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Altersvorsorge: Deshalb solltest du dich schon früh damit beschäftigen

Deine Rente wird später auch um einiges niedriger sein als dein monatliches Gehalt in deinem Berufsleben. Wenn du also keine Rücklagen hast, musst du im Alter einen niedrigeren Lebensstandard in Kauf nehmen und kannst dir Dinge, die bisher selbstverständlich waren, möglicherweise nicht mehr leisten. Deswegen ist eine private Vorsorge so wichtig, damit diese sogenannte Rentenlücke geschlossen wird. Die Vorsorge hilft dir dabei, einen höheren Lebensstandard im Alter aufrechtzuerhalten, ohne in finanzielle Schwierigkeiten zu geraten.

Früher musste man sich um seine zukünftigen Finanzen, die man im Alter zur Verfügung haben würde, nicht so viele Gedanken machen wie heute.
Auf einem normalen Sparbuch oder Tagesgeldkonto bekommst du heutzutage in den allermeisten Fällen überhaupt keine Zinsen mehr. Noch ärgerlicher aber ist, dass Geld im Lauf der Zeit an Wert verliert. Diesen Effekt nennt man auch Inflation. Im Schnitt sind das im Jahr 1 bis 3 Prozent. Das heißt, wenn du das Geld einfach nur auf deinem Konto liegen lässt, wird es später immer weniger wert sein.
Durch den Zinseszins-Effekt kann man die Inflation gut ausgleichen, wenn man sein Geld entsprechend gut angelegt hat. Wenn du 100 Euro auf einem Sparbuch parkst, wo es keine Zinsen gibt, wird es bei einer Inflation von 3% in 10 Jahren nur noch ungefähr 74 Euro wert sein. Legst du die 100 Euro aber zu einem Zinssatz von 3% an, hast du in 10 Jahren einen Betrag von ungefähr 135 Euro auf dem Konto, und somit den Wert deines Geldes erhalten. Legst du dein Geld zu einem noch besseren Zinssatz an, machst du entsprechend noch Gewinn und gleichst nicht nur die Inflation aus.

Neben den vermögenswirksamen Leistungen und der betrieblichen oder privaten Altersvorsorge gibt es auch noch weitere Vorsorge-Modelle: Die vom Staat geförderte Riester-Rente und die Investition in Aktien oder Fonds an der Börse.

Riester-Rente

Die Riester-Rente ist eine vom Staat geförderte Altersvorsorge. Dabei zahlst du jeden Monat einen bestimmten Betrag in den Riester-Sparplan ein. Zusätzlich erhältst du jedes Jahr vom Staat einen Zuschuss und musst weniger Steuern bezahlen.

In Zahlen bedeutet das, dass du 175 Euro jährlich an Zuschuss bekommst, sofern du genug in den Riestervertrag einzahlst. Je nachdem wie viel Steuern du bezahlen musst, erhältst du außerdem einen Steuervorteil bis zu einer Höhe von 2.100 Euro jährlich. Das heißt, dass das Finanzamt von deinem Bruttoeinkommen bis zu 2.100 Euro abzieht, sodass du weniger Steuern bezahlen musst.
Solltest du einmal Kinder haben, bekommst du außerdem eine sogenannte Kinderzulage. Diese beträgt momentan 300 Euro jährlich und wird auch in den Riester-Sparplan eingezahlt. (Quelle: finanzen.de)

Wenn du später einmal eine Wohnung oder ein Haus kaufen möchtest, kannst du einen Riester-Bausparvertrag abschließen. Der Vorteil bei einem Bausparvertrag ist, dass du dir hier schon einige Jahre vor dem Kauf einer Immobilie einen niedrigen Zins sichern kannst, mit dem du später deinen Kredit zurückbezahlst.
In den Riester-Bausparvertrag bezahlst du monatlich einen bestimmten Betrag ein, und die staatlichen Zuschüsse werden auch dort eingezahlt. Wenn der Bausparvertrag dann in einigen Jahren soweit bespart ist, dass du einen Kredit aufnehmen kannst, kannst du ein Haus oder eine Wohnung kaufen. Den Kredit bezahlst du dann monatlich zu dem vereinbarten Zinssatz zurück, und die staatlichen Zuschüsse fließen auch in die Rückzahlung ein, sodass der Kredit schneller abbezahlt ist.

Falls Wohneigentum für dich nicht in Frage kommt, oder du dir noch nicht sicher bist, kannst du auch in einen Riester-Fondssparplan einzahlen. Auch hier bezahlst du monatlich einen Betrag, und die staatliche Förderung wandert ebenfalls in den Sparplan. Das Geld wird dann in Renten- und Aktienfonds für dich angelegt. Wenn in diesen Fonds ein Gewinn erwirtschaftet wird, dann wirst du auch daran beteiligt. Konkret heißt das, dass du später, wenn du in Rente gehst und dir deinen Sparplan ausbezahlen lässt, du mehr Geld herausbekommst, als du eingezahlt hast, da bei einer sehr langen Laufzeit der Zinseszins-Effekt eine immer größere Rolle spielt.

Selbst am Aktienmarkt investieren

Wenn du deine Altersvorsorge lieber selbst in die Hand nehmen und die volle Kontrolle darüber haben möchtest, kannst du einen Teil deines Geldes, das du zur Vorsorge nutzen möchtest, am Aktienmarkt investieren. Dabei solltest du dir jedoch im Klaren darüber sein, dass diese Anlagemöglichkeiten risikobehafteter sind als zum Beispiel die Riester-Rente und andere privaten Vorsorgemodelle, die eine Auszahlungsgarantie bieten. Garantien gibt es am Aktienmarkt nämlich grundsätzlich keine.
Dafür sind die Gewinne oft um einiges höher als bei den anderen Anlageformen.

Bei der Investition in Aktien hast du die größten Chancen, hohe Gewinne zu erzielen, kannst aber im schlimmsten Fall auch einen Totalverlust erleiden. Um das Risiko möglichst gering zu halten, empfiehlt sich daher das Investieren in Aktienfonds. Die Rendite liegt im Schnitt bei 7 bis 10 Prozent, also deutlich über der Inflation, sodass du dir im Lauf der Zeit ein sehr gutes finanzielles Polster aufbauen kannst. In viele Aktienfonds kannst du per monatlichem Sparplan einen bestimmten Betrag einzahlen. Gerade für jüngere Menschen, die erst am Anfang ihrer Karriere stehen, kann ein Aktienfond eine sehr gute Altersvorsorge sein. Wenn du nämlich noch mehr als 20 Jahre Berufsleben vor dir hast, kannst du Börsenschwankungen einfach aussitzen und die Entwicklungen am Aktienmarkt entspannt verfolgen. Im letzten Drittel deiner beruflichen Laufbahn kannst du die Anteile deines Fonds dann verkaufen, und weniger risikoreich anlegen, beispielsweise in einem Misch-, Renten-, oder Immobilienfond.