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Bewerbung bei der Polizei

11. März 2019

Die Polizei gilt bei Schülern als einer der beliebtesten Arbeitgeber. Mit einem guten Schulzeugnis allein kannst du hier aber nicht punkten. Vor der Aufnahme musst du dich einem komplexen Einstellungstest unterziehen. Wir zeigen dir, was auf dich zukommt und wie du dich vorbereiten kannst.

Wer kann sich bei der Polizei bewerben? 

Grundsätzlich kann sich jeder bei der Polizei bewerben, der deutscher Staatsangehöriger oder ein Mitglied aus einem anderen EU-Mitgliedsstaat ist. Darüber hinaus gibt es eine ganze Reihe weiterer Kriterien. Bist du vorbestraft, dann bist du raus. Verfügst du mindestens über das Sportabzeichen in Bronze? Perfekt. Eine weitere Hürde kann deine Körpergröße sein: Abhängig vom jeweiligen Bundesland reichen 1,60 m bis 1,68 m, bist du kleiner, hast du keine Chance. Auch chronische Krankheiten können ein Knock-Out-Argument sein, ebenso Tätowierungen und Piercings. Du strebst den gehobenen Dienst an? Dann solltest du die Hochschulreife oder die Fachhochschulreife vorweisen können. Bewirbst du dich für den mittleren Dienst, reicht die Mittlere Reife. Ein Hauptschulabschluss reicht nur, wenn zugleich auch eine abgeschlossene Berufsausbildung nachgewiesen werden kann. Die größte Hürde ist allerdings der Einstellungstest. Hast du den bestanden, steht deiner Karriere bei der Polizei nichts mehr im Weg.

Hier findest du alle Infos zur Ausbildung bei der Polizei:

Wie laufen Bewerbung und Aufnahmeverfahren ab?

Auch bei der Polizei steht die Bewerbung am Anfang des Aufnahmeverfahrens. Zusammen mit dem ausgefüllten Bewerbungsformular der Polizei, das du auch online beziehen kannst, reichst du weitere angeforderte Bewerbungsunterlagen (u.a. tabellarischer Lebenslauf, Dokumente wie Personalausweis, Führerschein etc.) ein. Achte darauf, die Bewerbungsfrist einzuhalten. Deine Unterlagen werden dann bei der Polizei auf Vollständigkeit überprüft. Außerdem musst du die formalen Einstellungsvoraussetzungen erfüllen. Erst dann wirst du zum Einstellungstest eingeladen.

Der Einstellungstest

Der Polizeiberuf ist vielfältig und stellt körperlich wie geistig-seelisch eine Reihe von Anforderungen. Der Einstellungstest spiegelt dies in seinen zahlreichen Modulen wieder. Je nach Bundesland fällt er etwas anders aus. Die Bausteine des Auswahlverfahrens setzen sich zusammen aus Wissenstests, Sportprüfungen und polizeiärztlichen Untersuchungen.


Der PC Test

Stelle dich auf zwei Stunden ein, in denen am PC unter Zeitdruck deine analytischen Fähigkeiten, deine Lernfähigkeit und dein Gedächtnis geprüft werden. In einer Art Deutschtest musst du zeigen, dass Grammatik, Interpunktion und Orthographie kein Problem für dich sind. Hier ist die Durchfallquote am höchsten. Allgemeinbildung und Fachwissen, Mathe, logisches und visuelles Denkvermögen, Konzentrations- und Merkfähigkeit sowie Reaktionsschnelligkeit sind weitere Module des Tests. All das sollte dich aber nicht abschrecken, denn mit einer Reihe von Tipps, Apps, Online-Tests und Fachliteratur kannst du dich gut vorbereiten. Hast du den Test bestanden, rutschst du automatisch ins nächste Testverfahren. Erreichst du hier nicht die erforderliche Punktzahl, scheidest du aus.

Der Sporttest

Willst du dich bei der Polizei bewerben, solltest du sportlich sein. Auch das kannst du vor dem Eignungstest trainieren. Zum Standardprogramm beim Test gehören Ausdauerlauf, Hindernisparcours, manchmal auch Liegestütze und Klimmzüge. Manche Landespolizeien verzichten auf den Sporttest, erwarten dafür aber die Vorlage von Sportabzeichen.

Das Vorstellungsgespräch

Auf das Interview kannst du dich sehr gut vorbereiten. Dazu gibt es im Netz zahlreiche Tipps. Die Prüfer interessieren sich in erster Linie für deine berufliche Motivation und deine Persönlichkeit. Eine mögliche Frage wäre beispielsweise: „Was würden Sie als Ihre größten Stärken und Schwächen bezeichnen?“

Das Assessment-Center

Bei den Aufgaben, die im sogenannten Assessment-Center der Polizei auf dich zukommen, geht es vor allen Dingen um deine kommunikativen und sozialen Fähigkeiten. In Rollenspielen, beispielsweise im Konfliktgespräch mit einem Kollegen, Gruppendiskussionen und Gruppenaufgaben achten die Prüfer auf deine problemlösenden und sozialen Kompetenzen. Zur Vorbereitung empfiehlt es sich im Freundes- oder Familienkreis vorab schon einmal eine Gruppendiskussion mit Beispielthemen zu führen.

Polizeiärztliche Untersuchung

Beim medizinischen Check-Up wird geprüft, ob Du polizeidiensttauglich bist. Der Test umfasst in der Regel: Hör- und Sehtest sowie ein EKG und eine Lungenkapazitätsmessung. Blut- und Urintests, Drogenscreening und die Ermittlung deiner Körpergröße und deines Body-Maß-Index gehören meistens auch dazu.

Geschafft! 

Das Auswahlverfahren endet mit der Auswertung deiner Tests. Wie hoch deine Gesamtpunktzahl ist, entscheidet über deinen „Rangordnungswert“. Die verfügbaren Stellen werden auf Grundlage dieser Rangliste „von oben nach unten“ besetzt. Deiner Ausbildung steht nun nichts mehr im Weg!

 

Ist die Bewerbung in allen Bundesländern gleich?

Nein, das Bewerbungsverfahren läuft nicht in allen 16 Bundesländern einheitlich ab. In manchen Bundesländern dauert es nur einen Tag, in NRW hingegen 3 Tage. Auch Mindestkörpergröße und Höchstalter sind nicht einheitlich geregelt.

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