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Natur und Menschen schützen

Interview mit Stephanie de Heer: "Ich wollte schon immer Gutes tun"

Wie ist es eigentlich bei einer Organisation zu arbeiten, die sich für Mensch und Umwelt einsetzt? Wir haben mit einer Expertin gesprochen, die es wissen muss. Stephanie de Heer (39) arbeitet als Führungskraft in der Kommunikations- und Marketingabteilung bei der Rainforest Alliance, einer gemeinnützigen Organisation, die weltweit in Sachen Klimaschutz und Menschenrechte aktiv ist. 

Frau de Heer, Sie arbeiten bei der Rainforest Alliance. Was genau macht die Organisation?
Die Rainforest Alliance setzt sich für die Bekämpfung des Klimawandels, den Schutz der Wälder und der biologischen Vielfalt, die Förderung der Menschenrechte und die Verbesserung von Lebensgrundlagen ein. Um die Natur zu schützen und die Lebensbedingungen zu verbessern, müssen wir die Art und Weise, wie wir unser Land nutzen und Lebensmittel und andere Produkte erzeugen, immer nachhaltiger gestalten. Damit das gelingt, braucht es die Zusammenarbeit in einer starken Allianz aus Land-, und Forstwirt:innen, Unternehmen und Verbraucher:innen.

Wie würden Sie Ihren Job als „Global Director Marketing and Communications“ beschreiben?
Spannend, dynamisch und sinnstiftend! Ich leite ein Team von fast 40 Mitarbeiter:innen. Gemeinsam entwickeln wir eine starke Markenidentität, Botschaft und Kommunikation. Über verschiedene Medien und Kanäle stärken und verbessern wir die Außenwirkung und das Image der Rainforest Alliance gegenüber den unterschiedlichsten Zielgruppen. Wir wollen andere für unsere Organisation begeistern und sie so dazu ermutigen, sich anzuschließen. Ich bin unter anderem verantwortlich für die strategische Einbindung von Verbraucher:innen, Marketingaktivitäten auf Seite der Kundinnen und Kunden und in den Kern- & Schwellenmärkten, PR, Medienarbeit und Social Media. Ich muss vor allem den Überblick behalten und sicherstellen, dass es eine klare Strategie und ein eindeutiges Ziel gibt und jede:r weiß, worauf wir hinarbeiten.

Und was haben Sie vorher beruflich gemacht?
Nach dem Studium habe ich bei einem Transportunternehmen gearbeitet und dort meine Liebe zur Öffentlichkeitsarbeit entdeckt. Daraufhin bin ich in ein PR-Unternehmen gewechselt und hatte dort die Gelegenheit, mit Nichtregierungsorganisationen zusammenzuarbeiten. Mir wurde schnell klar, dass ich in genau diesem Sektor meine Zukunft sehe. Das hat mich schließlich zur Rainforest Alliance geführt, wo ich als PR-Managerin angefangen und dann das Issue & Reputation Management übernommen habe. Als meine Teamleiterin ging, war ich überglücklich ihre Stelle zu bekommen! Ich war als Leiterin der Kommunikationsabteilung verantwortlich für 8 Mitarbeiter:innen und hatte das Gefühl, dass ich noch mehr bewirken konnte. Seitdem habe ich mich stets dafür eingesetzt, mein Fachwissen zu erweitern und einen Mehrwert zu schaffen, wo immer ich konnte, um den Auftrag der Rainforest Alliance zu unterstützen. Die Organisation wusste das zu schätzen und hat mich in meiner Entwicklung unterstützt. Letztendlich hat mich das in die Rolle der Senior Director gebracht hat, die für alle Marketing- und Kommunikationsmaßnahmen in einem Unternehmen mit über 700 Mitarbeiter:innen verantwortlich ist.  

Apropos Studium, was haben Sie denn studiert?
Ich habe an der Universität Utrecht (Niederlande) erst den Bachelor of Arts in Kommunikations- und Informationswissenschaften abgeschlossen und dann einen Master in Kommunikationswissenschaften, spezialisiert auf interkulturelle Kommunikation, gemacht.

