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07.01.2016  
Kommunikationswissenschaften studieren

Damit Gesagtes auch ankommt

Die Fähigkeit zu sprechen macht den Menschen aus. Aber auch, wenn wir nicht reden, kommunizieren wir. Allein schon unser Gesichtsausdruck oder unsere Haltung teilen dem Gegenüber etwas mit. Kommunikation ist überall. Dementsprechend umfassend ist auch der Untersuchungsgegenstand von Kommunikationswissenschaftlern.

Kommunikationswissenschaften studieren

Du musst nicht sprechen, um zu kommunizieren.
Schon dein Gesichtsausdruck sagt etwas aus.
© Ryan McGuire / pixabay.com

In der Kommunikationswissenschaft geht es um die Eigenschaften, Voraussetzungen, Bedingungen, Möglichkeiten und Grenzen der menschlichen Kommunikation. Vor allem die Massenkommunikation steht dabei im Fokus. Du untersuchst die verschiedenen Medien wie Hörfunk, Fernsehen, Zeitungen oder Internet. Du analysierst die besonderen Merkmale und die Wirkung von Äußerungen, die über diese Kanäle getätigt werden. Zudem ist die Öffentlichkeitsarbeit ein wichtiges Teilgebiet der Kommunikationswissenschaften. Hier geht es darum, wie Unternehmen oder Organisationen mit der Öffentlichkeit kommunizieren. Aber auch der direkte Informationsaustausch zwischen Menschen und speziellere Gebiete wie die non verbale Kommunikation können thematisiert werden.

Kommunikationswissenschaftler beschäftigen sich mit allen Strukturen, Prozessen und Hintergründen der Kommunikation. Sie untersuchen, wie zwischenmenschliche Kommunikation funktioniert und können sie auf dieser Basis analysieren, planen und optimieren sowie Kommunikationsstrategien ausarbeiten. Als Absolvent des Studiengangs bist du Experte für die verschiedenen Kommunikationskanäle.

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Was lernen Kommunikationswissenschaftler?

Zu Beginn des Studiums lernst du vor allem die unterschiedlichen Kommunikationskanäle sowie die grundlegenden Theorien und Methoden kennen. Dabei beschäftigst du dich mit den klassischen Medien wie Fernsehen, Radio oder Print genauso wie mit Onlinemedien. Zudem erlernst du, statistische Analyseverfahren anzuwenden und auszuwerten. Im Anschluss stehen verschiedene Fachbereiche auf dem Lehrplan. Dazu gehören Fächer wie Kommunikations- und Mediengeschichte, Medienlehre, Medienwirkungsforschung, Medienrecht, Medienökonomie, Medienmanagement oder Medienpsychologie. Auch die Besonderheiten der politischen, interkulturellen und interpersonalen Kommunikation können behandelt werden. An vielen Hochschulen spezialisierst du dich nach dem Grundstudium auf einen bestimmten Schwerpunkt. Das können zum Beispiel die Bereiche Public Relations, Werbung, Kommunikationsmanagement oder Markt- und Meinungsforschung sein. Jede Hochschule bietet dabei andere Vertiefungsmöglichkeiten an. An der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster werden dir beispielsweise die Vertiefungsmodule „Gesellschaft, Öffentlichkeit, Kultur“, „PR- und Werbeforschung“, „Journalismusforschung“ und „Media- und Rezeptionsforschung“ angeboten. Meist gehört auch mindestens ein Praxismodul zum Studienverlauf. In diesem Bereich absolvierst du entweder ein Praktikum in einem Unternehmen oder hast praktisch orientierte Veranstaltungen an der Hochschule. So lernst du hier beispielsweise, Beiträge für verschiedene Medien zu entwerfen.

Was sollten Kommunikationswissenschaftler mitbringen?

Das Studium der Kommunikationswissenschaft erstreckt sich in der Regel über sechs Semester und schließt mit dem Bachelor of Arts ab. An vielen Hochschulen gehört ein Praktikum zum Verlaufsplan, das dir bei der Berufsorientierung hilft und dir ermöglicht, dein theoretisches Wissen praktisch anzuwenden. Auch ein Auslandssemester kann sinnvoll sein, vor allem wenn du dich für interkulturelle Kommunikation interessierst und dich auf diesen Bereich spezialisieren möchtest.

Viele Studiengänge sind zulassungsbeschränkt, also mit einem Numerus Clausus belegt. In diesen Fällen brauchst du im Abitur normalerweise eine Durchschnittnote zwischen 1,4 und 2,8. Stattdessen oder zusätzlich wählen einige Hochschulen ihre Studenten mithilfe eines Eignungsfeststellungsverfahrens aus. Hierbei kannst du deine Eignung für das Studium unter Beweis stellen.  An der Universität Erfurt nimmst du beispielsweise an einem Wissenstest und an einem Auswahlgespräch teil.

Neben diesen formellen Voraussetzungen sind auch einige persönliche Eigenschaften im Kommunikationsbereich von Vorteil. Du solltest kommunikativ sein und eine journalistische Neugierde sowie Interesse am präzisen wissenschaftlichen Arbeiten mitbringen. Zudem helfen dir im Studium eine analytische Denkweise und ein mathematisches Grundverständnis, da Statistik und empirische Forschung ebenso zum Studium gehören wie Kommunikationstheorien.

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Kommunikationswissenschaften – und dann?

So vielfältig wie die Inhalte des Studiengangs Kommunikationswissenschaften, so vielfältig sind auch die möglichen Tätigkeitsfelder für die Absolventen. Häufig ergreifen sie den Beruf des Journalisten und arbeiten bei einer Tageszeitung, bei Radiostationen, beim Fernsehen oder in einer Online-Redaktion. Manche Studiengänge verbinden die Kommunikationswissenschaften auch bereits mit dem Journalismus. So kannst du an der Fachhochschule des Mittelstandes „Medienkommunikation und Journalismus“ und an der Hochschule für Medien, Kommunikation und Wirtschaft „Journalismus und Unternehmenskommunikation“ studieren. Im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit arbeiten Kommunikationswissenschaftler auch oft in der Presseabteilung von Vereinen oder Unternehmen. Hier steuern sie die Kommunikation nach außen mit dem Zweck, die Bekanntheit und das Ansehen zu steigern. Sie schreiben Pressemitteilungen, veranstalten Pressekonferenzen oder verwalten die Kanäle in den Sozialen Medien. Ebenso können sie in der Werbung Fuß fassen, wenn sie sich im Studium auf diesen Bereich spezialisiert haben. Zudem können sie im Medien- oder Kulturmanagement tätig sein oder in der Markt- und Meinungsforschung ihre statistischen Kenntnisse bei der Durchführung von Befragungen anwenden. Im Bereich der Bildung können Absolventen letztlich Kommunikationstrainings und –beratungen anbieten.

Schlagworte:
 
KommunikationKommunikationswissenschaftenMedien

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