibliothek verirrt, so sehr hat man mitunter auch mit ihnen zu kämpfen. Denn wenn nicht die Tonerpatrone nach drei von 300 Kopien den Geist aufgibt, macht einem sicherlich ein Papierstau Freude. Bezahlt wird am Kopierer meist übrigens nicht mit barer Münze, sondern mit speziellen Kopierkarten, die in der Bibliothek mit Geldbeträgen aufgeladen werden können.

Krankenversicherung: Als Student muss man eine Kranken- und Pflegeversicherung besitzen. Bis zum 25. Lebensjahr (zuzüglich der Zeit des freiwilligen Wehrdienstes, Bundesfreiwilligendienstes, FSJ/FÖJ) wird man dabei noch über die Familienversicherung der Eltern mitgetragen, danach muss man sich zu vergünstigten Konditionen selbst versichern. Übrigens: Wer eine eigene Krankenversicherung bezahlen muss und gleichzeitig Bafög-Leistungen bezieht, hat Anspruch auf einen entsprechenden Zuschlag.

L

Leistungsnachweis: Nicht für die Uni, für das Leben lernen wir. Gut, das ist nur die halbe Wahrheit. Denn wer einen Abschluss will, muss sich durch allerlei Klausuren, Referate und Hausarbeiten quälen, um letztlich mit schnöden Schriftstücken (im Uni-Jargon auch schlicht "Schein" genannt) abgespeist zu werden, die einem die erfolgreiche Teilnahme bescheinigen und im Sinne der Zettelwirtschaft ordentlich im eigenen Aktenbestand verwahrt werden. Der Sammelwut sind ausdrücklich keine Grenzen gesetzt.

Lernen: Einen Königsweg gibt es nicht, und so sind es wohl die persönlichen Vorlieben, die darüber entscheiden, ob man sich nun lieber ganz allein, in Lerngruppen oder Tutorien den Lehrstoff aneignet und auf Prüfungen vorbereitet. Nur eines steht fest: Ganz ohne Lernen hat wohl noch niemand sein Studium bewältigt.

Literatur: Wer studiert, liest zwangsläufig eine ganze Menge entsprechender Fachliteratur. Würde man alle Bücher kaufen, die man im Laufe des Studiums benötigt, wäre man nicht nur bettelarm, sondern hätte vermutlich auch noch mit enormen Platzproblemen im heimischen Bücherregal zu kämpfen. Ein Glück also, dass es die unschlagbare Kombination aus Uni-Bibliothek und Kopierern gibt.

M

Master: Wer seinen Bachelor in der Tasche hat, steht vor einer schwierigen Wahl: Gleich ins Berufsleben einsteigen? Oder doch lieber ein weiterführendes Studium dranhängen, mit dem noch bessere Zukunftsperspektiven verbunden sind? Wer sich für letztere Option entscheidet, peilt einen Abschluss als Master an. Ein Master-Studiengang baut auf einem Bachelor-Studiengang auf und dauert in der Regel zwei bis vier Semester.

Matrikelnummer: Wer nach der Immatrikulation seinen Studierendenausweis erhält, findet darauf auch seine entsprechende Matrikelnummer. Diese mehrstellige, individuelle Zahlenkombination dient der Identifikation, vor allem in den Formalitäten der Zettelwirtschaft.

Mensa: Das Universitäts-Restaurant und der "große Bruder" der Cafeteria. Hier werden zu vernünftigen Studentenpreisen oft weniger vernünftige Mahlzeiten aufgetischt. Die Qualität der Gerichte pendelt zwischen erstaunlich gelungenen Köstlichkeiten und abartigem Kantinenfraß wie aus dem Schweinetrog, liegt meist aber irgendwo dazwischen. Zumindest erhält man in der Mensa tatsächlich (mehr oder weniger frisch) gekochte Speisen, die den in WGs und Wohnheimen meist üblichen Ernährungsplan aus Tiefkühlpizzas und Dosenravioli sinnvoll ergänzen. Über die Bedürfniserfüllung der Nahrungsaufnahme hinaus ist der Mittagstisch in der Mensa natürlich auch ein Ort der sozialen Vernetzung.