Was hat Ihnen das Studium in Ihrem Job bislang gebracht?
Es hat mir sehr geholfen. Während des Studiums wird man mit neuen Forschungen, Methoden und Instrumenten konfrontiert. Und ich glaube, dass es das kreative und unabhängige Denken fördert. Zu Beginn meiner beruflichen Laufbahn habe ich mir regelmäßig verschiedene Forschungsarbeiten angesehen und häufig die Herangehensweisen verwendet, die mir an der Hochschule beigebracht wurden, um meine Projekte und Herausforderungen bei der Arbeit anzugehen. Heute führe ich immer noch Schreibtischrecherchen durch, aber was mir in meiner jetzigen Funktion am meisten hilft, ist die Tatsache, dass ich gelernt habe, kritisch und analytisch zu denken, Ich stelle Annahmen infrage, kann gründliche und solide Recherchen durchführen, Probleme lösen und große Mengen an Informationen schnell verarbeiten.

Welche Eigenschaften sollten junge Leute mitbringen, wenn sie Ihren Beruf ausüben wollen?
In meinem Job muss man andere Menschen, zum Beispiel Führungskräfte von Unternehmen, von den Vorzügen des eigenen Unternehmens überzeugen können. Zudem müssen finanzielle und kommerzielle Bedingungen mit wichtigen Kunden und Kundinnen ausgehandelt werden. Neben Redegewandtheit und Engagement ist auch Freude an strategischem sowie innovativem Denken und Handeln wichtig. Auch ausgeprägte organisatorische Fähigkeiten und ein gutes Zeitmanagement sind unerlässlich. Und natürlich braucht es ausgezeichnete schriftliche und mündliche Kommunikationsfähigkeiten. Ideal ist es zudem, wenn man mehrere Sprachen beherrscht und sich mit den wichtigsten Herausforderungen, Themen und Trends im Bereich Nachhaltigkeit auskennt. Allerdings kommt es nicht nur auf die Kompetenzen an. Mindestens genauso wichtig ist die Frage, ob man als Person in den Job passt und damit glücklich sein wird. 

Welchen Berufswunsch hatten Sie zu Schul- bzw. Studienzeiten?
Ich wollte schon immer etwas Gutes in dieser Welt tun, zu einer besseren Welt für alle beitragen und einen positiven Einfluss haben. Aber ich wusste auch, dass ich das auf realistische Art und Weise tun wollte, auf eine Art und Weise, die tatsächlich Wirkung zeigt und messbar ist. Deshalb wollte ich irgendwo arbeiten, wo ich gemeinsam mit anderen den Wandel vorantreiben kann. Und das kann ich in meinem Job... ein Bündnis aufbauen, an der Bürgermobilisierung arbeiten und Verbündete als eine Kraft für das Gute zusammenbringen. 
 
Was ist Ihrer Meinung nach der beste Weg für junge Menschen, um herauszufinden, welcher Beruf zu ihnen passt?
Man sollte sich nicht davor scheuen, neue Dinge auszuprobieren und neue Möglichkeiten zu entdecken. Der beste Weg, um herauszufinden, was man will, besteht darin, verschiedene Rollen und Branchen kennenzulernen und auf dem aufzubauen, was einen glücklich macht. Man sollte keine Angst davor haben, zu scheitern, oder Entscheidungen bereuen, die nicht das gebracht haben, was man sich erhofft hat. Es sind genau diese Erfahrungen, die einem helfen, das zu finden, was man wirklich tun will. Einfach mal ein Risiko eingehen! Und, ganz wichtig, dem eigenen Instinkt vertrauen.

Welche Tipps können Sie geben, wenn es um das Thema Nachhaltigkeit im Alltag geht? 
Man sollte sich zunächst bewusst machen, dass es darum geht, gemeinsam bessere Entscheidungen zu treffen, egal wie klein sie sind – dabei kann es um das Herunterdrehen der Heizung gehen oder ums Recycling. Eine weitere einfache Möglichkeit, etwas zu bewirken, besteht darin, im Supermarkt nach unserem kleinen grünen Frosch Ausschau zu halten. Er ist weltweit ein Symbol dafür, dass Landwirte und Unternehmen Maßnahmen ergriffen haben, um das Produkt nachhaltiger zu gestalten und so eine bessere Zukunft für Mensch und Natur zu schaffen. 

Welches Umwelt- bzw. Nachhaltigkeitsthema liegt Ihnen besonders am Herzen? 
Sie liegen mir alle am Herzen. Ich kann die Abschaffung von Kinderarbeit nicht über den Schutz der biologischen Vielfalt stellen... oder die Gleichberechtigung der Geschlechter über die Verhinderung von Entwaldung. Sie sind alle gleich wichtig, um eine Welt zu schaffen, in der Mensch und Natur in Harmonie gedeihen. Das ist es, was mir am meisten am Herzen liegt. 

 

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