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Altersvorsorge für Azubis und Studenten

Auch wenn das Thema Rente das Letzte ist woran Schüler denken, ist es sinnvoll möglichst früh mit dem Geldsparen anzufangen. Entweder schon während der Ausbildung oder direkt nach deinem Studium. Wir haben verschiedene Möglichkeiten aufgelistet und verraten dir, wie du mit deinem Ersparten am Ende möglichst viel raus bekommst.

Altersvorsorge für Azubis und Studenten

Privat vorsorgen: je früher, desto besser

 

Für viele Schüler, Azubis und Studenten erscheinen die Themen Rente und private Altersvorsorge unglaublich weit weg. Doch das ist fatal, denn je später du anfängst für später vorzusorgen, desto schwieriger wird es. Der Reihe nach: Die gesetzliche Rente allein reicht in den meisten Fällen nicht aus, um im Alter den Lebensstandard zu halten, den man sich während des Berufslebens erarbeitet hat. Wer in Rente geht, bekommt also von einem Tag auf den anderen monatlich viel weniger Geld aufs Konto als zuvor. In besonders krassen Fällen spricht man dann von „Altersarmut“. Um dem Vorzubeugen, ist es wichtig, bei Renteneintritt selbst über Vermögen zu verfügen, mit dem man diese „Finanzlücke“ schließen kann. Dazu hast du ganz unterschiedliche Möglichkeiten, vom Kauf von Aktien über Lebensversicherungen bis hin zum Erwerb von Immobilien. In allen Fällen gilt: Du steckst jeden Monat einen festen Betrag in deine Altersvorsorge. Im Laufe der Jahre wird die angesparte Summe immer größer. Und das Beste: Dein Geld "arbeitet" für dich. Durch Zinsen oder Kursgewinne wird dein Vermögen ganz von allein immer größer. Ein Rechenbeispiel: Lena ist 20 und ist nach ihrer Ausbildung von ihrem Arbeitgeber übernommen worden. Sie entschließt sich, jeden Monat 100 Euro in einen so genannten Banksparplan zu investieren. Mit 67 wird sie in Rente gehen. Bis dahin legt sie also 47 Jahre lang jedes Jahr 1.200 Euro (= 12 x 100 Euro) an. Insgesamt sind das 56.400 Euro. Und jetzt kommt’s: Mit Lenas Banksparplan bekommt sie jedes Jahr 3 Prozent Zinsen auf ihr Geld. Lohnt sich nicht, findest du? Falsch! Zinserträge wachsen nämlich exponentiell. Je länger du ansparst, desto stärker kannst du hiervon profitieren. So wie Lena: Ihr Geld erwirtschaftet nämlich insgesamt 66.033,33 Euro Zinsen für sie – ihr Geld hat sich also nach 47 Jahren  mehr als verdoppelt, und mit Ablauf des Banksparplans bekommt sie satte 122.433,53 Euro ausbezahlt. Du siehst: Je früher du startest, desto besser für dich. Und das sind deine Möglichkeiten:

 

 

Vermögenswirksame Leistungen

 

Mit diesem Begriff sind Zahlungen deines Arbeitgebers gemeint, die er zusätzlich zu deinem Gehalt ausbezahlt. Unter vermögenswirksame Leistungen fallen zum Beispiel Banksparpläne, Lebensversicherungen und Bausparverträge. Der Betrag, den der Arbeitgeber zahlt, liegt zwischen 6 und 40 Euro monatlich. Die Laufzeit der Sparverträge, in die dein Arbeitgeber einzahlt, liegt bei 6 Jahren. Unter bestimmten Voraussetzungen gibt dir der Staat sogar etwas dazu. Möchtest du in Zukunft zum Beispiel eine eigene Wohnung kaufen oder vielleicht sogar ein Haus bauen, könnte der Bausparvertrag zu dir passen. Als Altersvorsorge sind Immobilien beliebt. Bewohnst du ein abbezahltes Haus ode eine abbezahlte Wohnung selbst, sparst du dir die Miete. Oder du vermietest an andere und erzielst auf diese Weise laufenden Einnahmen. Bausparverträge schließt du bei Bausparkassen ab, die Tarife unterscheiden sich je nach Anbieter. Das Prinzip ist aber immer dasselbe: Bei Abschluss des Vertrages wird eine Bausparsumme festgelegt, die du erreichen willst und die für dich und dein Sparverhalten realistisch ist. 40 Prozent dieser Summe wirst du innerhalb der Laufzeit von sieben oder acht Jahren selbst ansparen, im Idealfall mit Unterstützung deines Arbeitgebers. Auf dein erspartes Geld bekommst du Guthabenzinsen in Höhe eines bestimmten Prozentsatzes. Nach der festgelegten Laufzeit bekommst du dein Geld ausbezahlt. Weil du dann aber noch kein Eigentum komplett selbst finanzieren kannst, bekommst du 60 Prozent der Bausparsumme als Darlehen ausgezahlt. In deinem Bausparvertrag steht neben der Höhe des Bauspardarlehens auch, wie hoch deine Tilgungsrate sein wird – also das, was du zahlen musst, um deine Schulden bei der Bausparkasse abzustottern. Löst du den Bausparvertrag nach der vereinbarten Laufzeit auf, muss du für dein angespartes Geld plus Zinsen nicht zwingend eine Wohnung oder ein Haus kaufen. Du kannst dir damit zum Beispiel auch einen lang gehegten Traum erfüllen und zum Beispiel ein eigenes Auto kaufen oder eine Weltreise finanzieren. Diese Option ist aber an bestimmte Bedingungen geknüpft – das Alter zum Beispiel. Du solltest dich also unbedingt vorab gut informieren und prüfen, ob ein Bausparvertrag zu dir und deinen Wünschen passt. Übrigens: Mit einem Bausparvertrag für junge Leute kannst du auch schon in deiner Schulzeit starten. Du kannst dir entweder ein einmaliges Startkapital von deinen Eltern schenken lassen oder sie zahlen bis zum Beginn deiner Ausbildung oder bis zum Ende deines Studiums monatlich einen bestimmten Betrag ein. Weitere Informationen bieten entsprechende Kreditinstitute.

