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Ausbildung mit Abitur

Ausbildung mit Abitur: Die meisten Abiturienten entscheiden sich nach der Schule für ein Studium. Aber auch eine Berufsausbildung hat Vorteile. 

Die klassische Ausbildung wird unter Schulabgängern mit Abitur immer beliebter: Jeder vierte Ausbildungsanfänger hat die Studienberechtigung in der Tasche. Dafür, dass der Trend zur Ausbildung mit Abitur geht, gibt es viele Gründe. Private Hochschulen beispielsweise kosten Geld, und das nicht wenig. Ein weiterer Grund: Ein Studium dauert lange. Und es ist noch nicht einmal sicher, ob man nach dem Abschluss direkt einen Job findet. Logisch, dass viele Abiturienten eine vergleichsweise überschaubare und sichere Ausbildung bevorzugen und von Anfang an Geld verdienen.

Ausbildung mit Abitur - aber welche?

Das Problem: Fast 60 Prozent der Jugendlichen bewerben sich um die gleichen 25 Berufe. Es gibt aber insgesamt 350 unterschiedliche Ausbildungen, plus 130 spezielle schulische Ausbildungen. Darunter viele, die sich sehr gut für Abiturienten eignen, weil sie später noch die Chance zur Weiterqualifizierung bieten. Ein ausgebildeter Fachinformatiker mit Karrieredrang beispielsweise kann sich nach ein paar Berufsjahren zum staatlich geprüften Betriebswirt der Fachrichtung Wirtschaftsinformatik fortbilden. Eine Bankkauffrau, die gerne Führungsaufgaben übernehmen möchte, sattelt an der Bankakademie ein Management-Studium drauf.

Zusatzqualifikationen

Besonders ehrgeizige Jugendliche können aber auch schon während der Berufsausbildung besondere Kenntnisse und Fähigkeiten erwerben, die über die reguläre Ausbildungsordnung hinausgehen – so genannte Zusatzqualifikationen. Das kann ein  Sprachunterricht im Ausland für Kaufleute sein, Computer-Zertifikate für Buchhändler oder BWL-Kurse für Handwerks-Lehrlinge. Diese werden entweder vom Betrieb angeboten oder von der Berufsschule, den Handels- und Handwerkskammern oder von anderen Bildungsträgern. Wer einen mittleren Schulabschluss hat, kann auch während der Berufsausbildung das Abi nachholen.

Eine Berufsausbildung kann für Abiturienten viele Vorteile haben.

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Das sind die aktuellen Trends

Zukunftstaugliche Ausbildungsberufe für Abiturienten finden sich insbesondere in diesen Branchen:

  • Computer und Telekommunikation (z.B. IT-Systemkaufmann)
  • Tourismus und Event (z.B. Kaufmann für Tourismus und Freizeit, Veranstaltungskaufmann)
  • Logistik (z.B. Kaufmann für Spedition und Logistikdienstleistung)
  • Wirtschaft und Finanzen (z.B. Investmentfondskaufmann)
  • Sport und Wellness (z.B. Sport- und Fitnesskaufmann)
  • Bauen und Wohnen (z.B. Bauzeichner)
  • Technik und Forschung (z.B. Biologielaborant)
  • Recht (z.B. Rechtsanwaltsfachangestellter, Steuerfachangestellter)
  • Kunst, Gestaltung und Medien (z.B. Mediengestalter Bild und Ton, Maskenbildner, Goldschmied)

Sonderausbildungen

Einige deutsche Unternehmen bieten Ausbildungen an, die sich speziell an Abiturienten richten, weil sie einen besonders hohen theoretischen Anspruch haben. Im Handel ist das zum Beispiel der Handelsassistent, im Handwerk der Betriebsassistent. Sehr hohe Anforderungen stellt die Deutsche Flugsicherung (DFS) an ihre Auszubildenden. Schließlich tragen Fluglotsen bei der Überwachung der Flugzeuge enorme Verantwortung. Auch Piloten müssen stets voll konzentriert sein, wenn sie ihr Arbeitsgerät steuern. Rund 40 Verkehrsfliegerschulen in Deutschland bilden den Nachwuchs für die Airlines aus. Infos gibt es unter anderem beim Luftfahrt Bundesamt.

Ausbildung plus Studium

Bei Abiturienten immer beliebter wird eine Kombination von Ausbildung und Studium, genannt Duales Studium. Hier kannst du die Vorzüge beider Bildungswege miteinander verbinden, du lernst viel Theorie und kannst diese gleich in der Praxis anwenden. Allerdings ist das duale Studium anspruchsvoll. In recht kurzer Zeit absolvierst du eine duale Ausbildung im Unternehmen und erhältst zusätzlich einen Studienabschluss. Du hast also am Ende gleich zwei Abschlüsse in der Tasche und in der Regel auch einen Anschlussvertrag bei deinem Arbeitgeber sicher. Es gibt auch eine Variante des dualen Studiums, bei der du anstatt einer Berufsausbildung lediglich Praxisphasen durchläufst. Dann fehlt dir am Ende des Studiums zwar der Gesellenbrief, du profitierst aber trotzdem von den praktischen Erfahrungen und bist sofort nach deinem Abschluss einsatzbereit.