Modul: Bachelor- und Master-Studiengänge sind allesamt modularisiert, d.h. sie setzen sich aus verschiedenen Modulen zusammen. Unter Modulen versteht man eine formale Lehr- und Lerneinheit, die sich aus mehreren Seminaren, Vorlesungen, Übungen oder auch Praktika mit ähnlichen Inhalten zusammensetzt. Jedes Modul wird mit einer eigenen Prüfung abgeschlossen und mit einer bestimmten Anzahl von Credit Points (siehe ECTS) belohnt.

N

Nachtleben: Der Student an sich ist eine nachtaktive Spezies. Dem allgemeinen Klischee zufolge kommt er ohnehin nur dann aus den Federn, wenn gerade mal die Sonne scheint oder es die Anwesenheitsliste so verlangt. Ansonsten füllen Partys, Kneipentouren oder andere Gelegenheiten zur sozialen Vernetzung die Stunden zwischen Sonnenunter- und Sonnenaufgang zu Genüge aus. In Notfällen auch schon mal das lästige Schreiben einer Hausarbeit.

O

Orchideenfach: Bezeichnet ein ausgefallenes, ausgesprochen unpopuläres Studienfach, von dessen bloßer Existenz man meist nichts wusste: Oder kennst du jemanden, der Sorabistik, Onomastik, Keltologie oder Kristallographie studiert? Aufgrund ihrer Exotik bieten diese oft zulassungsfreien Nischenfächer meist einen verschwindend geringen Kommilitonenkreis, dafür aber eine außerordentlich persönliche Betreuung. Der Name kommt übrigens daher, dass eine Orchidee viel Pflegeaufwand benötigt und trotzdem keinen praktischen Nutzen hat – eine schöne Analogie.

Orientierungsphase: Groß, unbekannt und kompliziert erscheint sie den meisten zunächst, die liebe Uni, mit all ihren verwinkelten Gebäuden und verborgenen Fluren. Da gilt es, den Überblick zu behalten. Doch allein gelassen wird keiner: Der Fachschaft sei Dank warten meist in der ersten Woche zahlreiche Veranstaltungen zum Kennenlernen von Uni und Kommilitonen auf den unbefleckten Erstsemester: Stadterkundungen, Schnitzeljagden, Ausflüge, Partys, Kneipentrips oder andere Freizeitaktivitäten, die Gelegenheit zum Kontakte knüpfen bieten  – der Legende nach ist das Studium selten so zeitintensiv (und lehrreich) wie in diesen ersten Tagen.

P

Partys: Mit ihnen ist es ähnlich wie mit politischen Demos: Ein Anlass findet sich eigentlich immer – und wenn all die Feierei nur der Verdrängung des Prüfungsstresses dient.

Praktikum: Oftmals innerhalb des Studiums vorgeschriebener Zeitraum, in dem man sich außerhalb des Uni-Kosmos im "richtigen Berufsleben" verdingt. Je nach Stelle eine hervorragende Gelegenheit, um im Praktikum entweder wichtige Berufserfahrungen und Pluspunkte für den Lebenslauf zu sammeln oder aber Kaffeekochkünste zu perfektionieren und Unterwürfigkeit zu demonstrieren. In Zeiten krisenbedingter Sparkurse, in denen Praktikanten bei so manchem Arbeitgeber feste Stellen ersetzen, ist die Chance, tatsächlich verantwortungsvolle Aufgaben zu übernehmen, wohl höher, als dem gemeinen (sprich: faulen) Studenten lieb sein kann.

Politik: Nimmt bei manchen Kommilitonen einen fast ebenso hohen Stellenwert im Studentenleben ein wie Partys. Eine Gelegenheit für eine zünftige Demo findet sich schließlich immer, wenn man nur lange genug sucht – Protest statt Prüfung ist schließlich für sich genommen schon eine feine Parole. Von der Demokultur abgesehen entzünden sich auf dem Campus in schöner Regelmäßigkeit auch politische Debatten – nicht nur in Zeiten des hochschulinternen Wahlkampfs.

