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Flugzeuge im Kopf

Praktikum am Flughafen

Am Flughafen ist immer etwas los und deshalb kann ein Praktikum dort nur alles andere als langweilig sein. Jonathan (17) aus Hamburg hat es selbst getestet und ist dabei nicht nur mit Follow-Me Autos übers Vorfeld gedüst.

Praktikum am Flughafen

Am Flughafen passiert ständig irgendwas, alles ist in Bewegung und es kehrt keine Ruhe ein. Weil ich Flugzeuge seit jeher toll finde, habe ich am Flughafen Hamburg-Fuhlsbüttel in der 10. Klasse ein Betriebspraktikum gemacht. Meine Bewerbung lief über die Personalabteilung, die mich nach eingehender Prüfung zum Glück durchgewinkt hat. Der Flughafen ist in Sachen Sicherheit ein hochsensibles Gebiet und jeder, der wichtiges Gebiet betritt, wird vom Sicherheitsdienst ordentlich durchsucht. Damit ich das beim Praktikum nicht jeden Tag durchlaufen musste, bekam ich als erstes einen Ausweis mit Lichtbild – und dann ging es los!

Der erste Tag war einfach aufregend. Ich habe viele neue Sachen kennengelernt und mir war nie langweilig – ganz anders als in der Schule. Am Anfang des Praktikums habe ich auf dem Vorfeld gearbeitet, also dem Bereich, in dem z.B. die Flugzeuge starten und landen, das Gepäck verladen wird oder die Fluggäste ein- und aussteigen. Da habe ich erst mal alle Follow-Me Autos kennengelernt, mit denen ich später täglich gefahren bin. Außerdem zeigten mir die Mitarbeiter die Flugzeugstellplätze, das General Aviation Terminal (das Geschäftsfliegerzentrum), die Hubschrauberlandeplätze, die Jumbos, die Feuerwehr und noch viel mehr. 

Mit dem Push-Back ein Flugzeug wegschieben

Wer auf dem Vorfeld arbeitet, ist für die Verkehrsaufsicht und Vorfeldkontrolle von ganz verschiedenen großen und kleinen Flugzeugen zuständig. Bei der Arbeit ist es laut und man ist dem Wetter ausgesetzt, aber das ist nicht schlimm. Im Gegenteil: Es macht sehr viel Spaß! Zu den Aufgaben gehört nämlich auch das Einweisen der Flugzeuge. Ich durfte mich leider nicht daran versuchen, aber allein zuzusehen, war schon ein Erlebnis. Mit Kellen oder gelben Leuchtstoffröhren steht man vor diesen riesigen Geschossen und zeigt ihnen den Weg auf den Stellplatz, der ihnen und uns vom Tower mitgeteilt wird. Daneben muss man auch für die Sicherheit sorgen, indem man Vögel vertreibt und schaut, dass keine Gegenstände auf den "Ways" liegen. Noch näher kommt man den Maschinen nur in einem "Push-Back". Das sind die Fahrzeuge, die die Flugzeuge aus ihrer Startposition schieben, weil Flugzeuge ja bekanntlich keinen Rückwärtsgang haben. Da unten ist es ziemlich eng und laut, aber so dicht dran zu sein, ist echt genial!
Einmal durfte ich auch in einem Enteisungsfahrzeug mitfahren. Zwar war es so warm, dass kein Flugzeug enteist werden musste, aber die Mitarbeiter haben mir eine Extra-Tour gegeben und mich mit in den Korb genommen, von dem aus sie ein Flugzeug vom Eis befreien. 15 Meter hoch! Und man muss jede Stelle am Flugzeug treffen, nichts darf übersehen werden. Ansonsten kann es in der Luft zu Komplikationen kommen.

Bei der Flughafen-Feuerwehr und den Profis im Kontrollraum

Bei der Flughafen-Feuerwehr war es spannender, als ich erwartet hatte. Dort durfte ich in den gigantischen Fahrzeugen mitfahren, die eigens für den Flughafen gebaut werden, und konnte lernen, wie Teleskopwagen fahren. Außerdem zeigten mir die Mitarbeiter alle möglichen Feuerwehrfahrzeuge und ich durfte die Feuerwehrrutsche runterrutschen! Bei der Luftfahrtbehörde ist es dagegen so, wie man es sich in einer Behörde vorstellt: eher langweilig. Der interessante Teil ist die Apron (engl. Schürze). Sie heißt so, weil das Gebäude wie eine Schürze über das Flughafengebäude hinausragt. So überblickt man den Teil des Vorfeldes, den man vom Tower aus nicht sehen kann, weshalb von dort aus zum Teil auch die Arbeit der Follow-Me Autos koordiniert wird. In der Schürze befinden sich viele Monitore und es ist ziemlich dunkel. Außerdem herrscht eigentlich Ruhe. Alle arbeiten konzentriert, aber als Praktikant darf man trotzdem alles fragen. Das war top! Nebenan wurden die Flugansagen gemacht, z.B., dass dies der letzte Aufruf für Herrn Meier ist, der seinen Flug LH3425 nach Palma kriegen soll. Auch die "Hausmeisterei" war Praktikumsstation: Dazu zählen z.B. die Müllverwertung, Kehrmaschine, Sattelzüge, Kleinkräne und vor allem der Winterdienst. Einmal bin ich mit der Kehrmaschine rausgefahren – und nachdem sie etwa 100 Mal um eine Stelle gefahren ist, war mir schlecht.

Flugzeuge für alle Fälle

Während des Praktikums habe ich den Flughafen von innen und von außen kennengelernt – von den riesigen Tanks für die Fahrzeuge über die kleinen roten Gepäckwagen bis hin zu den Zellen von Gefängnisinsassen, die verlegt werden. Aber die habe ich natürlich nur von außen kennengelernt. Ich durfte auch in das Geschäftsfliegerterminal und die Kontrollstelle – muss aber sagen, dass bei den kleineren Flugzeugen alles ein bisschen ruhiger abläuft. Obwohl auch die Kranken-, Blut- und Organtransporte von dort aus abgewickelt werden, weil es dort schneller geht.

Abgerundet wurde meine Arbeit am Flughafen mit einem Besuch bei der Meteorologiestation auf der anderen Seite, die man nur erreicht, wenn man mit dem Follow-Me Auto auf dem äußersten Rundweg einmal ganz um den Flughafen fährt. Das Praktikum bei der Flughafen Hamburg GmbH war das bestmögliche Betriebspraktikum, das ich machen konnte. Mir wurde von meinen netten Kollegen alles gezeigt und ich durfte nach allem fragen und fast alles machen! Ich kann das Praktikum wirklich nur weiterempfehlen und würde mich freuen, wenn sich jemand gerade wegen dieses Berichts für ein Praktikum am Flughafen entscheidet!

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