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27. Juli 2017  

Hohe Studienabbrecherzahlen

Studienabbruch durch soziale Integration verringern

Noch immer sind die hohen Studienabbrecherzahlen ein Problem. Eine aktuelle Auswertung zeigt aber nun, dass sich Studierende seltener eine Alternative außerhalb der Hochschule suchen, wenn sie gut in das Studentenleben integriert sind.

Laut Erhebung des Deutschen Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung steigen 29 Prozent der Studienanfänger ohne Abschluss aus dem Studium aus. Häufigster Grund sind Leistungsprobleme. Mit Vorkursen und Hilfsangeboten versuchen die Hochschulen in der Studieneingangsphase derartigen Problemen zu begegnen. Eine mangelnde Studienmotivation wird von den befragten Studienabbrechern an zweiter Stelle genannt. Warum die Lust am Studium schwindet, geht es aus der Erhebung nicht hervor. Hier bietet jedoch das von CHE Consult entwickelte Befragungstool QUEST einen Ansatz für Erklärungen und mögliche Lösungen. Mittels psychometrischer Daten erfasst es die Studienerfolgswahrscheinlichkeit einzelner Studenten. Damit lassen sich potenzielle Studienabbrecher erkennen, noch bevor die Entscheidung zu einem Studienabbruch gefallen ist. 

Eine aktuelle CHE-Studie untersucht die Wechselwirkungen zwischen Studierenden, ihren Kompetenzen, ihrer Motivation und den Angeboten an der Hochschule. Dafür beschreiben die Autoren das Konstrukt „Soziale Adaption“. Diese wird als hoch eingestuft, wenn die Studenten regelmäßig Kontakt zu ihren Kommilitonen und Lehrenden haben, Hilfsangebote der Hochschule kennen und bei Bedarf nutzen. Sind diese Faktoren gegeben, steigt die Wahrscheinlichkeit, das Studium erfolgreich abzuschließen. Außerdem zeigen die Auswertungen, dass Studenten, deren Eltern keinen akademischen Bildungshintergrund oder eine abgeschlossenen Berufsausbildung besitzen, im Durchschnitt eine geringe soziale Adaption an Universitäten aufweisen. Gleiches gilt für Studierende mit eigener oder elterlicher Einwanderungsgeschichte. An Fachhochschulen gelingt die soziale Adaption bei allen drei Gruppen etwas besser als an den Universitäten. 

Es reicht also nicht aus, sich auf Hilfen zu den Fachinhalten zu beschränken, wenn etwas gegen die vielen Studienabbrüche und für mehr Chancengerechtigkeit getan werden soll. Die Studienanfänger benötigen neben einer guten Studienberatung und Hilfskursen auch Möglichkeiten für soziale Kontakte auf dem Campus. Ein buntes Campusleben, Räume für studentische Arbeitsgruppen und Angebote für gemeinschaftliche Aktivitäten sind möglicherweise ebenso hilfreich dafür, dass aus Studienzweiflern nicht Studienabbrecher werden.

Quelle: Pressemittteilung Centrum für Hochschulentwickung
Schlagworte:
 
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