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BWL, VWL und Wirtschaftswissenschaften studieren

Wer Wirtschaft studieren möchte, hat mit Betriebswirtschaftslehre (BWL), Volkswirtschaftslehre (VWL) und Wirtschaftswissenschaften verschiedene Möglichkeiten. Wir erklären, wo die Gemeinsamkeiten und Unterschiede liegen.

BWL, VWL oder Wirtschaftswissenschaften?

Die gegenseitige Abgrenzung der drei Fächer ist eigentlich relativ leicht: BWL und VWL sind die zwei großen Fachbereiche der Wirtschaftswissenschaften. Studierst du also Wirtschaftswissenschaften, lernst du sowohl betriebswirtschaftliche, als auch volkswirtschaftliche Inhalte. Alle drei Fächer beschäftigen sich mit wirtschaftlichen Prozessen und Zusammenhängen. Möchtest du Wirtschaft studieren und Karriere im Management machen, liegst du in diesem Studienbereich genau richtig. Es gibt allerdings einige inhaltliche Unterschiede, die du dir vorher bewusst machen solltest. Schau dir dafür auch immer die Studienverlaufspläne an den einzelnen Hochschulen an. Denn auch wenn die Studienfächer gleich heißen, können ihre Inhalte variieren. So gibt es Hochschulen, die beispielsweise das Fach Wirtschaftswissenschaften anbieten, inhaltlich aber ausschließlich BWL-Wissen vermitteln. Je nach Hochschule kann die Bezeichnungen der Studienfächer auch eine ganz andere sein: BWL findest du beispielsweise auch unter dem Begriff Business Administration und VWL kann auch Sozialökonomie heißen. Verwandte Studienfächer sind Business Management und Internationale Betriebswirtschaft. Möchtest du definitiv im Management arbeiten, gibt es zahlreiche spezifische Studienmöglichkeiten, die dich auf den Manager-Beruf vorbereiten. Neben betriebswirtschaftlichen Grundkenntnissen kannst du dich hier häufig auf einen bestimmten Fachbereich wie beispielsweise Sport, Gesundheit, IT oder Medien festlegen.

BWL studieren

Möchtest du dich nicht sofort thematisch spezialisieren und dir deine beruflichen Möglichkeiten in der Wirtschaft erst einmal ganz offen halten, passt das Fach BWL zu dir. Wie schon die Bezeichnung Betriebswirtschaftslehre verrät, stehen bei diesem Studium betriebs- bzw. unternehmensorientierte Inhalte im Fokus. Du untersuchst ökonomische Abläufe aus der Unternehmer-Perspektive. Dementsprechend beschäftigst du dich mit Fragen rund um die Optimierung von wirtschaftlichen Prozessen in einem Unternehmen. Du lernst alles über die Organisation und Führung eines Betriebs. Die Inhalte des BWL-Studiums drehen sich also in erster Linie um das einzelne Unternehmen. In den ersten Semestern erlernst du wirtschaftliches Basiswissen. Dazu gehören Mathematik, Rechnungswesen und Statistik. Es folgen Fächer wie Management, Marketing, Personalwesen und Unternehmensführung. Du wirst quasi zum Allrounder und für unterschiedliche Unternehmensbereiche ausgebildet. Im Laufe des Studiums kannst du anhand deiner Interessen Vertiefungen wählen, die dich zusammen mit Praxisprojekten auf den Berufsalltag vorbereiten sollen. Je nach Hochschule beschäftigst du dich auch mit rechtlichen und sozialwissenschaftlichen Fragen.

VWL studieren

Im Gegensatz dazu schaut sich die Volkswirtschaftslehre gesamtwirtschaftliche Prozesse im Zusammenhang mit gesellschaftlichen Entwicklungen an: also das große Ganze. Der Fokus liegt hier nicht auf dem einzelnen Unternehmen, sondern auf dem gesamten Wirtschaftssystem. Im VWL-Studium beschäftigst du dich mit den Einflüssen von ökonomischen Faktoren wie Einkommen, Angebot und Nachfrage auf die Wirtschaft. Neben wirtschaftlichen Prozessen untersuchst du auch menschliches Verhalten und beschreibst mithilfe dessen die Entwicklung von Preisen, Löhnen, Handel, etc. Hast du dich für das Fach VWL entschieden, belegst du wie im BWL-Studium mathematisch-wirtschaftliche Grundlagenfächer. Im weiteren Studienverlauf besuchst du Kurse wie Wirtschaftstheorie, Wirtschaftspolitik, Industrie- und Umweltökonomik, Finanzwissenschaft oder Gesundheitsökonomik. Du lernst wichtige volkswirtschaftliche Modelle und Theorien kennen, mithilfe derer du Zusammenhänge zwischen Ökonomie und Gesellschaft untersuchen kannst. Du beschäftigst dich beispielsweise mit der Frage, wie ein gutes Steuersystem aussieht oder welche Auswirkungen Arbeitslosigkeit auf die Wirtschaft hat. VWL überschneidet sich häufig mit anderen Themengebieten, weshalb du je nach Hochschule auch Einblicke in Fächer wie Soziologie, Psychologie oder Jura erhältst.