 

 

Betriebliche Altersvorsorge

 

Bei der betrieblichen Altersvorsorge zahlt dein Arbeitgeber eine Zusatzrente. Gesetzlich verpflichtet ist er dazu nicht, es sei denn er ist an Tarifverträge gebunden, in denen es so festgelegt ist. Er kümmert sich für dich um alle Formalitäten: Er wählt die passende Anlageform und ist Vertragspartner des jeweiligen Anbieters. Auch die Beitragszahlung ist seine Aufgabe. Entweder übernimmt er diese freiwillig alleine oder du beteiligst dich daran und lässt einen Teil deines Gehalts in die Betriebsrente mit einfließen. Vorteil der Betrieblichen Altersvorsorge: Es fallen abhängig von der Anlageform bis zu bestimmten Beträgen keine Sozialabgaben und auch keine Steuern an. Sollte dein Arbeitgeber sich gar nicht an der betrieblichen Altersvorsorge beteiligen, kannst du auch alleine in die Zusatzrente einzahlen. Dann kannst je nach Anlageform sogar von einer staatlichen Förderung profitieren. Wichtig zu wissen: Weil solche Verträge bei einem Arbeitgeberwechsel nicht immer fortgeführt werden können, solltest du immer genau darauf achten, welche Anlageform dein Arbeitgeber nutzt. Im Zweifel solltest du diese Form der Altersvorsorge nur dann wählen, wenn du längerfristig in deinem Unternehmen arbeiten willst. Und: Nimmst du die betriebliche Altersvorsorge in Anspruch, sinkt wegen der Sozialabgabenfreiheit auch dein Anspruch auf  die gesetzliche Rente. Schließlich zahlst du weniger Rentenbeiträge ein. Informiere dich also vorab gut, damit du die bestmögliche Altersvorsorge wählen kannst.

 

 

Private Altersvorsorge

 

Ziel der privaten Altersvorsorge ist es, dein Geld so anzulegen, dass es sich durch hohe Zinsen und eine gute Rendite möglichst schnell vermehrt. Weil du als Azubi oder Berufseinsteiger noch nicht allzu viel verdienst, sollte das Ganze auch mit möglichst geringen Beträgen funktionieren und flexibel sein. In Zeiten mit guten Verdiensten solltest du mehr einzahlen können, in Zeiten mit schlechtem oder gar keinem Verdienst entsprechend weniger. Eine Möglichkeit ist die Riester-Rente. Hier zahlst du bis zu deinem Rentenbeginn mindestens 5 Euro monatlich ein, bekommst Zinsen auf dein Erspartes und kannst zusätzlich Geld vom Staat kassieren: eine jährliche Grundzulage von 154 Euro und solange du jünger als 26 Jahre bist einen einmaligen Zuschuss von 200 Euro. Entsprechende Verträge bieten viele Versicherung an - achte darauf, dass der angebotene Vertrag Riester-zertifiziert ist. Alternativ kannst du auch in Fondssparpläne, Banksparpläne mit Extrazins und Tagesgeldkonten mit gesetzlicher deutscher Einlagensicherung investieren. Weil jede Anlageform unterschiedliche Vor- und Nachteile hat (Zinshöhe, Risiko aufgrund von Kapitalmarktschwankungen, etc.) ist es sinnvoll, dass du dich ausführlich beraten lässt. Überlege dir am besten vorab, wie viel Geld du monatlich über einen Zeitraum von 30 Jahren beiseite legen kannst. Du kannst auch andersherum vorgehen: Wie viel Geld willst du später monatlich zusätzlich zur Verfügung haben? In der Regel kannst du mit 20 Jahren rechnen, die du im Rentenalter über die Runden kommen musst. Rechne aus, wie viel Geld du dafür bis zum Renteneintritt monatlich zahlen müsstest.

 

Erst Rücklagen sichern, dann zusätzlich vorsorgen

Alle Arbeitnehmer und auch Azubis zahlen in die Rentenkasse ein, um die gesetzliche Rente zu sichern. Die so genannten Sozialabgaben werden direkt vom Gehalt abgezogen. Weil unklar ist, wie hoch die Renten in ferner Zukunft sein werden, macht eine zusätzliche Altersvorsorge definitiv Sinn - allerdings nur dann, wenn deine Finanzen auch ausreichen. Wer für eine Autoreparatur hinterher doch einen Kredit aufnehmen muss, hat sich keinen Vorteil verschafft. Außerdem müssen sinnvolle Versicherungen (z. B. Berufsunfähigkeitsversicherung) abgeschlossen und bezahlt werden. Rechne das, was dir nach Abzug aller festen und laufenden Kosten bleibt, aus und überlege erst dann, ob du in eine zusätzliche Altersvorsorge investieren kannst.