Ausbildung als Winzer/in

Dauer: 3 Jahre
Einstiegsgehalt: zwischen 1.900 und 2.200 Euro
Ausbildungstyp: Klassische duale Ausbildung
Merken

Das machst du in der Ausbildung

  • Du lernst technische, wirtschaftliche und ökologische Zusammenhänge im Betrieb kennen und Maschinen und Geräten im Weinbaubetrieb zu bedienen.
  • Du arbeitest viel im Freien und mit der Hand, nutzt aber auch landwirtschaftliche Maschinen.
  • Du bearbeitest den Boden des Weinbergs, pflanzt Weinstöcke und pflegst sie.
  • Du lernst, wie man die Rebe vor Krankheiten und Schädlingen schützt, wie Gärprozesse, Maische­ und Mostbehandlung ablaufen und was beim Umgang mit Dünge- und Pflanzenschutzmitteln zu beachten ist.
  • Du wirst die Trauben auflesen, also von der Rebe entfernen, und zu Rotwein, Weißwein oder Sekt weiterverarbeiten.
  • Du füllst den Wein in Flaschen ab, etikettierst sie und überlegst dir eine Marketingstrategie, um den Verkauf anzukurbeln.
  • Du lernst, Weine zu unterscheiden, auf ihre Qualität zu prüfen und Kunden zu beraten.

Fakten

Abschluss
Fachhochschulreife
Art der Ausbildung
Klassische duale Ausbildung
Verkürzung möglich?
Ja.
Einstiegsgehalt
zwischen 1.900 und 2.200 Euro
Vergütung
1. Ausbildungsjahr: 520 bis 620 Euro 2. Ausbildungsjahr: 575 bis 675 Euro 3. Ausbildungsjahr: 615 bis 785 Euro
Ausbildungsdauer
3 Jahre

Der Beruf im Detail

Was erwartet dich in dem Job?

Winzer sind wahre Weinkenner. Sie kennen sich bestens mit Anbau, Ernte, Verarbeitung und Vermarktung von Trauben aus. Auf dem Weinberg kümmern sie sich um Boden- und Pflanzenpflege – dabei spielen die Auswahl der zum Klima passenden Pflanzen, deren Düngung und Schädlingsbekämpfung eine entscheidende Rolle. Nur wenn die Bedingungen ideal sind, ist ein hoher Ertrag bei guter Qualität möglich. Bei der Weinlese ist mit Unterstützung von Erntehelfern in der Regel immer noch  Handarbeit gefragt. Danach geht es an die Verarbeitung der Trauben. Dabei überwachen Winzer den Gärungsprozess, geben Zusatzstoffe zu, überwachen die Temperatur und kontrollieren Geschmack und Konsistenz des Weins. Weil sich die Trends in Sachen Geschmack und Optik immer wieder ändern, beobachten Winzer den Markt regelmäßig. Und auch die Vermarktung ihres edlen Tropfens übernehmen sie selbst: Sie designen ansprechende Flaschenetiketten, kalkulieren Preise und bringen die Flaschen an Zwischenhändler und Endkunden.

Als Winzer kannst du dich langfristig selbstständig machen. Du kannst aber auch in größeren Weinbaubetrieben, in Kellereien, beim  Landhandel oder in Agrarfirmen arbeiten.

Wie läuft die Ausbildung ab?

Die Ausbildung zum Winzer ist eine duale Ausbildung. Das bedeutet, dass du die theoretische Ausbildung an einer Berufsschule absolvierst und die praktische Ausbildung im Betrieb. Ziel ist es, das theoretische Wissen direkt in der Praxis anzuwenden. Du beschäftigst dich in der Ausbildung zur Winzerin zum Beispiel mit folgenden Fragen: Welche Arbeiten stehen am Rebstock an? Wie wird die Traubenlese vorbereitet und durchgeführt? Worauf kommt es bei der Traubenverarbeitung an? Welchen Einfluss haben Boden und Witterung auf die Pflanzen? Wie ermittelt man Mostgewicht und Säuregehalt? Und wie funktionieren Kellerwirtschaft und Vermarktung?

Am Ende des zweiten Ausbildungsjahres steht eine Zwischenprüfung an, bei der du einen schriftlichen und einen praktischen Teil absolvieren musst. Am Ende deiner Ausbildung zum Winzer wartet die Abschlussprüfung auf dich, bei der du dich schriftlich, praktisch und mündlich beweisen musst.

Wie hoch ist das Gehalt?

In der Ausbildung:
1. Ausbildungsjahr: 450 bis 700 Euro
2. Ausbildungsjahr: 600 bis 850 Euro
3. Ausbildungsjahr: 600 bis 850 Euro

Im Beruf:
Je nach Bundesland, Berufserfahrung und Zusatzqualifikation liegt das Gehalt eines Winzers zwischen 1.900 und 3.200 Euro.

Einstiegsgehalt:
In den ersten beiden Jahren nach der Ausbildung kannst du mit einem Einstiegsgehalt zwischen ca. 1.900 und 2.200 Euro rechnen.

Was musst du mitbringen?

Möchtest du eine Ausbildung zur Winzerin machen, musst du auf dem Papier keinen Mindestschulabschluss vorweisen können. Laut Bundesagentur für Arbeit bringen Ausbildungsanfänger allerdings in der Praxis häufig die Fachhochschulreife mit.

Weil Winzer mit Pflanzen arbeiten, sollten sie ein großes Interesse an Biologie und Ökologie mitbringen. Um chemische Zusatzstoffe, Dünge- und Pflanzenschutzmittel einsetzen zu können, ist zudem grundlegendes Wissen in Chemie von Vorteil. Und bei der Berechnung von Mostgewicht und Anteilsberechnungen kommt Mathematik ins Spiel. Wichtig ist auch, dass du als angehender Winzer technisches Verständnis mitbringst. Denn im Weinkeller kommen Computer und Maschinen zum Einsatz, die immer wieder neu eingestellt und repariert werden müssen. Die Arbeit als Winzer ist körperlich anstrengend, denn viele Aufgaben werden von Hand auf dem Weinberg erledigt: das Zurückschneiden der Reben, die Traubenernte und die Bodenpflege zum Beispiel.

Wie sind die Aufstiegschancen?

Um keine neuen Entwicklungen in deinem Arbeitsbereich zu verpassen, haben Winzer eine große Auswahl an Weiterbildungsmöglichkeiten.

  • Beispielsweise kannst du dich in Themengebieten wie Weinbau oder Pflanzenschutz fortbilden lassen.
  • Mache alternativ eine Weiterbildung zum Winzermeister oder Weinküfermeister, um beruflich voranzukommen.
  • Auch durch ein Studium kannst du dir weitere Karrierechancen erarbeiten, beispielsweise durch ein Bachelorstudium im Fach Önologie oder Agrarmanagement.

Einstieg Reality-Check

Fit in Mathe

Fit in Bio, Chemie, Physik

Sorgfalt und Genauigkeit

Verantwortung übernehmen

Bist du ein Match?

Der Check verrät dir, welcher Weg zu deinen Interessen passt.

Check machen