Prüfungsstress: Wer einem Leistungsnachweis hinterher jagt, muss sich zwangsläufig auch durch eine Prüfung quälen. So wird aus dem studentischen Lotterleben gegen Ende des Semesters oft ein Albtraum, in dessen Verlauf sich dauerhaft Schweißperlen auf der Stirn bilden. Von den zittrigen Händen wollen wir gar nicht erst reden. Prüfungsstress ist oft der Auslöser von Süchten jeglicher Art: Schokolade, Psychopharmaka, Unmengen von Kaffee – das optimale Mittel zur Stressbewältigung gibt es wohl nicht. Richtig verzweifelten Fällen soll aber auch das Lernen geholfen haben.

Q

Quereinstieg: Wechselt man von einem Studiengang in einen anderen, darf man sich Quereinsteiger nennen. Werden die im bisherigen Studium erbrachten Leistungen in der neuen Fachrichtung anerkannt, muss man als Quereinsteiger mit etwas Glück nicht wie der gemeine "Ersti" wieder bei Null beginnen, sondern mit der Einstufung in ein höheres Semester rechnen.

R

Rabatte: Ein großer Pluspunkt des Studentenlebens – und für so manchen Kommilitonen scheinbar auch die Hauptmotivation für eine Immatrikulation – sind die zahlreichen Vergünstigungen, die mit dem Studentenstatus einhergehen: Ob Kinovorstellungen oder Museumsbesuche, Krankenversicherungen oder Handyverträge – die Liste der Studentenrabatte ist lang und verlockend.

Radio: Das Hochschulradio ist ein wichtiger Teil der Campus-Kultur. Die Uni-Radiosender werden meist ausschließlich von Studierenden betrieben, dementsprechend locker und freigeistig sind hier Umgangston und Themen. Zudem läuft oft die Musik, die im kommerziellen Formatradio keine Chance hätte.

Rechenzentrum: Aufgrund seiner Hightech-Ausstattung nicht nur beliebte Pilgerstätte für ambitionierte Einbrecherbanden, sondern dank seiner zahlreichen Internet-Zugänge auch für Studierende jeglicher Couleur – und sei es nur zum Abgreifen einer kostenlosen Email-Adresse oder zum schnellen Abgrasen des digitalen Posteingangs.

Referat: Mündlicher Vortrag in einem Seminar oder einer Vorlesung, der meist dem Erwerb eines Leistungsnachweises dient. Für viele ein notwendiges Übel, für so manch redewilligen Zeitgenossen eine Wonne. Dann heißt es wie so oft: So lange die dicke Frau noch singt, ist die Oper nicht zu Ende. Wird häufig von sinnfreien Powerpoint-Präsentationen begleitet, die den Wortlaut des Vortragenden in exakter Form verschriftlichen.

Regelstudienzeit: Eine in geringen Semesterzahlen ausgedrückte Hürde, an der die meisten scheitern. Aber es kann ja nicht schaden, sich hehre Ziele zu setzen: Wer sein Studium mit großer Disziplin angeht, so viele Semesterwochenstunden anhäuft wie andere Arbeitsstunden, durch keine Prüfung fällt und sich auch das Abenteuer Auslandsaufenthalt verkneift, hat schließlich durchaus eine Chance, den Wettlauf gegen die Zeit zu gewinnen. So viel Disziplin bringt nicht jeder auf. Seitdem die Studiengebühren wieder abgeschafft wurden braucht es die aber zum Glück auch nicht mehr.

S

Semesterticket: Ein großer Teil der Freiheit, die das Studentenleben mit sich bringt, beruht auf der Mobilität, zu der dieser oftmals unscheinbare Papierfetzen berechtigt. Die freie Fahrt im jeweiligen Verkehrsverbund ist eigentlich überall obligatorisch. Oft darf man mit dem Semesterticket zu bestimmten Uhrzeiten und am Wochenende sogar noch eine weitere Person mitnehmen. Kurzum: Das Semesterticket ist pures Gold wert.

Sitzschein: Der Legende nach begab es sich in der grauen Vorzeit, also vor Einführung des Bachelor- und Master-Systems, das dem Studenten für seine bloße Anwesenheit in einem Seminar oder einer Vorlesung ein Leistungsnachweis ausgestellt wurde. Heutzutage ist die Wahrscheinlichkeit, einen Sitzschein zu erlangen, wohl ungefähr mit der einer Yeti- oder UFO-Sichtung vergleichbar.

