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Ein Startup gründen - in 7 Schritten zum eigenen Unternehmen

10. Februar 2020

Du hast eine tolle und innovative Idee für ein Geschäftsmodell, eine Dienstleistung oder ein Produkt und möchtest damit ein Startup gründen? Wir sagen dir, wie es geht.

Startup gründen Startup Gründer Startup Ideen finden
  • Zentrales Element eines Startups ist eine tolle Geschäftsidee, die neu, innovativ und eventuell bahnbrechend ist
  • Dein Gründer-Team sollte aus verlässlichen Partnern mit Know-How in technischen, vertrieblichen und betriebswirtschaftlichen Fragen bestehen
  • Eine Analyse des Marktes und der Wettbewerber ist wichtig
  • Ein Businessplan bringt Struktur in die Gründung
  • Startup gründen ohne Eigenkapital? Es gibt zahlreiche Förderungsmodelle
  • Welche Rechtsform wähle ich für mein Startup? GmbH oder GbR?
  • Die letzten Schritte: Namensgebung, Notar und Eintrag ins Handelsregister, Gewerbeanmeldung und Anmeldung beim Finanzamt

Innovative Startup Ideen finden

Fast täglich entstehen in Deutschland neue Startups, also neu gegründete Unternehmen mit einer innovativen Geschäftsidee und einem hohem Wachstumspotenzial. Das sind die Faktoren, die ein Startup klar von deinem neuen Friseursalon um die Ecke unterscheiden. Im Jahr 2019 gab es bundesweit 1033 Neugründungen. Mittlerweile gibt es Startup Messen und sogar eine Website von The Simple Club mit Ratschlägen für Startup-Teens. Die meisten Startup Gründer gab es im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologie oder im Nahrungsmittel- und Konsumgütersektor. Neue Startup Ideen finden ist also gar nicht so einfach! Durchschnittlich sind die Gründer zwischen 25 und 34 Jahre alt. Die Ideen sind so bunt wie unterschiedlich: vom naschbaren Biokeksteig aus dem Becher, über interaktive Hörspiele bis hin zu personalisierten Kinderbüchern. Alle Startups haben eins gemein: Am Anfang stand eine besondere Geschäftsidee.

Das passende Team finden

Ein Startup gründet sich nicht von allein. Du brauchst verlässliche Partner mit Talenten, die sich gegenseitig ergänzen. Idealerweise sollte in deinem Team jemand sein, der sich mit Vertrieb und Technik auskennt und jemand, der das notwendige Know-How in betriebswirtschaftlichen Fragen mitbringt. Da du mit diesem Team viel Zeit verbringen wirst, ist es wichtig, dass die Chemie stimmt.

Markt und Wettbewerber kennen

Hast du eine innovative Idee für ein Startup gefunden, solltest du dir die Frage stellen, ob das Geschäftsmodell einen Markt hat. Eine unzureichende Marktanalyse hat nämlich schon so manch jungen Gründer scheitern lassen. Wie genau soll das Produkt aussehen? Wer sind die Zielkunden? Wo liegt der Absatzmarkt? Wer sind die wichtigsten Konkurrenten und wie setze ich die Idee um? Hast du vielleicht eine Marktlücke entdeckt? Oder bist du als sogenannte Copy-Cat unterwegs und hast einen Trend aus dem Ausland dem deutschen Markt angepasst. In jedem Fall solltest du immer streng darauf achten, kein internationales Patent- oder Schutzrecht zu verletzen. 

Ein Startup gründen: Nicht ohne Businessplan!

