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PiA – praxisintegrierte Ausbildung zum/zur Erzieher:in

Du interessierst dich für eine Ausbildung zum/zur Erzieher:in und fragst dich, welche Möglichkeiten es gibt? Vielleicht ist PiA die richtige Wahl für dich. Die „PraxisintegrierteAusbildung“ bietet eine verkürzte Ausbildungszeit und ein Ausbildungsgehalt – eine attraktive Alternative zur klassischen Erzieher:innen-Ausbildung.

Ein Erwachsener und zwei Kleinkinder sitzen auf einem blauen Teppich und spielen gemeinsam mit bunten Holzbuchstabenwürfeln.

Möglicherweise hast du ja schon einmal während deiner Ausbildungssuche von PiA gehört. Ursprünglich als Modell gegen den Fachkräftemangel in Kitas gestartet, wird PiA heute in mehreren Bundesländern angeboten. Das Modell bietet eine dreijährige, vergütete Ausbildung zum/zur Erzieher:in, die Theorie und Praxis eng miteinander verknüpft, und hat sich als attraktive Alternative zur klassischen Erzieher:innen-Ausbildung etabliert. Da die Ausbildung landesrechtlich geregelt ist, unterscheiden sich Ablauf, Voraussetzungen und Vergütung je nach Bundesland, Fachschule und Träger. PiA eignet sich dabei besonders für alle, die einen schnellen Einstieg in ein abwechslungsreiches und anspruchsvolles Berufsfeld rund um die Arbeit mit Kindern suchen.

Arbeiten und lernen: Die PiA-Ausbildung zum/r Erzieher:in im Überblick

Praxis und Theorie von Anfang an verbinden – das bietet die praxisintegrierte Ausbildung zum/r Erzieher:in. Im Video erfährst du, wie die PiA-Ausbildung aufgebaut ist und was sie besonders macht.

Was bedeutet praxisintegrierte Ausbildung?

Bei PiA ist die Praxiszeit der herkömmlichen Erzieher:innen-Ausbildung einschließlich des Berufspraktikums gleichmäßig in die drei Ausbildungsjahre integriert. Daher stammt auch der Name „praxisintegriert“. Theorie und Praxis sind von Anfang an eng miteinander verknüpft: Du arbeitest also bereits während deiner Ausbildung zum/zur Erzieher:in – in der Regel an zwei Tagen in der Woche – in einer Kita. Die theoretischen Inhalte vermittelt dir die Fachschule für Sozialpädagogik.

Die Unterrichtszeit ist auf drei Jahre aufgeteilt, und sowohl der Lehrplan als auch der Stundenplan entsprechen der klassischen Fachschulausbildung zum/zur Erzieher:in. Ein wichtiger Unterschied: Bei PiA musst du sowohl einen Schul- als auch einen Praxisplatz vorweisen können.

Das alles klingt für dich nach einer dualen Ausbildung? Das trifft auf PiA allerdings nicht zu. Die praxisintegrierte Ausbildung ist keine duale Ausbildung im Sinne des Berufsbildungsgesetzes. Die Gesamtverantwortung für die Ausbildung bleibt weiterhin bei der Fachschule. Trotzdem ähnelt PiA im Alltag einer dualen Ausbildung, weil du Fachschule und Praxis regelmäßig verbindest.

Was sind die Vorteile von PiA im Vergleich zur klassischen Erzieher:innen-Ausbildung?

PiA ist kein vollständig neuer Bildungsgang, hat aber im Vergleich zu den anderen Erzieher:innen-Ausbildungen einige Vorteile:

  • Vergütung: Ein wesentlicher Pluspunkt von PiA ist die durchgehende Vergütung während der gesamten dreijährigen Ausbildungszeit. Im Gegensatz dazu wird bei der klassischen Ausbildung erst im Anerkennungsjahr eine Vergütung gezahlt.
  • Dauer und Struktur: PiA kombiniert Theorie und Praxis über drei Jahre hinweg, ohne die üblichen Schulferien. Dadurch entfällt das Anerkennungsjahr, und die Ausbildung ist kompakter. Die klassische Ausbildung hingegen erstreckt sich über vier Jahre. Du kannst also ein ganzes Jahr früher in dein Berufsleben als staatlich anerkannte:r Erzieher:in starten.
  • Teilzeitausbildung: Für Personen mit familiären Verpflichtungen oder Quereinsteiger:innen bieten einige Fachschulen Teilzeitmodelle an. Diese dauern je nach Bundesland und Schule zwischen zwei und vier Jahren. Der Unterricht findet meist abends oder an Wochenenden statt, was eine bessere Vereinbarkeit mit anderen Verpflichtungen ermöglicht.

 

Die Zugangsvoraussetzungen für die verschiedenen Ausbildungswege sind ähnlich, können jedoch je nach Bundesland und Fachschule variieren. Es ist daher ratsam, sich im Vorfeld genau zu informieren, welche Voraussetzungen an der gewünschten Schule gelten. Außerdem ist es eine persönliche Entscheidung, welche Ausbildungsart die richtige für dich ist. PiA bietet Vorteile, ist aber nicht per se besser als eine klassische Erzieher:innen-Ausbildung.

PiA-Gehalt 2026: Wie viel verdienst du?

