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Prüfungen gehören sowohl an der Uni als auch in der Ausbildung fest dazu. Sie strukturieren dein Studium oder deine Ausbildung und setzen klare Meilensteine. Dieser Überblick zeigt dir, welche Prüfungen dich erwarten und wie sie typischerweise ablaufen.
Prüfungen gehören fest zum Studium und begleiten dich vom ersten Semester bis zum Abschluss. Sowohl im Bachelor- als auch im Masterstudium ist dein Studiengang in Module gegliedert, die jeweils mit einer Prüfungsleistung abschließen. Diese Prüfungen zeigen, dass du die Inhalte verstanden hast und anwenden kannst. Sie fließen (je nach Gewichtung) in deine Abschlussnote ein.
Welche Prüfungsform dich erwartet, hängt vom Fach und von der Hochschule ab. Manchmal ist es die klassische Klausur, manchmal eine Hausarbeit, eine Präsentation oder eine Projektarbeit. Auch eine mündliche Prüfung ist an der Uni ganz normal, zum Beispiel als Abschluss eines Moduls oder als Ergänzung zur schriftlichen Leistung. Die konkreten Anforderungen sind in der Studien- oder Prüfungsordnung geregelt.
Damit Studienleistungen vergleichbar sind, arbeiten Hochschulen mit ECTS-Punkten (Credit Points). Ein Bachelorstudium umfasst meist 180 ECTS, wobei ein Credit Point ungefähr 25 bis 30 Stunden Arbeitsaufwand entspricht. Diese Einteilung hilft dir nicht nur bei der Studienplanung, sondern auch bei der Vorbereitung auf Prüfungen: Du siehst, welche Module „kleiner“ sind und welche mehr Zeit fressen werden.
Mit der Bachelorarbeit erreichst du den letzten großen Meilenstein deines Bachelorstudiums. Erst wenn du alle erforderlichen Prüfungsleistungen erbracht und die notwendigen ECTS-Punkte gesammelt hast, kannst du dich zur Bachelorarbeit anmelden. Ab diesem Moment läuft die offizielle Bearbeitungszeit und damit auch der Countdown bis zur Abgabe. In der Praxis setzen sich viele Studierende jedoch bereits vorher mit ihrem Thema auseinander, recherchieren Literatur oder entwickeln erste Ideen, bevor sie die Arbeit offiziell anmelden.
Die Bachelorarbeit ist eine wissenschaftliche Abschlussarbeit, in der du dich intensiv mit einer klar abgegrenzten Fragestellung beschäftigst. Das Thema legst du in der Regel in Absprache mit deiner betreuenden Person fest. Ziel ist es nicht nur, vorhandenes Wissen zusammenzufassen, sondern auch bestehende Erkenntnisse zu analysieren oder neue Zusammenhänge herauszuarbeiten. Wichtig sind dabei ein logisch aufgebauter Text, nachvollziehbare Argumente und der richtige Umgang mit Quellen.
Wie viel Zeit dir für das Schreiben offiziell zur Verfügung steht, hängt von deiner Hochschule und deinem Studiengang ab. Häufig liegt die Bearbeitungszeit zwischen acht und zwölf Wochen. Auch der Umfang ist nicht bundesweit einheitlich geregelt und variiert je nach Fachbereich. Die Bewertung der Bachelorarbeit ist Teil der Bachelorprüfung und fließt (gemeinsam mit den Ergebnissen aus den Modulprüfungen) in deine Gesamtnote ein.
Nach dem Bachelor kannst du mit einem Masterstudium weitermachen und dich fachlich weiter vertiefen oder spezialisieren. Viele Masterstudiengänge bauen direkt auf dem Bachelor auf, es gibt aber auch eigenständige Programme, die fachübergreifend angelegt sind. Je nach Studiengang und Hochschule dauert das Masterstudium zwei bis vier Semester. Inhaltlich wird es anspruchsvoller, und der Anteil an selbstständigem Arbeiten nimmt deutlich zu.
Das Masterstudium ist, so wie der Bachelor, in Module gegliedert, für die du Credit Points sammelst. Insgesamt umfasst ein Master 90 bis 120 ECTS. Den formalen Abschluss bildet die Masterarbeit. Sie ist eine wissenschaftliche Facharbeit, in der du ein Thema deutlich umfangreicher und eigenständiger bearbeitest als im Bachelor.
Für die Masterarbeit hast du deutlich mehr Zeit als im Bachelor. Meist erstreckt sich die Bearbeitungszeit über mehrere Monate, oft etwa ein halbes Jahr. Wie viel Zeit und welcher Umfang genau vorgesehen sind, hängt von deinem Studiengang ab und steht in der Prüfungsordnung. In vielen Fällen gehört außerdem ein Kolloquium oder eine mündliche Prüfung dazu, in der du deine Arbeit vorstellst und erklärst.
Auch in der dualen Ausbildung kommst du an Prüfungen nicht vorbei. Welche Prüfungen auf dich zukommen und wie sie ablaufen, ist klar geregelt. Die Ausbildungsverordnung eines Berufs umfasst auch die Prüfungsordnung und legt fest, welche Prüfungen mit welchen Inhalten absolviert werden müssen und wann eine Prüfung als bestanden gilt.
Die erste große Station ist die Zwischenprüfung, die etwa zur Hälfte deiner Ausbildung stattfindet. Dein Ausbildungsbetrieb meldet dich dafür bei der zuständigen Industrie- und Handelskammer oder Handwerkskammer an. Die Zwischenprüfung umfasst je nach Beruf schriftliche und teilweise auch mündliche Aufgaben. Falls du sie nicht bestehst, kannst du die Ausbildung trotzdem weiterführen. Glänzt du hingegen mit sehr guten Noten, kann sogar eine Verkürzung der Ausbildungszeit in Betracht gezogen werden. Die Zwischenprüfung zählt in der Regel nicht zur Endnote und dient nur zur Lernstandskontrolle.
