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Wie plane ich ein Gap-Year?

Für dich steht fest, dass du nach dem (Fach-)Abitur eine Auszeit brauchst? Wenn du außerdem schon weißt, was genau du in deinem Gap-Year machen willst, kannst du mit der Planung anfangen. Wir erklären dir, wann du loslegen solltest und worauf du achten musst.

Wie bei allen Dingen im Leben gilt auch beim Gap-Year: Es geht nichts über eine gute Planung. Das gibt Sicherheit und erleichtert es dir, dich voll und ganz auf deine Aufgaben während deiner Auszeit zu konzentrieren. Willst du zum Beispiel mit Hilfe einer Vermittlungsagentur ins Ausland gehen, musst du dich unbedingt an die vorgegebenen Fristen halten. Deine offizielle Bewerbung oder Anmeldung für ein bestimmtes Programm muss rechtzeitig eingehen, damit es zu deinem Wunschtermin auch wirklich losgehen kann. Aber auch die Planung eines Studienvorbereitungsjahres oder Freiwilligendienstes ist an Fristen gebunden.

Welche Fristen* gibt es?

Für einen Freiwilligendienst (Bundesfreiwilligendienst, FSJ und FSJ Kultur/Freiwilliges Ökologisches Jahr) kannst du dich bis zum 31. März bewerben. Viele Einsatzstellen starten mit der Einarbeitung ihrer Freiwilligen zwischen dem 1. Juni und 1. August desselben Jahres. Willst du an einem Studienvorbereitungsjahr teilnehmen, gelten die üblichen Einschreibefristen. Für örtlich zulassungsbeschränkte Studiengänge kannst du dich fürs Wintersemester bis zum 15.7. einschreiben, fürs Sommersemester bis zum 15. Januar. Bei zulassungsfreien Studiengängen hast du fürs Wintersemester bis zum 15. September Zeit, fürs Sommersemester bis zum 15. März.
Möchtest du zum Beispiel als Au-pair arbeiten, sind viele Dinge im Vorfeld zu organisieren. Du brauchst eine passende Familie, Visa für das Land in dem du arbeiten willst, Flüge und natürlich begleitende Sprachkurse. Eine Vermittlungsagentur kann dabei helfen. Dort musst du dich je nach Anbieter rund vier bis acht Monate vorher bewerben. Bei einer Sprachreise sind die Anmeldefristen je nach Wunschland und Anbieter unterschiedlich. Es gilt: Je früher, desto besser. Längere Vorläufe brauchst du, wenn du ein Auslandspraktikum machen willst. Diese werden in der Regel ein halbes Jahr vor Beginn vergeben. Noch planungsintensiver wird es, wenn du eine Weltreise oder Work and Travel machen willst. Hier ist eine Vorbereitungszeit von zwölf Monaten sinnvoll. Das liegt an der Vielzahl der Vorbereitungen, die getroffen werden müssen und an langwierigen Behördengängen für Visa und Arbeitserlaubnisse.

Worauf ist noch zu achten?

Bei der Planung deines Gap-Years musst du außer den Fristen für deine Bewerbung oder Anmeldung unbedingt auch die Voraussetzungen beachten. Denn nur wenn du weißt, worum du dich im Vorfeld kümmern musst, klappt es auch mit deiner Auszeit nach dem Schulabschluss. Vor allem bei Auslandsreisen musst du dich rechtzeitig schlau machen, welche Bedingungen das jeweilige Land an deine Einreise oder deinen Aufenthalt stellt. Für Visa als Au-pair brauchst du zum Beispiel in einigen Ländern ein Sprachzertifikat. Und du musst nachweisen, dass du mindestens 200 Stunden Erfahrung in der Kinderbetreuung gesammelt hast. Zudem musst du bei vielen Programmen einen Führerschein besitzen. Und auch ein Gesundheitszeugnis ist in der Regel Pflicht. Auch ein Auslandspraktikum ist nicht einfach so überall möglich. Viele Unternehmen verlangen häufig Berufserfahrung, weswegen Schüler keine große Auswahl haben. Und gesetzlich sind Praktika im Ausland oft nur während der Ausbildung oder des Studiums erlaubt. Willst du Work and Travel machen, zählt vor allem dein aktueller Kontostand. Denn in der Regel musst du bei der Einreise in vielen Ländern finanzielle Rücklagen per Kontoauszug nachweisen können – in Australien sind das mindestens 3.400 Euro. Bis die zusammenkommen, musst du dich höchstwahrscheinlich rechtzeitig um einen Nebenjob kümmern und fleißig sparen.

Wer hilft bei der Gap-Year-Planung?

Vor allem bei Auslandsaufenthalten kannst du eine Vermittlungsagentur oder einen Reiseveranstalter einschalten. Häufig ist das sogar der einfachste Weg, an deinen Wunschaufenthalt zu kommen. Vorteil: Du hast jederzeit einen Ansprechpartner, den du kontaktierenkannst, wenn es Fragen oder Probleme gibt – meistens per Telefon und E-Mail, manchmal sogar vor Ort. Zum Teil bieten die Vermittler sogar Vorbereitungsseminare an oder schicken wie zum Beispiel bei Sprachreisen Betreuer mit, die sich um die Sprachschüler kümmern. Diese Leistungen kosten allerdings auch – je nach Anbieter und Gap-Year-Plan kann das ziemlich schnell teuer werden. Willst du kein Geld für eine Agentur ausgeben, kannst du dir auch Rat über das Internet holen. Schau dich in Blogs und auf bekannten Internetseiten um – praktisch ist es, wenn du dort via Kommentar oder Chat Fragen stellen kannst. Vielleicht helfen dir ja auch deine Eltern oder Geschwister bei den Vorbereitungen. Hier ist allerdings Vorsicht geboten, denn nicht jeder Ratgebende weiß auch wirklich was zu tun ist. Seriöse Alternativen sind neutrale Webseiten wie www.rausvonzuhaus.de oder die Servicestelle für Jugendfreiwilligendienste des Bundesamts für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben.

*Wichtig: Grundsätzlich solltest du dich immer an deiner Wunsch-Hochschule oder bei deinem favorisierten Gap-Year-Anbieter über die genauen Fristen informieren. Diese können sich immer wieder ändern und von Institution zu Institution unterscheiden.