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Karriere: Apotheker werden

Apotheker werden. So funktioniert’s!

Die Hauptaufgabe eines Apothekers – zumindest das, was man von seinem Wirken sieht – besteht in der Beratung von Menschen. In der Apotheke vor Ort oder im Internet, bei Fachapotheken wie sanicare.de, beraten ausgebildete Apotheker ihre Kunden.

Diejenigen, die ein Rezept einreichen, erhalten eine Information zur Dosierung – auch, wenn der Arzt hierzu vielleicht schon einen Hinweis gegeben hat. Auch die Laufkundschaft, die die Apotheke im Ort ansteuert oder online ordert, braucht Beratung – manchmal sogar mehr als diejenigen, die ein Rezept vorlegen können und genau wissen, was ihnen hilft. Diese Beratung der Kunden ist keinesfalls mit einem Job im Einzelhandel zu vergleichen, denn: Um valide Informationen zu Arzneimitteln geben zu können, braucht es jede Menge Fachwissen. Zudem ist die reine Beratung sowie die Durchführung von Blutzucker-, Cholesterin-, Blutdruck- und Gewichtsmessungen längst nicht alles, was ein Apotheker im direkten Kontakt mit seinen Kunden zu tun hat.

Das macht der Apotheker, wenn er keine Kunden berät

Ein Apotheker ist fundierter Berater. Das weiß jeder Kunde. Doch dass er Betriebswirt ist, der die Warenwirtschaft im Blick hält und Arzneimittel ordert, wenn die Bestände zunichte gehen, das sieht im Kundenraum keiner. Auch die Herstellung und Kontrolle von Arzneimitteln erfolgt nicht unter den Augen der Kundschaft – sondern in einer speziellen Küche oder in einem Labor. Dort wird Wirkstoff für Wirkstoff aufs Milligramm genau abgewogen, um eine Wirkmischung nach einer speziellen Rezeptur zusammenzustellen. Hiervon, also von den selbst kreierten Arzneimitteln, sowie von den fertigen Produkten werden Stichproben gezogen, die als Qualitätskontrolle vorgeschrieben sind.

Um Apotheker zu werden, ist ein Pharmaziestudium Pflicht

Grundvoraussetzung, um Apotheker zu werden, ist ein Pharmaziestudium. Dieses Studium umfasst drei Staatsexamen und eine Approbation, die sich anschließt. Anschließend ist eine Weiterbildung zum Fachapotheker möglich oder eine Promotion.

Um einen Studienplatz zu bekommen, ist das Abitur oder eine fachgebundene Hochschulberechtigung Pflicht. Seit 2020 ist die Studienplatzvergabe für die Pharmazie neu geregelt, heißt es unter pharmazeutische-zeitung.de. Bei Interesse musst du dich künftig auf hochschulstart.de online registrieren und kannst vier Studienstandorte als Wunsch-Orte angeben. Im Wintersemester 2020/2021 wurde der Studiengang Pharmazie an 22 Hochschulen angeboten. 1917 Studienplätze stellten sie zur Verfügung. 10.013 Bewerber kämpften um die Studienplätze, was dem Studiengang einen recht hohen Numerus Clausus (NC) bescherte.

Das Studium, das acht Semester umfasst, ist voll von naturwissenschaftlichen Inhalten – beispielsweise mit Fächern wie Biologie, Physik, Chemie und Mathematik, aber auch mit medizinischen Inhalten.

  • Grundstudium und erstes Staatsexamen. Nach dem Grundstudium legst du das erste von drei Staatsexamen ab. Die Prüfung erstreckt sich über die Prüfungsfächer Chemie, pharmazeutische Biologie, Humanbiologie, Physik, physikalische Chemie, Arzneiformenlehre und pharmazeutische Analytik. Zudem gehören acht Wochen Famulatur zum Grundstudium. Dahinter verbirgt sich ein Berufspraktikum. Mindestens vier Wochen des Praktikums musst du in einer Apotheke absolvieren.
  • Hauptstudium und zweites Staatsexamen. Fünf mündliche Prüfungen von je einer halben Stunde Prüfungszeit beenden dein Hauptstudium mit dem zweiten Staatsexamen. Geprüft werden Inhalte in den Bereichen Chemie, Biologie und Technologie – immer mit dem Schwerpunkt Pharmazie. Auch Biopharmazie, Pharmakologie, Toxikologie und klinische Pharmazie sind prüfungsrelevante Themen.
  • Praktisches Jahr und drittes Staatsexamen. Das PJ, das sogenannte praktische Jahr, schließt sich dem Hauptstudium an und bedeutet inhaltlich, mindestens sechs Monate lang in einer Apotheke zu arbeiten. Die anderen sechs Monate des praktischen Jahres sind frei wählbar. Ähnlich wie bereits beim Berufspraktikum im Grundstudium könnte hier eine Apotheke im Krankenhaus oder bei der Bundeswehr ein möglicher Einsatzort sein. Auch die industrielle Pharmazie oder eine Untersuchungsstelle für Arzneimittel wäre denkbar. Das PJ schließt mit dem dritten Staatsexamen.

Mit dem dritten Staatsexamen in der Tasche kannst du die sogenannte Approbation beantragen, die dich dann dazu berechtigt, dich Apotheker zu nennen.

Alternative Berufe in der Apotheke

Wer kein Abitur hat oder wem das Studium zu zeitaufwändig scheint, der kann eine Alternativroute gehen, um sich den Weg in die Apotheke zu bahnen. Hierfür ist es allerdings wichtig und nötig, zu wissen, welcher Bereich von größtem Interesse ist.

Wenn du in einer Apotheke arbeiten möchtest, könntest du die Ausbildung zum/zur Pharmazeutisch-technischen Angestellten (PTA) absolvieren. Du wirst so ausgebildet, dass du die Arzneimittel auch selbst herstellen darfst. Dieser Ausbildungsberuf wird an einer speziellen PTA-Schule gelehrt. Auch die Pharmazeutisch-kaufmännische Angestellte (PKA) arbeitet in der Apotheke. Allerdings liegt ihr Fokus auf dem betriebswirtschaftlichen Part: Bestellungen, Warenannahme und Präsentation und diese Aufgaben erledigen PKAs in der Apotheke. Hierbei handelt es sich um eine klassische, duale Ausbildung. Im Unterschied zum Apotheker lässt sich festhalten: PTA und PKA unterstützen den Apotheker jeweils in einem Teilbereich. Eine Beratung zu Arzneimitteln dürfen sie nicht übernehmen.

Wer sich zwar inhaltlich für die Produkte in der Apotheke interessiert, aber nicht zwingend im Kundenkontakt aktiv sein will oder muss, kann eine Ausbildung zum Pharmakant in Betracht ziehen. Er ist die Fachkraft, die Medikamente herstellt – allerdings nicht in einer Manufaktur, wie etwa in der Apotheke, sondern in der Industrie und unter Verwendung von industriellen Anlagen. Das Pendant – also derjenige, der frei verkäufliche Cremes, Salben, Lotions und Tropfen verkaufen möchte – ist der Drogist. Hierbei handelt es sich um eine duale Ausbildung, die in einer Drogerie absolviert wird.