In immer mehr Ausbildungsberufen ersetzt die sogenannte gestreckte Abschlussprüfung inzwischen die klassische Zwischenprüfung. Hier ist die Prüfung in zwei Teile aufgeteilt, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten stattfinden. Der erste Teil erfolgt meist gegen Ende des zweiten Ausbildungsjahres und überprüft grundlegende Qualifikationen. Wie stark er gewichtet wird, hängt vom jeweiligen Beruf ab und steht in der Ausbildungsverordnung (ca. 20 bis 40 Prozent).
Der zweite Teil der Abschlussprüfung findet am Ende der Ausbildung statt und fließt entsprechend stärker in die Gesamtnote ein. Ziel der neuen Struktur ist es, nicht mehr nur eine Momentaufnahme am Ende der Ausbildung zu bewerten, sondern den Lernfortschritt über die gesamte Ausbildungszeit hinweg abzubilden.
Die Abschlussprüfung am Ende deiner Ausbildung ist der formale Nachweis darüber, dass du alle wesentlichen beruflichen Kompetenzen erworben hast. Sie umfasst je nach Beruf schriftliche, mündliche und oft auch praktische Prüfungsteile. Um zur Abschlussprüfung zugelassen zu werden, musst du bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Dazu gehören in der Regel die Teilnahme an der Zwischenprüfung oder am ersten Teil der gestreckten Abschlussprüfung, die fristgerechte Anmeldung durch deinen Ausbildungsbetrieb und vollständig geführte Berichtshefte als Nachweis deiner praktischen Ausbildung. Zeugnisse bekommst du gleich dreimal: eins von der zuständigen Kammer, eins von der Berufsschule und eins von deinem Ausbildungsbetrieb. Falls du die Prüfung nicht bestehst, hast du in den meisten Fällen die Möglichkeit, sie bis zu zwei Mal zu wiederholen.
Manchmal läuft eine Prüfung anders als erwartet, und du hast das Gefühl, dass die Bewertung nicht richtig oder nicht fair ist. Zweifel an der Fairness der Bewertung oder das Gefühl, dass bei der Prüfung ein Fehler gemacht wurde, können zu Frustration und Unsicherheit führen. Wichtig zu wissen ist: Du bist in so einer Situation nicht machtlos.
Der sinnvollste erste Schritt ist ein offenes Gespräch mit der prüfenden Person oder der zuständigen Stelle. Möglicherweise lassen sich Missverständnisse oder Unklarheiten schnell klären, wenn du direkt nachfragst. Sollte dir das Ergebnis jedoch weiterhin falsch erscheinen, gibt es die Möglichkeit, eine Prüfungsanfechtung einzureichen. In Deutschland gelten Prüfungsentscheidungen als Verwaltungsakte – und gegen die kannst du Widerspruch einlegen.
Dabei musst du vor allem die Fristen im Blick behalten. Nach der Bekanntgabe des Prüfungsergebnisses hast du in der Regel einen Monat Zeit, um Widerspruch einzulegen. Gibt es keine Rechtsbehelfsbelehrung, kann die Frist länger sein. Ob sich ein Widerspruch lohnt, hängt immer vom Einzelfall ab: Wurde eine Aufgabe falsch bewertet? War eine Prüfungsfrage unklar gestellt? Gab es formale Fehler im Ablauf?
Gerade wenn es um eine wichtige Prüfung wie eine Bachelorprüfung oder eine Abschlussprüfung geht, ist es wichtig, sich rechtzeitig zu informieren und gegebenenfalls professionelle Hilfe von einer erfahrenen Kanzlei in Anspruch zu nehmen. Anwältinnen und Anwälte, die sich auf Prüfungsrecht spezialisiert haben, prüfen die Erfolgsaussichten, kennen typische Fehlerquellen und sorgen dafür, dass Fristen und formale Vorgaben eingehalten werden.
Fällst du bei einer Prüfung durch, kannst du sie an den meisten Hochschulen bis zu zweimal wiederholen. Manche Studiengänge bieten auch eine mündliche Ergänzungsprüfung an. Wenn du alle vorgesehenen Wiederholungsversuche ausgeschöpft hast, gilt die Prüfung endgültig als nicht bestanden. In vielen Studiengängen verlierst du sogar den Prüfungsanspruch und kannst das Studium dort nicht fortsetzen.
Ein Bachelorstudium umfasst in der Regel 180 ECTS-Punkte, verteilt auf mehrere Module pro Semester. Jedes Modul schließt mit einer Prüfungsleistung ab. Wie viele Module du insgesamt absolvieren musst, steht in deinem Studienplan. Üblich sind etwa fünf bis sieben Modulprüfungen pro Semester.
Wenn du die Abschlussprüfung nicht bestehst, kannst du sie bis zu zwei Mal wiederholen. Bereits bestandene Prüfungsteile musst du meist nicht erneut ablegen. Während dieser Zeit kann deine Ausbildung verlängert werden, bis du die Prüfung bestanden hast.
Die Abschlussprüfung umfasst die wichtigsten Inhalte aus deiner gesamten Ausbildungszeit. Dazu gehören berufsspezifische Fachkenntnisse, rechtliche Grundlagen, Praxisaufgaben sowie häufig auch wirtschaftliche oder organisatorische Themen.
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