Soziale Vernetzung: Völlig unausweichlich und äußerst hilfreich. Denn erstens möchte niemand ein Außenseiter sein. Und zweitens halten Kommilitonen zusammen, in guten wie in schlechten Zeiten, ob bei der Jagd nach Anwesenheitslisten oder Leistungsnachweisen bei Partys oder Klausuren.

Sport: Da Denksport nicht alles sein kann und sich die ungesunde Ernährung aus Dosenravioli und Mensafraß mit zunehmender Semesterzahl am eigenen Leibe bemerkbar macht, ist die gepflegte Körperertüchtigung eine sinnvolle Sache. Gut, dass die meisten Unis ein vielfältiges Angebot an sportlichen Aktivitäten unterbreiten – oft in eigenen Hochschulsportzentren auf dem Campus.

Stipendium: Wer sich richtig auf den Hintern setzt und mit herausragenden Leistungen glänzt, hat die Chance auf eine finanzielle Unterstützung zur Finanzierung des Studiums. Stipendien werden meist von Stiftungen vergeben, die jeweils eigene Kriterien an ihre Bewerber stellen. Auch die Art und der Umfang der Förderungen variieren stark.

Stundenplan: Zumindest auf dem Papier ist der Wochenablauf eines jeden Studenten einigermaßen geregelt – und wenn es nur die hehren Ziele sind, die man sich noch zu Semesterbeginn gesetzt hat. Ob man sich nur zweimal in der Woche auf den Campus verirrt oder schon mal die 40-Stunden-Woche der Arbeitswelt ausprobiert, bleibt zwar oft jedem selbst überlassen. Nicht zu leugnen jedoch ist, dass der Umfang des Stundenplans weitreichenden Einfluss auf Studiengebühren (an privaten Hochschulen) und Regelstudienzeit ausübt. Ach ja: Die Zusammenstellung des Stundenplans unter Verwendung des Vorlesungsverzeichnisses kostet viel Zeit und Nerven.

T

Toiletten: Der Eintritt kostet je nach Instandhaltungsgrad viel Überwindung. Oft stellt sich das Etablissement dann jedoch als Fundgrube so manch skurril-unterhaltsamer Schmiererei heraus.

Tutorium: Tutorien sind begleitende Übungen zu einer Vorlesung oder einem Seminar. Meist in kleinen Gruppen finden sich hier Studierende ein, um gemeinsam den behandelten Stoff aufzuarbeiten und offen gebliebene Fragen zu beantworten. Die Teilnahme an Tutorien ist oft freiwillig, kann sich aber durchaus lohnen: Da Tutorien meist von engagierten Kommilitonen geleitet werden, sind sie so manches Mal deutlich ergiebiger und lehrreicher als verpflichtende Lehrveranstaltungen.

U

Urlaubssemester: Der Name führt etwas in die Irre – wer sich ein Urlaubssemester nimmt, liegt nämlich nicht unbedingt auf der faulen Haut, sondern nimmt sich lediglich eine Auszeit vom regulären Uni-Betrieb, sei es nun aufgrund einer Schwangerschaft oder Krankheit, für ein längeres Praktikum oder einen Auslandsaufenthalt. Während des Urlaubssemesters behält man zwar den Studierendenstatus, es dürfen jedoch keine Lehrveranstaltungen besucht, keine Leistungsnachweise gesammelt und in den meisten Fällen auch keine Prüfungen abgelegt werden.

V

Vorlesung: Die Massenveranstaltung im Uni-Betrieb. Vorlesungen werden in Hörsälen abgehalten, die oftmals so riesig sind, dass der Dozent sich oft mit Hilfe von verstärktem HiFi-Equipment Gehör verschaffen muss. Da die meisten Vorlesungen eher einem Monolog gleichen und man auf der hintersten Sitzbank kaum Maßregelungen zu befürchten hat, ist die Quote der in den Dornröschenschlaf verfallenden Kommilitonen nirgendwo größer als hier.