Ein professioneller Businessplan hilft Struktur in die Gründung zu bringen. Der Plan sollte ein Kurzporträt des Geschäftsmodells, die Vorstellung eures Teams, die Erläuterung der Geschäftsidee (Produkt oder Dienstleistung), eine Marktübersicht (Zielgruppe und Absatzchancen), eine Marketingstrategie, die Unternehmensorganisation (Rechtsform – GmbH - , Standort, Personal), einen auf drei Jahre angelegten Finanzplan und schließlich eine SWOT-Analyse (Stärken, Schwächen, Chancen, Risiken) enthalten. Mittlerweile gibt es auch gute Vorlagen zu einem komprimierten Businessplan, beispielsweise das Business Model Canvas. Ein gut durchdachter Businessplan ist besonders dann wichtig, wenn du auf Fremdkapital angewiesen bist. Gerade wenn es um die Kapitalbeschaffung geht, sind Gründerwettbewerbe ideal. Hier kannst du deinen Businessplan in sogenannten Pitches, also Kurzpräsentationen, vorstellen.

Finanzierung für Startup Gründer

Die wenigsten jungen Startup-Gründer verfügen über eigenes Startkapital. Das ist allerdings kein Grund, deine Idee sofort wieder aufzugeben. Mittlerweile gibt es zahlreiche Initiativen zur Förderung, beispielsweise das EXIST-Gründerstipendium. Es steht dir offen, wenn du nach dem Universitätsstudium ein Startup gründen willst. Die Voraussetzung: Der Abschluss darf nicht mehr als fünf Jahre zurückliegen oder dein Gründerteam muss noch im Studium sein. Das Stipendium umfasst einen monatlichen Zuschuss von bis zu 3.000 Euro für den Lebensunterhalt, einen Zuschuss von bis zu 30.000 Euro für Sachausgaben und 5.000 Euro für Coachings. Du wirst maximal ein Jahr gefördert. Alternativ gibt es noch zahlreiche andere Förderprogramme, wie beispielsweise den Hightech-Gründerfonds (HTG). Findest du einen Business Angel, hast du erfahrene Unternehmer an deiner Seite, die dich im Austausch gegen Geschäftsanteile finanziell und beratend unterstützen. Für den Fall, dass du dich nicht von Fremdkapital abhängig machen willst, ist Bootstrapping die geeignete Alternative. Das Konzept besteht darin, dass du ein begrenztes Budget und einen engen Zeitplan hast. Egal für welches Finanzierungsmodell du dich entscheidest, prüfe es gründlich.

GmbH oder GbR? Die passende Rechtsform

Vor der Gründung solltest du dich darüber informieren, welche Rechtsform zu deiner Startup Idee passt. Deine Entscheidung hat steuerliche, finanzielle und rechtliche Auswirkungen. Als Einzelunternehmer zum Beispiel brauchst du nur eine Steuernummer und einen Gewerbeschein und schon kannst du loslegen. Der Nachteil: Du haftest mit deinem Privatvermögen. So hat auch jede andere Unternehmensform ihre Vor- und Nachteile, die es gegeneinander abzuwägen gilt. Benötigst du für die Gründung einer GbR kaum Einlagekapital, haftest du dafür aber als Gesellschafter mit deinem gesamten Privatvermögen Umgekehrt benötigst du für die GmbH ein hohes Einlagekapital, haftest dafür aber auch immer nur mit diesem.

Letzte Schritte und dann los…!

Wenn all dies geklärt ist, gibt es immer noch viel zu tun. Du suchst den perfekten Namen für dein Startup? Das ist gar nicht so einfach! Der Name muss vom Amtsgericht geprüft werden und dabei einige Kriterien erfüllen, sonst wird er abgelehnt (Markenrecht).Was du dann noch benötigst ist die Beurkundung durch einen Notar, die Eröffnung eines Geschäftskontos, einen Eintrag ins Handelsregister, eine Gewerbeanmeldung sowie eine Anmeldung beim Finanzamt. Und mit Glück wird am Ende aus deiner Geschäftsidee ein erfolgreiches Unternehmen.

Und wenn du das Thema Startup spannend findest, aber kein eigenes Unternehmen gründen möchtest, kannst du dich auch bei einem Startup bewerben!