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21. Juli 2017  

Forschung weltweit

Wissenschaftsfreiheit in vielen Ländern bedroht

In vielen Ländern ist die Freiheit von Forschung und Lehre bedroht. Die deutsche UNESCO-Kommission fordert mehr Einsatz für die Wissenschaftsfreiheit weltweit.

Was für uns ganz normal und alltäglich ist, ist in vielen Ländern weltweit sogar verboten. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler werden in ihrer Arbeit stark eingeschränkt, dürfen nicht frei reisen, publizieren oder forschen. Hinzu kommt, dass Ergebnisse und Daten nicht veröffentlicht werden dürfen, Methoden und Erkenntnisse politisch verfälscht und Leitungspositionen von Forschungsinstitutionen politisch besetzt werden. Die Deutsche UNESCO-Kommission verurteilte mit einer im Rahmen der 77. Hauptversammlung verabschiedeten Resolution diese Verletzungen der Wissenschaftsfreiheit und fordert die Bundesregierung zu mehr Einsatz für dieses Grundrecht auf. Die Wissenschaftsfreiheit ist sowohl im Völkerrecht verankert als auch im Grundgesetz in Artikel 5. „Wissenschaftsfreiheit ist ein Gut von höchster gesellschaftlicher Relevanz. Angesichts globaler Herausforderungen wie einer ökologisch tragfähigen Wirtschaft brauchen wir neue Lösungen und belastbares Wissen. Dieses Wissen kann nur entstehen, wenn Forscherinnen und Forscher bestehende Konzepte hinterfragen, völlig neue Ideen entwickeln und faktenbasierte Erkenntnisse gewinnen. Dafür muss die Wissenschaft frei, politisch unabhängig und auch von Verantwortung geprägt sein“, erklärt Ulla Burchardt, Mitglied des Vorstands der Deutschen UNESCO-Kommission. 

Die Bedrohung der Freiheit von Forschung und Lehre in einzelnen Staaten hat auch Konsequenzen für die Wissenschaft in Deutschland und weltweit. Eine wichtige Grundlage für Partnerschaft und Frieden zwischen den Nationen sind die freie wissenschaftliche Zusammenarbeit über nationalstaatliche Grenzen hinweg und Mobilität von Personen. Nur so kann ein internationaler Forschungsaustausch funktionieren. Die Ausreise- oder Einreiseverbote für Forscherinnen und Forscher sowie für Studierende nehmen jedoch weltweit zu und machen einen qualitativen Austausch schwieriger. „Wir müssen uns noch viel stärker für gefährdete Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler einsetzen und Förderangebote weiterentwickeln. Gerade die UNESCO spielt hierbei eine wichtige Rolle“, fordert Burchardt. 

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