Vorlesungsverzeichnis: Oft überaus ausladendes Nachschlagwerk, das eigentlich bei der Erstellung des eigenen Stundenplans helfen soll, oftmals aber mehr Verwirrung stiftet als wirklich nützlich zu sein. Das große Problem des KVV (kommentiertes Vorlesungsverzeichnis) ist nämlich sein Redaktionsschluss: Weil viele Dozenten ihre Veranstaltungen viel zu spät planen, sind die Angaben oft fehlerhaft, nicht mehr aktuell oder schlicht unvollständig. Denn irgendetwas fehlt eigentlich immer: Die Raum- oder Zeitangabe, das Startdatum, der Dozent, die Anforderungen für einen Leistungsnachweis mitunter sogar eine inhaltliche Beschreibung.

W

Wahlkampf: Der Student an sich ist heute vielleicht nicht mehr so politisch wie noch zur Zeiten der 68er-Bewegung. Doch ein klein wenig Wahlkampf hat noch niemandem geschadet, die Hochschulpolitik bietet dafür schließlich ein hervorragendes Umfeld: Vom AStA über die Fachschaften bis hin zum Studierendenparlament gibt es zahlreiche Gremien und Instanzen, die gewählt werden wollen und Mitglieder benötigen – und zwar nicht nur Nachwuchsfunktionäre und Politikwissenschaftler auf der Suche nach Fingerübungen.

Wartesemester: Ein Hintertürchen für diejenigen, die ein zulassungsbeschränktes Fach studieren wollen, aber nicht auf Anhieb einen Platz erhalten. Die Servicestelle hochschulstart.de berücksichtigt bei der Vergabe der Studienplätze nämlich die Wartezeit, die seit dem Erwerb der Hochschulzugangsberechtigung eines Bewerbers verstreicht. Wer so einen langen Atem beweist, kann über diesen Umweg seine unzureichenden Abiturnoten ein Stück weit ausgleichen. Ein Beispiel: Wer nach dem Abi beispielsweise zuerst eine Ausbildung absolviert und sich am Ende der Ausbildung zum ersten Mal um einen Studienplatz bewirbt, bekommt die entsprechende Anzahl von Semestern als Wartezeit angerechnet. Das gleiche gilt für Auslandsaufenthalte, den freiwilligen Wehrdienst und das freiwillige soziale Jahr oder freiwillige ökologische Jahr.

WG: Sei es aus akuter Finanznot oder einfach nur aus Geselligkeit – viele Studenten, gerade solche, die erst kürzlich das behütete Elternhaus verlassen haben, entscheiden sich für das Leben in einer Wohngemeinschaft. Studenten-WGs gibt es wie Sand am Meer, was ja auch nahe liegt: So erwischt man im besten Falle einen "Artgenossen", mit dem man gleich auf einer Wellenlänge liegt und gemeinsam die Herausforderung der sozialen Vernetzung bewältigt. Im Zweifelsfall weiß man allerdings erst hinterher, ob man sich nicht doch versehentlich bei einem asozialen Langzeitstudenten eingenistet hat, der sich vor lauter Prüfungsstress nicht mal mehr aus seiner – und somit auch deiner – Wohnung heraustraut.

Wohnheim: Die Alternative zur WG. Wer auf seinen eigenen Rückzugsraum nicht verzichten möchte, aber trotzdem Anschluss und Geselligkeit sucht, ist hier gut aufgehoben. Wohnheim-Zimmer sind zwar (bis auf den HighSpeed-Internetzugang) oft eher spartanisch ausgestattet, aber meistens sehr preisgünstig und uni-nah. Und dementsprechend leider auch so beliebt, dass man sich oft erst mal in einer langen Warteliste eintragen muss, bevor man sich zu den neuen Bewohnern zählen darf.

Z

Zettelwirtschaft: Bürokratie gehört unweigerlich zum Uni-Leben dazu. Insbesondere seit der Einführung der modularisierten Bachelor- und Master-Studiengänge ist die Aufgabe, den Überblick über seine erbrachten Studienleistungen zu behalten und gleichzeitig darauf zu achten, den entsprechenden Leistungsnachweis an der richtigen Stelle in die Akten einzusortieren oder dem jeweiligen Büro oder Amt zu übergeben, fast schon einen eigenen Abschluss wert.