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07. Dezember 2016  

Studieren in Teilzeit

Von der Notlösung zur zeitgemäßen Studienform

Der Bedarf, in Teilzeit studieren zu können, ist weit größer als das Angebot. Eine Reform soll dies ändern und die Studiengänge an die Bedürfnisse der Studenten anpassen.
Zwei Studenten planen.

Auf das richtige Zeitmanagement kommt es an.

In einer Anfang November verabschiedeten Empfehlung analysiert die  Mitgliederversammlung der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) die Situation und gibt den Hochschulen Hinweise für die Einführung formal abgesicherter, flexibler Teilezeitstudienangeboten. Anders als im Master-Bereich, in dem es bereits zahlreiche, insbesondere weiterbildende, Studienangebote gibt, konzentrieren sich die HRK-Empfehlungen auf das grundständige Studium, unter Einbeziehung des berufsbegleitenden Studiums, um auch dort bessere Bedingungen für die Studierenden zu schaffen.

Unflexible Teilzeitstudiengänge

Jeder fünfte Student absolviert sein Studium in Teilzeit. Davon sind jedoch nur etwa vier Prozent in einem Teilzeit- oder berufsbegleitenden Studiengang immatrikuliert. Ein Grund dafür, dass bereits existierende Teilzeitstudienangebote (meist mit halber Arbeitsbelastung und doppelter Studiendauer) wenig genutzt werden, ist die relativ unflexible Ausrichtung, womit sie offenbar am Bedarf vieler Studierender vorbeigehen. Wer neben dem Beruf noch studiert oder gleichzeitig Kinder oder andere Familienangehörige betreut, ist in den meisten Fällen in einem regulären Studiengang eingeschrieben und versucht, die Studienbedingungen an die eigenen Lebensumstände und Bedürfnisse anzupassen.
Die HRK regt deshalb dazu an, bessere Möglichkeiten für einen individuellen und flexibel gestalteten Studienverlauf zu schaffen. In der Empfehlung heißt es, dass der modulare Aufbau in der Europäischen Studienstruktur eine sehr gute Grundlage bildet und ein Teilzeitstudium nicht nur eine Notlösung, sondern auch ein einheitlich strukturiertes Modell sein kann. Auch die Hochschulen können von Teilzeitstudiengängen profitieren, wenn sie sich bedarfs- und zielgruppenorientiert präsentieren möchten. Der Einsatz eines Online-Studiums und mediengestützte Lernformate müssen unbedingt Bestandteil der Flexibilisierung sein.

Problem: Kostenfaktor

Zu klären sind aber noch die Finanzierungsmöglichkeiten. Für viele Studierende steuert das BAföG-Amt einen erheblichen Teil zu den Lebensunterhaltungskosten bei. Allerdings wird BAföG nur dann gezahlt, wenn das Studium die volle Arbeitskraft in Anspruch nimmt. Da Studierende in einem formalen Teilzeitstudiengang demnach nicht förderfähig sein, mahnt die Mitgliederversammlung eine Neuregelung an. Doch auch auf Hochschulen kommen Kosten und Finanzierungsprobleme zu, denn die vorhandenen Kapazitäten und Ressourcen bieten derzeit häufig nicht den nötigen Spielraum, um bedarfsgerechte, flexible Studienmöglichkeiten in Teilzeit zu schaffen.

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