 

Wirtschaftswissenschaften studieren

Das Fach Wirtschaftswissenschaften verbindet diese beiden Teildisziplinen. Wenn dich die gesamtheitliche Lehre der Wirtschaft interessiert, bist du hier gut aufgehoben. Dementsprechend beschäftigst du dich in diesem Studium mit den wichtigsten Inhalten beider Fächer. Während es in allen drei Fächern zu Beginn des Studiums sehr theoretisch zugehen kann, wird es häufig mit zunehmendem Semester praxisorientierter. Das mathematisch-analytische und wirtschaftliche Grundverständnis, welches du in den ersten Semestern lernst, kommt dann in Praxisprojekten, Praktika, Analysen und Präsentationen zum Einsatz. Häufig sind die Themen in der aktuellen Politik und Wirtschaft zu finden. Je nach Hochschule finden die Projekte auch schon in Kooperation mit Unternehmen statt und du bekommst dadurch die Möglichkeit, wichtige Kontakte zu knüpfen. Da ökonomische Prozesse auch über die Grenzen Deutschlands hinausgehen, verbesserst du auch deine Sprachkenntnisse und belegst Kurse wie Business English.

Merkst du während des Studiums, dass dich doch eine der Disziplinen etwas mehr interessiert, kannst du dich häufig noch im Master spezialisieren. Aber auch wenn du dich direkt für BWL oder VWL entscheidest, bist du nicht für immer auf den einen Bereich festgelegt. Auch im VWL-Studium lernst du betriebswirtschaftliche Grundlagen und umgekehrt. Außerdem kannst du in höheren Semestern häufig Vertiefungen wählen und dir somit noch mehr Wissen aus dem anderen Fach aneignen.

Wirtschaft studieren - Passt das zu dir?

Möchtest du BWL, VWL oder Wirtschaftswissenschaften studieren, musst du einige Voraussetzungen erfüllen. Du benötigst mindestens die Fachhochschulreife und für das Studium an einer Universität sogar das Abitur. An fast jeder Hochschule in Deutschland kannst du mindestens eines dieser drei Fächer studieren. Häufig regelt die Zulassung zum Studium noch immer der NC (Numerus Clausus). Der kann allerdings stark variieren, weswegen du auch mit einem nicht so guten Schulabschluss Chancen auf einen Studienplatz hast. Neben dem allgemeinen Interesse an Wirtschaft, Politik, Gesellschaft und Recht, solltest du auch Spaß am Umgang mit Zahlen haben und analytisch denken können. Das ist das A und O, wenn du Wirtschaft studieren möchtest. Fast alles, was du im Studium lernst und später anwendest, baut auf einem mathematischen Grundverständnis auf. Da dich das Studium in erster Linie auf einen Beruf in der freien Wirtschaft vorbereitet, solltest du außerdem ehrgeizig sein, ein sicheres Auftreten haben, gut mit Menschen umgehen können und Entscheidungen treffen sowie Verantwortung übernehmen können.

Deine Berufs- und Karriereaussichten

Trotz der Beliebtheit der Wirtschaftsfächer und der daraus resultierenden Job-Konkurrenz, stehen deine Chancen für einen sicheren Berufseinstieg sehr gut. BWLer, VWLer sowie Wirtschaftswissenschaftler sind fast überall zu finden und werden mit ihrem Fachwissen auch in Zukunft weiterhin gebraucht. Dementsprechend stehen dir nach dem Studium viele Wege offen. Mit einem BWL-Abschluss in der Tasche, kannst du in Unternehmen beispielsweise als Marketing Manager, Controller oder Personaler arbeiten. Oder du bist in einer Unternehmensberatung tätig und unterstützt Betriebe mit deinem Expertenwissen bei wichtigen Entscheidungen. Als VWLer kannst du ebenfalls in Unternehmen oder bei einer Beratung tätig sein. Aber auch in der öffentlichen Verwaltung, in den Medien, im Finanz- und Steuerwesen, bei Wirtschaftsverbänden oder in der Marktforschung sind Volkswirte gerne gesehen. Egal welches der drei Fächer du studiert hast: Wenn du zielstrebig bist und Interesse zeigst, kannst du in jedem dieser Berufsfelder erfolgreich sein. Nutze die praktischen Projekte und Praktika während des Studiums, um auszutesten, welcher Fachbereich dir besonders Spaß macht und wo du dich in Zukunft beruflich sehen könntest. Möchtest du in einer höheren Management-Position arbeiten, solltest du auf jeden Fall auch einen Masterabschluss machen. In der freien Wirtschaft sind dir mit einem guten Studienabschluss, viel Ehrgeiz und innovativen Ideen auf der Karriereleiter nach oben hin keine Grenzen gesetzt.