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Was kostet ein Gap-Year?

Wenn du ein Gap-Year planst, solltest du dir rechtzeitig überlegen, wie du finanziell über die Runden kommst. Denn nicht immer wirst du für das, was du in deiner Auszeit machst bezahlt. Bei einer Auslandsreise sind die Kosten häufig sogar ziemlich hoch.

Auf die Frage, ob du dir ein Gap-Year finanziell leisten kannst, gibt es keine pauschale Antwort. Denn es kommt darauf an, was du in deiner Auszeit machen willst und wie du bislang gelebt hast. Einen guten Überblick bekommt, wer sich zuerst mit seiner aktuellen Situation beschäftigt. Wenn du weißt, was du derzeit alles bezahlen musst, kannst du die Kosten während deines Gap-Years viel besser einschätzen.

Überblick über deine Ausgaben und Einkünfte

Am besten erstellst du eine Liste mit all den Kosten, die gerade monatlich bei dir anfallen. Zahlst du schon Miete, weil du eine eigene Wohnung hast? Wie viel Geld gibst du für Essen, Freizeitvergnügen und Hygieneartikel aus? Hast du ein eigenes Auto und musst Versicherungen und Sprit zahlen? Was kostet dich dein Handy monatlich? Hast du alle laufenden Kosten eingetragen, entspricht die Summe höchstwahrscheinlich auch den Mindestkosten, mit denen du während deines Gap-Years rechnen musst. Ideal ist es natürlich, wenn du auch eine Liste über deine Einkünfte zusammenstellen kannst. Durch Ferienjobs oder Aushilfstätigkeiten verdienst du vielleicht sogar immer mal wieder etwas. Und wer großzügige Eltern hat wird mit Sicherheit auch neben dem Taschengeld die eine oder andere finanzielle Unterstützung erhalten. 

Die Kosten hängen von deinen Plänen im Gap-Year ab

Wie viel Geld du monatlich in deinem Gap-Year brauchst, hängt vor allem davon ab, was du machen willst. Während eines Studienvorbereitungsjahres beispielsweise verdienst du kein Geld und musst einen Semesterbeitrag zahlen, der je nach Hochschule zwischen 185 Euro und 330 Euro betragen kann. Private Hochschulen erheben stattdessen häufig Studiengebühren. Diese bewegen sich meistens zwischen 200 und 400 Euro monatlich. Während eines Freiwilligendienstes (Bundesfreiwilligendienst, FSJ und FSJ Kultur/Freiwilliges Ökologisches Jahr) bekommst du dagegen ein kleines Taschengeld sowie Kost und Logis umsonst. Damit ist der größte Teil deiner Kosten gedeckt. 
Die wohl größte finanzielle Herausforderung ist ein Gap-Year im Ausland. Denn egal welche Art des Auslandsaufenthaltes du bevorzugst, Flüge und Auslandskrankenversicherungen musst du auf jeden Fall bezahlen. Während du bei einem Au-pair-Aufenthalt freie Kost und Logis genießen kannst und zudem noch ein kleines Taschengeld erhältst, wirst du bei einem Auslandspraktikum in der Regel gar nicht bezahlt. Noch herausfordernder für den Geldbeutel ist die Sprachreise: Ein zweiwöchiger Aufenthalt innerhalb Europas kostet inklusive Übernachtung, Verpflegung und An- bzw. Abreise zwischen 1.000 und 2.000 Euro. Je länger und weiter weg der Aufenthalt, desto teurer wird es. Willst du Work and Travel machen, solltest du ein größeres Startkapital mitbringen, um arbeitslose Phasen finanzieren zu können. Bis zu 2.000 Euro kann ein Monat schnell kosten. Zudem musst du in der Regel finanzielle Rücklagen per Kontoauszug nachweisen können – in Australien sind es sage und schreibe 3.400 Euro.

Möglichkeiten der Finanzierung

Nur selten können junge Menschen die Kosten für ein Gap-Year alleine tragen. Fehlen finanzstarke Eltern, kannst du verschiedene Fördermöglichkeiten in Anspruch nehmen. Wenn du für das Studienvorbereitungsjahr zum Beispiel in eine eigene Wohnung ziehen musst, kannst du entweder über einen Studienkredit an das entsprechende Geld kommen oder du bewirbst dich um eines der vielen Stipendien. Willst du einen Freiwilligendienst im Ausland machen, unterstützen dich Programme wie der "Europäische Freiwilligendienst", "kulturweit" oder "weltwärts". Letztgenanntes wird vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gefördert, das bis zu 75 Prozent der Ausgaben übernimmt. Die restlichen Kosten trägt die so genannte Entsendeorganisation. Alternativ kannst du dich um ein Stipendium bewerben. Es gibt verschiedene gemeinnützige Vereine oder Initiativen, die Auslandseinsätze von Freiwilligen bis zu einem Betrag von 2.000 Euro fördern. Grundsätzlich gilt: Plane dein Gap-Year rechtzeitig und nutze jede Gelegenheit, Geld zu verdienen und zu sparen. Du kannst beispielsweise in den Schulferien jobben, dir Nachbarschaftshilfe bezahlen lassen, Babysitten, Hunde ausführen oder Sachen aussortieren und auf Flohmärkten verkaufen.