Merken

Ausbildung zum Mikrotechnologen

Dauer: 36 Monate
Einstiegsgehalt: Ungefähr 2.650 Euro
Ausbildungstyp: Klassische duale Ausbildung

Das machst du in der Ausbildung

  • Du lernst, wie man mit technischen Unterlagen umgeht, diese richtig liest und anwendet.
  • Ebenfalls lernst du, Skizzen von technischen Unterlagen anzufertigen.
  • Mit den Reinraumbedingungen wirst du vertraut gemacht.
  • Du stellst Prozessparameter ein.
  • Herstellungs- und Montageprozesse werden dir genau erklärt.
  • Du lernst die Schwerpunkte Halbleitertechnik und Mikrosystemtechnik kennen.

Fakten

Abschluss
Mittlerer Schulabschluss
Art der Ausbildung
Klassische duale Ausbildung
Verkürzung möglich?
Ja.
Einstiegsgehalt
Ungefähr 2.650 Euro
Vergütung
Zwischen 900 und 1125 Euro
Ausbildungsdauer
36 Monate

Der Beruf im Detail

Was erwartet dich in dem Job?

Mikrotechnologen stellen nach ihrer Ausbildung selbstständig Mikrochips, Halbleiterkomponenten und Mikrosysteme her und nutzen dafür verfahrenstechnische Prozesse. Mikrochips sind winzig kleine Chips, ohne die Hightechgeräte nicht ihren Dienst tun würden. So beispielsweise Computerchips, Airbagsensoren, Handys oder Hörgeräte, um nur einige zu nennen. In diesen mikrotechnischen Chips und Systemen werden elektronische, mechanische und auch andere Funktionen miteinander verknüpft. All das geschieht sozusagen in Miniaturformat und erfordert eine äußerst präzise Arbeitsweise. Mikrotechnologen müssen demnach auch Fingerspitzengefühl, ein gutes Auge und Konzentrationsfähigkeit mitbringen. Um diese Chips herzustellen, werden von ihnen Löcher in Siliziumplatten geätzt, Kontakte angebracht und Oberflächen beschichtet. Für die Produktion ist ein Reinraum eine Grundvoraussetzung. Da die Chips äußerst empfindlich sind, können bereits kleinste Staubkörner einen großen Schaden anrichten – gerade  wenn Chips mit nanodimensionalen Objekten ausgestattet werden, die kleiner als Staubkörner sind. Das bedeutet, dass Mikrotechnologen in staubfreier Luft arbeiten müssen. Dabei achten sie stets auch auf die Reinheitsanforderungen und tragen Schutzkleidung. Die Einhaltung der Hygienevorschriften ist dabei ganz wichtig und es werden in regelmäßigen Abständen Partikelmessungen der Luft im Reinraum durchgeführt und eventuelle Verunreinigungen umgehend beseitigt. Für die Produktion stellen sie Drehzahl-, Temperatur- und Druckwerte ein, wissen mit Maschinen und Anlagen umzugehen, für deren Instandhaltung sie auch verantwortlich sind. Sie stellen die erforderlichen Arbeitsstoffe zusammen und wissen diese entsprechend zu lagern. So stellen sie beispielsweise Ätzlösungen selbst her. Die sachgerechte und umweltgerechte Entsorgung der Chemikalien ist ebenfalls ein wichtiger Punkt ihrer Arbeit. Im Anschluss an den Produktionsprozess werden sogenannte Endtests durchgeführt, die die Qualität sicherstellen. Mitunter kann es vorkommen, dass Mikrotechnologen nach ihrer Ausbildung ihre Arbeitsschritte mittels englischsprachiger Montage- und Wartungsplänen oder auch Handbüchern planen.

Das Tätigkeitsfeld von Mikrotechnologen gliedert sich in zwei Schwerpunkte. Zum einen in die Halbleitertechnik, wo aus Silizium und anderen Werkstoffen Mikrochips hergestellt werden. Und zum anderen werden im Bereich der Mikrosystemtechnik beispielsweise Airbagsensoren hergestellt. Dafür bringen Mikrotechnologen feine Drähte auf Bauteile an, um so elektrische Präzisionsverbindungen herzustellen.
Ihr Arbeitsplatz ist in erster Linie in Werkstätten und Labors. Auf die Arbeit im Schichtdienst sollten sie sich unbedingt einstellen. Beschäftigungsmöglichkeiten finden Mikrotechnologen bei Herstellern von elektrischen Bauteilen und elektrischen Ausrüstungen für Fahrzeuge, in Unternehmen, die Computerchips oder elektromedizinische Geräte herstellen, sowie bei Forschungsgesellschaften.

Wie läuft die Ausbildung ab?

Eine Voraussetzung, um als Mikrotechnologe arbeiten zu können, ist die dreijährige duale Berufsausbildung. Das bedeutet, dass die Ausbildung sowohl im Betrieb als auch in der Berufsschule stattfindet. Während der Lehre übernimmst du im Unternehmen nach und nach alle Aufgaben, die dich auch im späteren Berufsleben erwarten. Ab dem zweiten Ausbildungsjahr kommt es zu einer Spezialisierung und du kannst zwischen den Schwerpunkten Halbleitertechnik und Mikrosystemtechnik wählen.

