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20. September 2016  

Berufe nach dem Sprachstudium

Übersetzer oder Lehrer? Oder was sonst?

Romanistik, Anglistik, Skandinavistik, Japanologie, Afrikanistik – die Sprachen, die du an deutschen Hochschulen studieren kannst sind vielfältig. Nachdem du jahrelang Vokabeln und Grammatik gepaukt und dich mit der Kultur des Landes beschäftigt hast, sprichst du die Sprache im Idealfall fließend. Aber was kannst du nach deinem Studium beruflich machen? Nicht jeder Absolvent muss Übersetzer oder Lehrer werden.

Wenn du Fremdenführer werden möchtest, solltest du deine Stadt wie deine Westentasche kennen. © Unsplash / pixabay.com

Philologen sind Geisteswissenschaftler und teilen sich ein Problem mit Historikern, Philosophen und Politikwissenschaftlern: Für sie zeichnet sich kein genaues, quasi vorgeschriebenes Berufsbild ab. Doch darin besteht auch eine Chance: Sie können während und nach dem Studium noch immer ihren ganz eigenen Weg finden, der zu ihren Stärken passt. Wir haben mögliche Berufsfelder für dich zusammengestellt:

Lehrer

Um später als Lehrer tätig zu sein, musst du auf Lehramt studieren. Dementsprechend legst du dich bereits zu Beginn deines Studiums auf einen Beruf fest. Dabei spezialisierst du dich in den meisten Bundesländern bereits auf einen Schultyp: Grund- und Hauptschule, Realschule, Gymnasium, Gesamtschule, berufliche Schule oder Sonderschule. Außerdem solltest du einen zweiten Fachbereich auswählen und diesen in Kombination mit deiner Sprache studieren. Mit nur einem Fach erschwerst du dir den Berufseinstieg deutlich. Auch mit der Wahl der Sprache kannst du dir die Jobsuche vereinfachen. Gefragter sind hier natürlich die klassischen, an Schulen unterrichteten Sprachen wie Englisch, Französisch oder Spanisch. Die Schule, die einen Japanisch-Lehrer sucht, musst du erstmal finden.

Übersetzer/Dolmetscher

Die Bezeichnungen Übersetzer und Dolmetscher sind nicht rechtlich geschützt. Im Grunde kann sich also jeder so nennen, der meint, dass er diese Tätigkeit ausüben kann. Trotzdem oder gerade deswegen sind Zusatzqualifikationen sinnvoll, die Arbeit- oder Auftraggebern zeigen, dass du dein Handwerk verstehst. Übersetzer arbeiten schriftlich. Sie arbeiten beispielsweise in Verlagen und übersetzen Romane, Gebrauchsanweisungen oder andere Texte. Eine Möglichkeit des Einstiegs bietet unter anderem der Aufbaustudiengang „Literarisches Übersetzen“ der Universität München. Dolmetscher arbeiten eher mit dem gesprochenen Wort. Sie sitzen zum Beispiel in internationalen Konferenzen und garantieren, dass jeder den Vortrag des anderen versteht.

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Lektor

Als Lektor arbeitest du im Verlag und bist für den Prozess vom Entstehen bis zum Erscheinen eines Textes zuständig. Du betreust in der Regel einen Autor mit seinem Werk. Du redigierst seinen Text, veröffentlichst und vermarktest ihn.  Manche Verlage haben sich auf Schulbücher spezialisiert. Gerade hier ergibt sich für Philologen mit fremdsprachlichen Kenntnissen ein interessantes Arbeitsfeld. Du überprüfst die Inhalte der Unterrichtsmaterialien auf ihre Richtigkeit. Wichtigste Voraussetzung für den Beruf ist ein sicheres Sprachgefühl, das du im Verlauf deines Studiums erworben haben solltest. Schließlich hast du dich genau damit jahrelang beschäftigt.

Journalismus

Dein ausgeprägtes Gespür für Sprache kann dich auch in den Journalismus führen. Du recherchierst spannende Themen, die den Leser interessieren. Du schreibst, redigierst und veröffentlichst Artikel. Wichtig ist dabei jedoch, dass du frühzeitig praktische Erfahrungen sammelst. Eine gute Möglichkeit besteht beispielsweise in einem Praktikum, das du in einer Redaktion absolvierst. Außerdem suchen die Medien auch immer wieder Studentische Hilfskräfte. Wenn du die ersten Schritte in die journalistische Richtung getan hast, kannst du unter Umständen auch bereits während dem Studium als freier Mitarbeiter tätig werden.

Forschung

Wie in jeder Fachrichtung, bietet sich dir natürlich auch die Möglichkeit, im wissenschaftlichen Bereich zu bleiben. Du kannst beispielsweise am Institut einer Hochschule eine Anstellung finden. Um den Einstieg zu schaffen, empfiehlt sich bereits während dem Studium die Mitarbeit als Studentische Hilfskraft. Andererseits beschäftigen sich auch außeruniversitäre Einrichtungen mit Sprache, im Bereich Germanistik zum Beispiel das Institut für Deutsche Sprache. Du solltest dir allerdings bewusst sein, dass in der Regel mit der Forschung auch die Lehre einhergeht. Du solltest also kein Problem damit haben, Vorträge vor einer Gruppe von fremden Menschen zu halten.

Tourismus

Deine fremdsprachlichen Kenntnisse können auch in der Tourismusbranche gefragt sein, zum Beispiel als Fremdenführer oder Reiseleiter. Touristen freuen sich, wenn ihnen Führungen in ihrer Muttersprache angeboten werden. Wichtig ist, dass du über Zusatzqualifikationen wie Schulungen die entsprechenden Kenntnisse erlangst. Beispielsweise solltest du die Historie der Stadt, in der du arbeitest, im Schlaf runterbeten können. Als Fremdenführer findest du unter anderem in Reisebüros, bei Reiseveranstaltern oder in Museen eine Anstellung.

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