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Berufe im Handel

Was genau bedeutet "Handel" eigentlich?

Überall dort, wo Waren und Dienstleistungen gegen Geld getauscht werden, findet ein Handel statt. Es geht also kurz gesagt ums Kaufen und Verkaufen. Weil nicht überall gleich gehandelt wird, unterscheidet man zwischen Einzelhandel und Groß- und Außenhandel. Zum Einzelhandel gehören all die Geschäfte, die Waren in kleinen Mengen direkt an den Endkunden verkaufen. Dazu zählen unter anderem Supermärkte, Bekleidungsgeschäfte, Elektronikfachmärkte, Möbelhäuser, Baumärkte, Drogerien, Apotheken, Musikfachhändler, Fotofachgeschäfte, Blumenhändler und der Bäcker um die Ecke. Der Groß- und Außenhandel ist dagegen das Bindeglied zwischen Herstellern von Produkten und dem Einzelhandel. Er kauft beim Produzenten ein und verkauft die Ware an Wiederverkäufer bzw. gewerbliche Kunden – entweder innerhalb Deutschlands oder im Ausland. Hier werden Produkte nicht einzeln, sondern palettenweise oder in Form ganzer LKW-Ladungen verkauft. Das können zum Beispiel Autoteile, Blumen, Lebensmittel, pharmazeutische Produkte oder Elektronikteile sein.

Welche Berufe im Handel gibt es?

Die Berufe im Handel sind so vielfältig wie die Unternehmen. Zu den Klassikern gehören die zwei- bis dreijährigen dualen Ausbildungsberufe, in denen du deine Zeit abwechselnd im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule verbringst. Beliebt sind zum Beispiel die Ausbildungen zum Kaufmann im Einzelhandel, Kaufmann im Groß- und Außenhandel, Verkäufer, Automobilkaufmann und Gestalter für visuelles Marketing. Eine anspruchsvolle Alternative ist die Abiturientenausbildung, in der du eine duale Berufsausbildung abschließt und zudem eine Zusatzqualifikation erwirbst. Das kann zum Beispiel die Prüfung zum Handelsfachwirt, Fachwirt für Vertrieb im Einzelhandel oder Außenhandelsassistenten sein. Die Ausbildung dauert in der Regel zwischen zwei und vier Jahre. Eine dritte Möglichkeit ist das duale Studium, in dem du Ausbildung und Studium bzw. Theorie und Praxis miteinander verbinden kannst. Hier reicht das Angebot von "BWL Handel" über "Internationaler Handel" bis hin zu "Foodmanagement". Die dualen Studiengänge sind zwar anspruchsvoll und zeitaufwändig, dafür lernst du von Anfang an die internen Arbeitsabläufe im Unternehmen kennen, verdienst dein eigenes Geld und hast in der Regel einen Arbeitsplatz sicher. Und natürlich kannst du auch mit einem Vollzeitstudium in den Handel starten. Hier hast du in erster Linie die Wahl zwischen betriebswirtschaftlichen Studiengängen wie "Handelsmanagement", "Internationale Betriebswirtschaft" oder "Handel und Industrie".

Praktiker sind gegenüber Theoretikern im Vorteil

Der Handel setzt traditionell auf Nachwuchs mit Anpacker-Qualitäten. Denn nur wer tatkräftig mitarbeitet, kennt die alltäglichen Herausforderungen zwischen Kunden und Regalen und kann die richtigen Entscheidungen treffen. Deswegen sind in der Branche auch vorwiegend Einstiegsmöglichkeiten mit viel Praxisbezug verbreitet. Außerdem verspricht eine einfache Berufsausbildung vor allem in der Lebensmittel-Branche tolle Aufstiegsmöglichkeiten – bis hin zum Abteilungs- oder Filialleiter. Studieren ist trotzdem keine schlechte Idee, denn der Handel der Zukunft findet online statt. Und da ist spezialisiertes Know-how gefragt. Sollten reine Theoretiker, wie zum Beispiel Absolventen eines Vollzeitstudiums, das Alltagsgeschäft tatsächlich nur auf dem Papier kennen, können sie mit Hilfe einer Trainee-Stelle die notwendigen Erfahrungen sammeln. Hier lernen sie innerhalb von 18 bis 24 Monaten alles, was sie wissen müssen.