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Festival und Umweltschutz - 6 Tipps für ein nachhaltiges Festival-Vergnügen

17. Juni 2019

Umweltschutz und Klimaschutz sind in den Köpfen der heutigen Jugend fest verankert. Schüler gehen für das Wohl der Pflanzen, Tiere und Menschen auf die Straße und wählen. Schwierig wird es allerdings in Situationen, die vor allem Spaß bringen sollen – zum Beispiel auf Festivals. Wir geben Tipps, wie du Freiluftkonzerte dennoch möglichst umweltfreundlich genießen kannst.

Festival Umweltschutz Nachhaltigkeit

Die Festival-Saison ist gestartet - in den kommenden Wochen stehen dutzende Open Air-Events an, auf denen getanzt, gezeltet und gefeiert werden kann. Neben vielen kleineren Festivals gibt es auch etliche Großveranstaltungen, die Fierewillige anlocken. Günstig ist so ein Festivalbesuch in der Regel zwar nicht, dafür darfst du ein paar Tage aus dem Alltag ausbrechen und Spaß haben. Du lernst neue Leute kennen, siehst unglaublich viele gute Bands live, verbringst eine tolle Zeit mit Freunden und darfst so etwas wie ein Kurzurlaubsgefühl genießen. 

Klingt alles super, keine Frage. Aber hast du dir schon einmal Gedanken darüber gemacht, was so ein Festival für die Umwelt bedeutet? Überall hinterlassen die Besucher Müllberge, da kommen schon mal mehrere hundert Tonnen Unrat zusammen. Viele der Hinterlassenschaften sind aus Plastik, hinzu kommen Lebensmittel, Zigarettenstummel und ausgediente Lampen, Kühlschränke oder kaputte Zelte. Zwar haben bereits einige Festival-Veranstalter Maßnahmen ergriffen und erheben beispielsweise einen Müllpfand, richtig hilfreich ist das Ganze aber nicht. Wir geben dir deswegen ein paar Tipps, wie du dein Lieblingsfestival möglichst umweltbewusst genießen kannst.

1. Bahn oder Mitfahrgelegenheiten nutzen

Die Fahrt mit dem Auto ist zwar praktisch und man bekommt mit einem großen Kofferraum auch echt viel mit, umweltfreundlich ist es aber nicht. Wenn es wirklich nicht ohne Auto geht, dann fahr mit jemandem mit, der noch Platz hat oder suche für die freien Plätze in deinem Auto nach anderen Mitfahrern. Das spart nicht nur CO2, sondern auch Geld, das du anderweitig ausgeben kannst. Vor Ort stressfreier und deutlich weniger umweltbelastend ist zum Beispiel die Fahrt mit der Deutschen Bahn. Im Zug kannst du ganz entspannt Richtung Open-Air-Event reisen, die Gelegenheit nutzen und neue Kontakte knüpfen oder in Sachen Schlaf "vorarbeiten". Große Festivals bieten oft Shuttleservices an, die dich vom Bahnhof zum Ort des Geschehens bringen.

2. Auf Einweg-Kram verzichten

Ob Plastikgeschirr, Einweg-Grill, billige Regencapes, Strohhalme, Kunststoff-Konfetti – für unnötiges  Wegwerf-Plastik gibt es unzählige Beispiele. Dabei geht es auch anders. Einfach Gabel und Messer aus Metall mitnehmen, spülen und wiederverwenden. Auch Strohhalme gibt es aus Metall und kompostierbarem Papier – oder du nimmst einfach ungekochte Makkaroni, die im Zweifel hinter sogar noch gegessen werden können. Wenn du dich jetzt fragst, wie du das Problem mit dem Teller lösen sollst – auch hier haben wir ein paar Tipps: Nimm doch einfach umweltfreundliche Produkte aus Rohrzucker, Laubblättern oder Palmenblättern. Und ein Becher aus Edelstahl ist definitiv stylischer als die billige Plastikvariante und lässt sich zudem noch als Zahnputzbecher verwenden.