In der Mitte des zweiten Ausbildungsjahres legst du den ersten Teil der Abschlussprüfung, ab, er besteht aus den bisherigen Lernfeldern. Dazu zählen beispielsweise Signalverarbeitungsvorgänge und elektrische Grundgrößen, chemische Zusammenhänge für die Halbleiterherstellung, Reinraumbedingungen, Funktionseinheiten diskreter und integrierter Schaltungen, fototechnische Verfahren in der Mikrotechnologie und Funktionsanalysen von Halbleiterwerkstoffen. Der zweite Prüfungsteil erfolgt am Ende deiner Ausbildung und besteht ergänzend aus den Lernfeldern der jeweiligen Spezialisierung. Hinzu kommen die Bereiche der Leitfähigkeit durch Dotierungsverfahren, mikrotechnische Produkte, Qualitätsstandards, Mikrosysteme und verfahrenstechnische Anlagen.

Verkürzungen sind möglich, wenn die Ausbildung in kürzerer Zeit zu schaffen ist. Dann kann ein gemeinsamer Antrag vom Auszubildenden und dem Ausbildungsbetrieb bei der zuständigen Stelle gestellt werden. Vorherige Ausbildungen können je nach Schwerpunkten angerechnet werden. Auch Verlängerungen sind im Einzelfall möglich.

Wie hoch ist das Gehalt?

Du möchtest wissen, welches Gehalt dich während der Ausbildung im Durchschnitt erwartet? Auf unserer Seite rund ums Gehalt findest du alle wichtigen Informationen. Außerdem zeigen wir dir, mit welchem Gehalt du nach der Ausbildung rechnen kannst und welche regionalen Unterschiede möglich sind.

Was musst du mitbringen?

Du musst auf dem Papier keinen Mindestschulabschluss vorweisen können. Laut Bundesagentur für Arbeit bringen Ausbildungsanfänger allerdings meistens einen mittleren Bildungsabschluss oder die Hochschulreife mit. Laut des Datensystems Auszubildende (DAZUBI) des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) haben 53 Prozent der Ausbildungsanfänger die Hochschulreife, 43 Prozent die mittlere Reife, 2 Prozent einen Hauptschulabschluss und 2 Prozent keinen Schulabschluss.

Für die Ausbildung zum Mikrotechnologen sind gute Leistungen in den folgenden Fächern wichtig: Das Fach Physik, da du später im Beruf Spannungen, Ströme und Widerstände messen musst. Werken und Technik, weil du im Labor Versuche durchführen wirst und dafür Versuchsanordnungen mit unterschiedlichen Instrumenten aufbauen musst. Erste Kenntnisse im technischen Werken kommen dir hier ebenfalls zu Hilfe. So auch das Gebiet technisches Zeichen, um Aufbaupläne zu erstellen und zu lesen. Und schließlich das Fach Mathe, um Messreihen auszuwerten und für den Umgang mit statistischem Material. Auf jeden Fall solltest du Fingerspitzengefühl, ein hohes Maß an Konzentrationsfähigkeit, Präzisionsarbeit, ein gutes Auge sowie Planungs- und Organisationstalent mitbringen. Teamfähigkeit und Englischkenntnisse sind ebenfalls erforderlich.

Wie sind die Aufstiegschancen?

Um keine neuen Entwicklungen in deinem Arbeitsbereich zu verpassen, haben Mikrotechnologen nach ihrer Ausbildung eine große Auswahl an Weiterbildungsmöglichkeiten, um später auch in Führungspositionen arbeiten zu können. Ein Studium bietet zusätzliche Berufs- und Karrierechancen.

  • Weiterbildungsmöglichkeiten bieten folgende Bildungsgänge – Prozessmanager in den Bereichen Mikrotechnologie oder Produktionstechnologie.
  • Für Interessierte der Technikerweiterbildung stehen folgende Bereiche zur Auswahl – Techniker Mechatronik, Elektrotechnik Information/Kommunikation oder Automatisierungstechnik.
  • Als kaufmännische Weiterbildung kann der Technische Fachwirt angestrebt werden.
  • Als Aufstiegsweiterbildungen kommen Weiterbildungen als Techniker mit der Fachrichtung Mikrosystemtechnik oder als Techniker mit der Fachrichtung Leiterplattentechnik in Betracht. Eine Meisterweiterbildung bietet der Abschluss Industriemeister Elektrotechnik.
  • Ein Bachelorabschluss der Studienfächer Mikrotechnik, Mikrosystemtechnik, Nanotechnologie oder Sensortechnik kann angestrebt werden. In Frage kommen auch die Studiengänge Automatisierungstechnik, Informations- und Kommunikationstechnik, Produktionstechnik und Wirtschaftsingenieurwesen.

Einstieg Reality-Check

Fit in Mathe

Fit in Bio, Chemie, Physik

Interesse an Technik

Fit in Englisch

Bist du ein Match?

Der Check verrät dir, welcher Weg zu deinen Interessen passt.

Check machen