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Praktikum für Schüler und Studenten

Praktika sind für Schüler und auch für Studenten sinnvoll. Zum einen machen sie sich gut im Lebenslauf, zum anderen  sammelst du auf diesem Weg jede Menge Arbeitserfahrung. Und: Sie zeigen dir, ob dein Traumjob auch wirklich hält, was er verspricht.

Wie viele Praktika machen Sinn?

Auch wenn du mit Berufserfahrung und Einblicken in den Arbeitsalltag bei potenziellen Arbeitgebern punkten kannst, solltest du dich nicht wahllos und über die Maße als Praktikant beweisen. Viele Personaler setzen auf Bewerber mit wenigen, aussagekräftigen Praktika. Wer mehr als drei bunt zusammengewürfelte Kurzeinsätze in Unternehmen hinter sich hat, erscheint in seiner Berufswahl eher beliebig.  

Gibt es einen idealen Zeitpunkt?

Während der Schulzeit stehen mindestens ein mehrtägiges Schnupperpraktikum und ein zwei- bis dreiwöchiges Schülerbetriebspraktikum an. Aussagekräftiger sind allerdings freiwillige Praktika, die mehrere Wochen oder Monate dauern. Wenn du nicht gerade in den Sommerferien deine Zeit opfern willst, kannst du auch die Zeit nach dem Schulabschluss einplanen. Eventuell überbrückst du auf diese Weise sogar die Wartezeit auf deinen Ausbildungs- oder Studienbeginn. Bei manchen Studiengängen ist ein vorheriges Praktikum sogar Pflicht. Das gilt vor allem für technische Fächer. In anderen Fächern wie etwa in den Wirtschaftswissenschaften ist ein Praktikum erst im Hauptstudium nach Wahl des Schwerpunkts sinnvoll. Zwar ist Praxiserfahrung quer in allen Studienrichtungen wichtig, für alle nicht berufsqualifizierenden Abschlüsse wie etwa in den Geistes- und Sozialwissenschaften ist sie allerdings "überlebenswichtig".

Wie lange sollte ein Praktikum dauern?

Damit du wirklich etwas lernen und nach einer Einarbeitungszeit vielleicht sogar ein Verantwortung übernehmen kannst, sollte dein Praktikum mindestens drei Wochen dauern. Bei einem kürzeren Einsatz im Unternehmen wirst du nur schwer den Arbeitsalltag kennenlernen und dich im Team einbringen können. Damit du auch wirklich als Praktikant angelernt und nicht als billige Arbeitskraft ausgenutzt wirst, sollte dein Praktikum nicht länger als drei Monate dauern. Wenn du dich ein halbes Jahr als Praktikant beweisen willst, achte darauf, dass Lernelemente und -ziele im Praktikumsvertrag stehen – sie grenzen das Praktikum formal von einem gewöhnlichen Arbeitsverhältnis ab. 

Bekommen Praktikanten ein Gehalt?

In der Regel lautet die Antwort: Ja. Die Höhe des Gehalts kann allerdings von Unternehmen  zu Unternehmen stark variieren. Im Durchschnitt verdienen Praktikanten laut einer aktuellen Studie rund 950 Euro im Monat. Einen gesetzlichen Anspruch hast du allerdings nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen. Denn obwohl es seit ein paar Jahren den so genannten Mindestlohn gibt, gilt dieser nicht unbedingt für alle Praktikanten. Wer zum Beispiel unter 18 und ohne Ausbildung ist, im Rahmen des Studiums oder der Ausbildung ein Pflichtpraktikum absolviert oder nicht länger als drei Monate bleibt, hat keinen Anspruch auf Mindestlohn. Fair ist es, wenn dir dein Unternehmen für die Dauer des Praktikums mindestens eine Art Aufwandsentschädigung in Höhe von 400 bis 500 Euro zahlt.

Wann sollte ich mich bewerben?

Am besten frühzeitig, denn viele Unternehmen – gerade die großen und namhaften – führen teilweise lange Wartelisten. Wer also auf ein Praktikum bei Siemens, der Deutschen Telekom oder einem anderen "Big Player" schielt, sollte ruhig schon ein Jahr vor dem gewünschten Termin Kontakt aufnehmen und sich über die Bewerbungsmodalitäten informieren. Bei kleineren Unternehmen kann es dagegen auch schon mal ganz schnell gehen, und zwischen Erstkontakt und Praktikumsbeginn liegen nur ein paar Tage oder Wochen. Das hängt sowohl vom Bedarf der Firma als auch vom Bewerberaufkommen ab.