Bei kommunalen oder tarifgebundenen Trägern orientiert sich das PiA-Gehalt oft am Tarifvertrag. Seit dem 1. Mai 2026 liegen die Werte im TVAöD-Pflege bei

  • 1.490,69 Euro im 1. Ausbildungsjahr,
  • 1.552,07 Euro im 2. Ausbildungsjahr und
  • 1.653,38 Euro im 3. Ausbildungsjahr.

Je nach Träger, Bundesland und Tarifvertrag kann dein Gehalt aber abweichen. Prüfe deshalb immer die Angaben in der Stellenanzeige oder frage direkt bei der Fachschule und deinem Praxispartner nach.

Auch wichtig zu wissen: Schulferien wie im „Vollzeitmodell“ hast du bei der PiA nicht, dafür aber wie in einem Angestelltenverhältnis Anspruch auf Urlaub. Ob du Sonderzahlungen wie Weihnachtsgeld bekommst, hängt von deinem Träger und dem geltenden Tarifvertrag ab.

In welchen Bundesländern gibt es PiA?

PiA wird in Deutschland nicht einheitlich geregelt. Schließlich ist Bildung Sache der Bundesländer. Deshalb unterscheiden sich Name, Ablauf, Zugangsvoraussetzungen und Vergütung je nach Bundesland, Fachschule und Träger.

Die Bundesagentur für Arbeit beschreibt die Erzieher:innen-Ausbildung so, dass sie je nach Bundesland auch in einer praxisintegrierten Ausbildungsform möglich ist. In Nordrhein-Westfalen dauert die PiA zum/zur Erzieher:in zum Beispiel drei Jahre. Auszubildende sind dort in einer sozialpädagogischen Einrichtung angestellt und arbeiten je nach Ausbildungsjahr und Fachschule an einem bis drei Tagen pro Woche in der Praxis. An den anderen Tagen besuchen sie das Berufskolleg.

Aktuell findest du PiA oder ähnliche praxisintegrierte Modelle in mehreren Bundesländern. Suche deshalb am besten nach „praxisintegrierte Ausbildung Erzieher“ plus deinem Bundesland oder deiner Stadt. So findest du passende Fachschulen und Praxisstellen in deiner Nähe.

Für wen ist die praxisintegrierte Ausbildung zum/zur Erzieher:in interessant?

Die praxisintegrierte Ausbildung zum/zur Erzieher:in ist besonders für Quereinsteiger:innen interessant. Hast du also schon in einem anderen Beruf gearbeitet, möchtest dich aber neu orientieren und künftig lieber im pädagogischen Bereich arbeiten, ist PiA ein guter Weg – nicht zuletzt wegen der Ausbildungsvergütung. Außerdem sind die Aussichten, eine Stelle zu finden, aufgrund des Fachkräftemangels sehr hoch.

Auch wenn du bereits als Kinderpfleger:in oder Sozialassistent:in tätig bist, kannst du dich mit PiA weiter qualifizieren und deine beruflichen Chancen verbessern. Du kommst aus einem anderen pflegerischen oder medizinischen Beruf, der Altenpflege oder der Ergotherapie? In diesem Fall ist PiA eine tolle Option, deinen Arbeitsbereich zu verändern. Ein weiteres bemerkenswertes Ergebnis seit der Einführung des PiA-Modells ist der Anstieg der Männerquote in diesem traditionell frauendominierten Berufsfeld. Damit trägt die Ausbildung dazu bei, das Berufsfeld diverser zu gestalten. Außerdem kann PiA den Einstieg für Menschen erleichtern, die später in den Erzieher:innen-Beruf wechseln möchten.

Fazit: Darum kann sich PiA für dich lohnen

PiA ist eine attraktive Alternative zur klassischen Erzieher:innen-Ausbildung, besonders für Quereinsteiger:innen. Die praxisnahe Ausbildung ermöglicht es dir, innerhalb von drei Jahren staatlich anerkannte:r Erzieher:in zu werden, und das mit durchgehender Ausbildungsvergütung. Die wichtigsten Vorteile auf einen Blick:

  • Vergütete Ausbildung – von Anfang an bekommst du einen Lohn 
  • Verzahnung von Theorie & Praxis – direkter Einstieg in den Kita-Alltag 
  • Kürzere Ausbildungsdauer – nur drei Jahre statt vier 
  • Hervorragende Berufsaussichten – hoher Bedarf an pädagogischen Fachkräften 
  • Ideal für Quereinsteiger:innen & Fachkräfte aus verwandten Berufen 

 

Die Anforderungen sind hoch, und du wirst beim PiA-Modell eher berufserfahrenen, älteren Auszubildenden begegnen. Falls du gerade erst die Schule beendet hast, könnte die klassische Vollzeitausbildung mit schulischen Praxisphasen und längeren Ferien eine passende Alternative für dich sein. Überlege also gut, welches Modell am besten zu deiner Lebenssituation und deinen beruflichen Zielen passt.

Informiere dich außerdem früh über die Angebote in deinem Bundesland. So findest du heraus, ob PiA in deiner Nähe angeboten wird, welche Voraussetzungen gelten und welches PiA-Gehalt dein Träger zahlt.

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