3. Keine Lebensmittel wegschmeißen

Grundsätzlich macht es Sinn nur die Lebensmittel mitzunehmen, die lange haltbar sind. Wenn du nach zwei oder drei Tagen nicht alles verbrauchen konntest, kannst du es wieder mit nach Hause nehmen. Solltest du Lebensmittel übrig haben, die keine Rückreise überstehen, verschenke sie oder nutze das Konzept Foodsharing, das einige Festival-Veranstalter anbieten. Auf dem Hurricane gibt es beispielsweise ein Zelt, wo Lebensmittel getauscht oder einfach abgegeben werden können. Was am Ende eingesammelt wurde, wird an bedürftige Menschen gespendet.

4. Müllsammler werden

Warum nur den eigenen Müll aufsammeln? Noch besser wäre es doch, wenn du mithilfst beim Aufräumen. Organisiere dich doch mit anderen und rufe eine Clean-Up-Aktion ins Leben. Es gibt sogar Facebook-Gruppen, deren Mitglieder sich für diesen Zweck an bestimmten Orten treffen. Es gibt aber auch offizielle Aufrufe seitens des Veranstalters. Beim Wacken heißt es am Ende des Festivals: Mitnehmen, was rumliegt. Anwohner und Freiwillige dürfen nach vorheriger Anmeldung das Gelände durchkämmen und Pfandflaschen, Metallsachen und wertvolle Dinge behalten. So kannst du Geld verdienen, das du vorher auf dem Festival ausgegeben hast.

5. Festivals besuchen, die grün denken

Mit der Wahl des Festivals kannst du auch schon eine Menge bewirken. Besuche doch einfach mal die Events, die sich mit umweltbewusstem Handeln beschäftigen und sich aktiv für den Umwelt- und Klimaschutz einsetzen. Das betrifft oft kleine Festivals, die zum Teil sogar auf die Plastikverschlüsse der Festivalbändchen verzichten, aber auch die großen Veranstaltungen legen immer mehr wert auf Nachhaltigkeit. Auf dem Southside Festival zum Beispiel gibt es wasser- und chemiefreie Komposttoiletten, Recyclingstationen und Foodsharing-Mobile. Außerdem ist die Anreise mit der Bahn im Ticket bereits enthalten und Getränke werden in Pfandbechern ausgeschenkt. Praktisch: Duschköpfe haben hier eine eingebaute Wassersparfunktion, Essen gibt es von regionalen Produzenten und es wird ausschließlich Recycling-Toilettenpapier verwendet. Klingt gut, oder? 

6. Nachhaltige Hygiene- und Kosmetikartikel

Ein Festival mit stacheligen Beinen und unrasierten Achseln? Zumindest für Frauen ist das keine Option. Aber anstatt billige Einwegrasierer zu nutzen kannst du auch auf eine langlebige, plastikfreie Variante zurückgreifen: Den Rasierhobel. Klingt komisch, war aber vor Jahrzehnten ein ganz normales Utensil für den täglichen Gebrauch. Vorteil: Es muss nur die Klinge gewechselt werden. Der Rasierer selbst besteht aus Edelstahl und Holz und produziert dementsprechend wenig Müll. Auch beim Waschen kannst du sparen. Es reicht ein Stück Seife, die es übrigens auch für die Haare gibt. Du musst also keine Plastikflaschen mit Duschgel oder Shampoo mitschleppen. Kein Festival ohne Glitzer? Wenn es wirklich sein muss, dann bitte nur in der umweltfreundlichen biologisch abbaubaren Variante. 

Festivals und Umweltschutz schließen sich nicht aus, wenn jeder Besucher bereit ist, etwas dafür zu tun. Möchtest du dich auch beruflich mit den Themen Umwelt oder Veranstaltungsplanung beschäftigen? Möglichkeiten gibt es viele, wir haben ein paar Ideen für dich gesammelt. Schau sie dir doch einfach mal genauer an:
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