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Berufstaucher:in werden

Du liebst es im Wasser zu sein oder vielmehr unter Wasser? Tauchen ist deine Leidenschaft und die möchtest du zu deinem Beruf machen? Das Einsatzgebiet von Berufstaucher:innen ist breit gefächert und reicht vom Handwerk bis zum Militär. Hier erfährst du alles Wichtige über den Beruf und seine Ausbildung.

Berufstaucherin oder Berufstaucher werden ist abenteuerlich, aufregend und nicht ganz ungefährlich. In diesem Beruf musst du vor allem eines besitzen: Nerven so dick wie Drahtseile. Berufstaucher:innen sind allerdings nicht einfache Taucher:innen, sondern haben immer noch eine andere Qualifikation. Sie sind Handwerker:innen, Forscher:innen oder bei der Bundeswehr. Sie alle haben die Zusatzausbildung zum geprüften Taucher. Entsprechend gibt es ganz unterschiedliche Einsatzgebiete für Berufstaucher:innen.

 

 

 

 

Berufstaucher:in werden: die Arbeitsgebiete

Berufstaucher:innen werden in ganz unterschiedlichen Bereichen benötigt:

  • Forschungstaucher:innen beispielsweise bringen häufig ein Studium in Meeresbiologie oder Archäologie mit. Aber auch Brückenbauingenieur:innen, Tauchmediziner:innen oder Geoökolog:innen sind unter Wasser zu finden. Sie tauchen, um zu forschen. Dafür entnehmen sie Proben, machen Film- und Fotoaufnahmen oder Ausgrabungen unter Wasser.
  • Körperlicher geht es bei den Unterwasserarbeiter:innen bzw. Industrietaucher:innen zu. Die ausgebildeten Handwerker und Handwerkerinnen machen das, was sie auch an Land machen würden – nur eben unter Wasser. Sie bauen, reparieren, konstruieren und warten. Hafenanlagen, Bohrinseln, Brücken oder Industrieanlagen können Einsatzorte sein. Trotz mitunter starkem Seegang und starken Strömungen muss hier millimetergenau gearbeitet werden. Das kann nicht nur körperlich, sondern auch mental sehr belastend sein. Besonders der Bau von Öl- und Gaspipelines ist nur etwas für Hartgesottene. Nicht ohne Grund gibt es weltweit weniger als 30 Berufstaucher:innen, die sich an diese Aufgabe heranwagen. Sie arbeiten nicht nur bis zu 180 Meter unter dem Meeresspiegel, sondern müssen auch während der gesamten Arbeitsphase, das heißt mehrere Wochen lang, in sogenannten Druckkammern leben.
  • Eine andere aber ebenso verantwortungsvolle Aufgabe haben Rettungs- und Feuerwehrtaucher:innen. Während sie natürlich in erster Linie versuchen Leben zu retten, gehört die Bergung von Leichen leider genauso zu ihrem Berufsalltag. Aber auch Autos oder andere große Gegenstände werden von ihnen geborgen. Sie sind meistens tätig bei großen Feuerwehren oder bekannten Hilfsorganisationen wie der DLRG. Polizeitaucher:innen suchen darüber hinaus auch unter Wasser nach Beweismitteln wie Tatwaffen oder Diebesgut. Die Arbeit kann gefährlich sein, besonders wenn die Taucher und Taucherinnen gegen die Zeit kämpfen und mit schlechter Sicht zu tun haben.
  • Wenn du bei dem Begriff Berufstaucher an Actionfilme denkst, dann hast du sicherlich den Beruf von Militärischen Taucher:innen vor Augen. Hier wird zwischen Minentaucher:innen und Kampfschwimmer:innen unterschieden. Während erstere für die Kampfmittelbeseitigung und die Suche bzw. Bergung von Unterwasserwaffen wie Minen zuständig sind, beteiligen sich letztere an der operativen Aufklärung oder an verdeckten Operationen. Die Bergung von Leichen oder Reparaturarbeiten können hier ebenfalls dazukommen.
  • Tauchlehrer:innen und Tauchguides sind wohl die "normalste" Gruppe der Berufstaucher:innen. Das bedeutet aber nicht, dass sie nicht auch Verantwortung tragen. Unter Wasser werden keine Fehler verziehen. Eine Kleinigkeit, die an Land kaum der Rede wert ist, kann im Gewässer schnell zur Gefahr werden. Tauchlehrer und Tauchlehrerinnen müssen daher verantwortungsvoll lehren und gute pädagogische Kompetenzen besitzen. Sie arbeiten meist in Vereinen oder in Tauchschulen. Tauchguides sind häufig ebenfalls in solchen Schulen angestellt und bieten zum Beispiel Führungen durch örtliche Gewässer an.
  • Zuletzt nennen wir den wohl skurrilsten Berufszweig in diesem Gebiet: Golfballtaucher:innen. Das ist kein Scherz. Schließlich müssen die Golfbälle irgendwann auch wieder aus den Gewässern auf Golfplätzen herausgefischt werden. Und genau das ist die Aufgabe von Golfballtaucher:innen. Dabei werden sie entweder nach Kilo oder durch eine vereinbarte Pauschale bezahlt. Das kann sogar sehr lukrativ sein und ist mit Sicherheit eine deutlich entspanntere und ungefährlichere Alternative zu den oben genannten abenteuerlichen Taucherberufen.

