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Berufsorientierung: So findest du den Beruf, der zu dir passt

Welche Ausbildung passt zu mir? Soll ich studieren oder lieber direkt ins Berufsleben starten? Im ersten Schritt hast du dich mit deinen Interessen und Fähigkeiten beschäftigt und bist dir darüber klarer geworden, was dir liegt. Jetzt geht es darum, diesen Eindruck mit der Praxis abzugleichen: Welche Ausbildungsberufe oder Studiengänge passen wirklich zu dir, und wie fühlen sich Arbeit, Ausbildung oder Studium im Alltag an?
 

So kannst du dich informieren, orientieren und ausprobieren

Für die Berufsorientierung stehen dir unterschiedliche Wege offen. Manche finden ihre Richtung über Gespräche, andere über praktische Erfahrungen oder gezielte Beratung. Wichtig ist vor allem, verschiedene Möglichkeiten zu nutzen und die Eindrücke miteinander zu vergleichen. Je mehr Einblicke du sammelst, desto sicherer wird deine Entscheidung.

Du kannst zum Beispiel folgende Möglichkeiten nutzen:

Gespräche mit Menschen, die schon weiter sind

Gespräche mit Freund:innen und Bekannten, die beruflich bereits einen Schritt weiter sind und studieren oder eine Berufsausbildung hinter sich haben, können viele offene Fragen klären. Führe am besten richtige Mini-Interviews mit ihnen und vergleiche nachher kritisch die Antworten.

Frag nicht nur „Wie ist der Job?“, sondern auch:

  • Was hat dich überrascht?
  • Was ist stressig im Alltag?
  • Was würdest du heute anders machen?

Studien- und Berufsberatung (online und vor Ort)

Im Rahmen einer Studien- und Berufsberatung helfen dir Expert:innen für die berufliche Orientierung dabei, genau den passenden Ausbildungsweg oder Studiengang zu finden. Solch eine Beratung gibt es direkt an der Uni, oder bei der Bundesagentur für Arbeit. Daneben bieten private Beratungsunternehmen wie Einstieg zusätzliche Orientierung und persönliche Gespräche an.

Tipp: Die Bundesagentur für Arbeit bündelt viele Infos zur Berufsorientierung im Portal meinBERUF. Dort findest du Orientierung im gesamten Berufswahlprozess – von der ersten Idee bis zur Bewerbung.

Praktikum, Nebenjob und Praxistage

Ein Praktikum oder Nebenjob schlägt die Brücke von der Schule ins Berufsleben. Wer zum Beispiel für ein paar Wochen Einblick in den Alltag im Bankwesen oder in einem chemischen Labor gewinnt, kann anschließend mit größerer Sicherheit sagen, ob der Beruf wirklich passt.

Neben klassischen Praktika gibt es inzwischen auch Programme zur Berufsorientierung für Schüler:innen bzw. Absolvent:innen, die über einen längeren Zeitraum praxisnahe Einblicke ermöglichen:

  • Berufsorientierungsprogramm (BOP): Beim Berufsorientierungsprogramm geht es darum, die eigenen Stärken besser kennenzulernen und verschiedene Berufsfelder praktisch auszuprobieren. Nach einer Potenzialanalyse folgen mehrere Praxistage, zum Beispiel in Werkstätten oder Betrieben.
  • Berufseinstiegsbegleitung im Rahmen der Bildungsketten: Die Berufseinstiegsbegleitung richtet sich an Schüler:innen, die beim Übergang von der Schule in die Ausbildung zusätzlichen Unterstützungsbedarf haben. Die Begleitung umfasst Beratung, Unterstützung bei Bewerbungen sowie die Organisation von Praktika und soll helfen, den Einstieg in eine Ausbildung nachhaltig abzusichern.

Berufsorientierungsmessen und Events

Beim Besuch von Berufsorientierungsmessen triffst du auf Vertreter:innen von Hochschulen, Unternehmen, Sprachreise-Veranstalter:innen und öffentlichen Institutionen. Dort kannst du dich über Ausbildungsmöglichkeiten, Studiengänge, Karrierechancen und Auslandsaufenthalte informieren. Häufig gewährt auch ein umfangreiches Vortragsprogramm Einblick in einzelne Berufe und ganze Branchen. Eine gute Vorbereitung lohnt sich: Bei den Einstieg Messen kannst du dich zum Beispiel vorab online mit dem Interessencheck orientieren.

