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Lücke im Lebenslauf

Ob du als Bewerber:in für eine Stelle geeignet bist, entscheiden Personalverantwortliche manchmal bereits nach Sichtung des Lebenslaufs. Der sollte überzeugen und möglichst lückenlos sein. Falls du eine Lücke im Lebenslauf hast, geben wir dir nützliche Tipps, welche Fehler du vermeiden solltest.

Wann spricht man von einer Lücke im Lebenslauf?

Bist du mehr als zwei Monate keiner Arbeit nachgegangen, hast kein Praktikum absolviert und weder Weiterbildungen besucht noch eine Ausbildung gemacht? Dann solltest du dir gut überlegen, wie du das im Lebenslauf darstellst, denn schon ab einem Zeitraum von zwei Monaten spricht man von einer Lücke im Lebenslauf. Diese macht Personaler:innen in der Regel skeptisch und stellt deine Eignung für einen Job in Frage. Daher gilt: ehrlich sein, nichts erfinden und die Lücke plausibel begründen. Tatsächlich gibt es aber auch akzeptable Lücken, die nicht wirklich als eine Lücke im Lebenslauf gelten und nachvollziehbar sind. Das können beispielsweise sein: eine ehrenamtliche Tätigkeit, eine Orientierungsphase oder eine Sprachreise.

Gründe für eine Lücke im Lebenslauf

Das Berufsleben verläuft nicht immer geradlinig, das wissen auch erfahrene Personalverantwortliche. Der Arbeitsmarkt ist in den letzten Jahren vielfältiger geworden und befristete Arbeitsverträge sowie berufliche Um- und Neuorientierungen sind heute keine Seltenheit mehr. Gerade als junger Mensch möchtest du dich ausprobieren und in möglichst vielen Bereichen Erfahrungen sammeln. Dabei kannst du deinen lückenlosen Lebenslauf schon mal aus dem Blick verlieren. Generell wird der Trend zur Lücke im Lebenslauf größer, Sabbaticals, Weltreisen oder kreative Auszeiten beliebter. Weitere Gründe für deine Lücke im Lebenslauf können sein:

  • Studienwechsel
  • Gap Year
  • ein längerer Auslandsaufenthalt (mehr als 2 Monate) 
  • Jobverlust durch Kündigung (beispielsweise nach Corona)
  • Ehrenamtliche Tätigkeit
  • Elternzeit oder Kindererziehung
  • Krankheit
  • Pflege von Angehörigen
  • Auszeit zur Selbstfindung

Tipps zum Umgang mit der Lücke:

Egal, welche Ursachen deine Lücke im Lebenslauf hat, wichtig ist, wie du damit umgehst.

  • Achte darauf, dass durch die Form deines Lebenslaufs keine Lücken entstehen: Gebe deine beruflichen Stationen unbedingt mit Monats- und Jahresangaben an, damit sichtbar wird, dass sie ohne Leerlauf ineinander übergegangen sind.
  • Kaschiere eine Lücke im Lebenslauf nie mit falschen Angaben, sondern gehe offen damit um!
  • Auch Soft Skills wie Flexibilität, Belastbarkeit, Kreativität stellen für Personalverantwortliche einen Mehrwert dar. Argumentiere also selbstbewusst und schreibe, welchen Mehrwert die Auszeit für deine Persönlichkeit bewirkt hat.
  • Mit einem Studienwechsel, Ausbildungswechsel oder Ausbildungsabbruch solltest du offen umgehen: Es empfiehlt sich den Ausbildungs- beziehungsweise Studienzeitraum klar zu benennen. Bei Rückfragen ist das für Personaler nachvollziehbar, denn sie sehen es so: Lieber umentscheiden und das Richtige entsprechend der beruflichen Stäken finden als unglücklich und überfordert in einer Branche bzw. in einem Studium zu bleiben. Bei mehrfachem Wechsel wird es allerdings schwierig, denn das wird als Zeichen für Ziellosigkeit und mangelndes Durchhaltevermögen gedeutet.
  • Bist du länger als zwei Monate arbeitslos gewesen ist es abhängig von den Ursachen, wie du das im Lebenslauf darstellst. Wurdest du beispielsweise gekündigt, weil du einen Zeitvertrag hattest, deine Abteilung aufgelöst wurde oder das Unternehmen coronabedingt in die Insolvenz ging? Dann solltest du diesen Entlassungsgrund auch angeben. (z.B. mit der Formulierung: „Kündigung wegen Insolvenz“) Bei einer selbstverschuldeten Kündigung solltest du deine Motivation deutlich machen und unbedingt vermeiden, deinen alten Arbeitgeber schlecht zu machen! Der Begriff Arbeitslosigkeit lässt sich übrigens mit „Arbeit suchend“ positiv umschreiben.
  • Bist du über einen längeren Zeitraum krank gewesen? Dann benenne das im Lebenslauf ohne dabei ins Detail zu gehen. Es reicht völlig aus, wenn du das folgendermaßen formulierst: von/bis: „krankheitsbedingt ohne Beschäftigung“. Und „inzwischen vollständige Genesung“, um den Personalern klar zu machen, dass du in nächster Zeit nicht erneut ausfallen wirst.
  • Gehe offen mit der Lücke im Lebenslauf um. Äußere dich zu einer längeren Lücke am besten im Anschreiben oder spätestens im Bewerbungsgespräch. Das zeigt Stärke und Offenheit.

Fazit:

Eine Lücke im Lebenslauf bedeutet nicht das Karriereaus, vorausgesetzt du gehst offen damit um. Lebensläufe sind heute nicht mehr geradlinig, das wissen auch Personalverantwortliche. Entscheidend ist, die Lücken sinnvoll zu begründen und dabei die richtigen Formulierungen zu nutzen.

Unsere Tipps für deinen Lebenslauf (mit Vorlagen)