So wirst du Berufstaucher:in

Die Ausbildung zum Berufstaucher oder zur Berufstaucherin ist ein Aufbaumodul. Das bedeutet, dass du zuvor schon ein Studium bzw. eine Ausbildung je nach Einsatzgebiet als Ingenieur, Wissenschaftler, Mechaniker, bei der Behörde oder bei der Bundeswehr absolviert haben musst. Außerdem wird erwartet, dass du schon eine mehrjährige Erfahrung als Sporttaucher oder Sporttaucherin mitbringst.

Die Dauer der Ausbildung ist je nach Arbeitsgebiet unterschiedlich. Während Forschungstaucher:innen schon nach mehreren Wochen bereit für das wissenschaftliche Arbeiten unter Wasser sind, müssen Kampftaucher:innen mehrere Jahre und viele anstrengende Tauchgänge abwarten, bevor sie richtig eingesetzt werden. Die Ausbildung zum Industrietaucher dauert beispielsweise rund zwei Jahre. Am Ende musst du einen Nachweis über 200 Tauchstunden vorweisen. Dazu kommen Fortbildungslehrgänge, die aus eigener Tasche bezahlt werden müssen. Das sind 320 Unterrichtsstunden, die sich in die Rubriken Grundlagen, Schweißen, Tauchmedizin und Anwendungskenntnisse aufteilen.

Voraussetzungen für den Job als Berufstaucher:in

Die Sicherheit ist in diesem Berufszweig das A und O. Beim Arbeiten unter Wasser ist man ganz anderen Bedingungen ausgesetzt als an Land. Fehler werden hier nicht so leicht verziehen. Als Berufstaucher:in musst du einige Kompetenzen von vornherein mitbringen, die du nicht erst in der Ausbildung lernen kannst. Unabhängig von deinem Spezialgebiet musst du nicht nur eine gute, sondern eine außerordentlich gute physische sowie psychische Verfassung vorweisen. Die Belastung kann beim Arbeiten in Gewässern sehr hoch sein. Darauf musst du vorbereitet sein. Das heißt auch, dass du dir hier nichts vormachen darfst. Sei ehrlich zu dir selbst und überlege besser einmal mehr, ob du diesen Belastungen gewachsen bist. Entsprechend werden alle Bewerber:innen bei einer tauchmedizinischen Untersuchung im wahrsten Sinne des Wortes auch auf Herz und Nieren geprüft. Des Weiteren sollte dir bewusst sein, dass ein schnellerer körperlicher Verschleiß als bei Arbeiten an Land stattfindet. Die körperliche Anstrengung geht nicht spurlos an Berufstaucher:innen vorüber. Nerven- und Knochenkrankheiten können die Folge sein. Außerdem musst du einen Führerschein für Schiffe unter Maschinenantrieb sowie einen Auto-Führerschein mitbringen.

Gehalt und Karriere als Berufstaucher:in

Bei all den Strapazen, die Berufstaucher:innen mitmachen, dürfen sie sich über ein vergleichweise hohes Gehaltsniveau freuen. Die teils lange intensive Ausbildung und die großen Gefahren zahlen sich also aus. Je nach Einsatzgebiet verdienen sie zwischen 3.500 und 10.000 Euro im Monat. Allerdings müssen sie die verpflichtenden und regelmäßigen Fortbildungen auch nach der Ausbildung selbst bezahlen.

Wenn du bei der Polizei, Feuerwehr oder Bundeswehr als Berufstaucher oder Berufstaucherin arbeitest, erfolgt der berufliche Aufstieg mehr oder weniger automatisch mit der Anzahl der Dienstjahre. In der freien Wirtschaft dagegen können Berufstaucher:innen beispielsweise eine eigene Tauchschule eröffnen, in der Vermittlung von Taucher:innen an Unternehmen arbeiten oder zu Einsatzleiter:innen in ihrem Unternehmen aufsteigen.
 

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