Mappenkurse für Design und Kunst

Wenn du planst, dich an einer Kunst- oder Designhochschule zu bewerben, gehört eine gestaltete Mappe fast immer zur Bewerbung dazu. Eine Mappe zeigt deine eigenen Arbeiten und soll der Prüfungskommission einen Eindruck von deinem Stil, deiner Kreativität und deinen gestalterischen Fähigkeiten geben. Viele Kunst- und Designstudiengänge verlangen so eine Mappe als Teil der Aufnahmeprüfung. Mappenvorbereitungskurse helfen dir dabei, passende Arbeiten auszuwählen, gezielt weiterzuentwickeln und die formalen Anforderungen der Hochschulen zu erfüllen. Solche Vorbereitungskurse gibt es an privaten Instituten, aber auch an manchen Volkshochschulen.

Schnupperstudium, Tag der offenen Tür und Vorsemester

Ein Schnupperstudium bietet dir die Möglichkeit, an einer Hochschule oder Universität probeweise an Vorlesungen, Seminaren oder Laborveranstaltungen teilzunehmen, ohne offiziell eingeschrieben zu sein. So bekommst du einen realistischen Eindruck davon, wie das Studium aufgebaut ist und wie der Alltag an der Hochschule aussieht. Auch der Tag der offenen Tür ist eine gute Gelegenheit, eine Hochschule, für die du dich interessierst, kennenzulernen. Podcast- und Videoinhalte auf den Webseiten der Hochschulen können dir einen ersten Eindruck geben, wenn du nicht persönlich vor Ort sein kannst.

Noch intensiver als ein Schnupperstudium kann ein Vorsemester sein. In einigen Fächern, etwa Biologie oder Medizin, ist es möglich, vor dem eigentlichen Studienstart ein vorbereitendes Lernhalbjahr zu absolvieren. Dabei werden fachliche Grundlagen vertieft und typische Studieninhalte kennengelernt. Solche Vorsemester werden unter anderem von Bildungseinrichtungen wie dem Rheinischen Bildungszentrum Köln angeboten und können helfen, besser einzuschätzen, ob ein Studienfach wirklich passt.

Online-Vorlesungen und digitale Lernplattformen

Viele Hochschulen und Dozent:innen stellen Vorlesungen und Lehrmaterialien online zur Verfügung. Solche Videos und digitale Kurse sind besonders praktisch, weil du sie jederzeit abrufen, anhalten, wiederholen oder mehrmals anschauen kannst.

Es gibt außerdem digitale Lernplattformen, auf denen Hochschulen Online-Kurse bereitstellen:

Bei den Plattformen Coursera und Iversity kann man beispielsweise nach einem Abschnitt von fünf bis zwanzig Minuten jeweils ein paar Fragen zur Vorlesung lösen und direkt überprüfen, ob man alles verstanden hat – und ob ein entsprechendes Studium beziehungsweise der Uni-Alltag für einen geeignet wäre.

  • openHPI: Die MOOC-Plattform des Hasso-Plattner-Instituts bietet frei zugängliche Online-Kurse zu verschiedenen Themen, vor allem aus Informatik, Digitalisierung und verwandten Bereichen.
  • OPEN vhb: Über die Plattform der Virtuellen Hochschule Bayern kannst du offene Online-Kurse nutzen, die von mehreren bayerischen Hochschulen gemeinsam angeboten werden. Die Themen reichen von Geistes- und Sozialwissenschaften über Informatik bis zu Wirtschaftsthemen.
  • iversity: Eine MOOC-Plattform mit Sitz in Berlin, auf der Universitäten und Expert:innen Online-Kurse zu unterschiedlichen Themen veröffentlichen. Einige Kurse sind kostenlos und eignen sich, um in Studieninhalte reinzuschauen.

Berufsorientierung: Erfahrungen sammeln, Entscheidungen treffen

Erst wenn du gesehen hast, wie ein Beruf wirklich aussieht, wie Lernen im Studium abläuft oder wie sich der Alltag in einer Ausbildung anfühlt, bekommst du ein realistisches Bild. Die verschiedenen Angebote, die du kennengelernt hast, erfüllen dabei unterschiedliche Zwecke: Manche helfen dir, erste Ideen zu entwickeln, andere dabei, eine Richtung zu überprüfen oder Alternativen auszuschließen. Wenn du dir Zeit nimmst, dich auszuprobieren, und ehrlich reflektierst, was dir liegt und was eher nicht, hast du eine stabile Grundlage für den nächsten Schritt: die Berufsentscheidung.

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