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04. Juli 2017  

Sozialerhebung

So geht es Studenten in Deutschland

Das Studentenwerk hat in der 21. Sozialerhebung Deutschlands Studenten vermessen. Wie alt sind sie? Wie viel Geld steht ihnen zur Verfügung und jobben sie neben dem Studium?
Junge Erwachsene sitzen beim Sonnenuntergang im Park.

Im Sommersemester 2016 war die Beteiligung an der erstmals online organisierten Befragung so hoch wie noch nie. Die Angaben von mehr als 60.000 Studierenden an 248 Hochschulen konnten für die aktuelle Sozialerhebung ausgewertet werden – an der letzten Befragung 2012 hatten lediglich rund 16.000 Studierende teilgenommen. 

Die 21. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks, die vom Deutschen Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW) durchgeführt und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) finanziert wurde, besagt, dass Studierende in Deutschland im Schnitt 24,7 Jahre alt, unverheiratet und in einem Vollzeitstudium sind und ihnen monatlich 918 Euro zur Verfügung stehen. 

Jobben neben dem Studium und die finanzielle Lage 

Ein weiteres Ergebnis der Sozialerhebung ist der Wunsch der Studierenden nach mehr Praxisbezug im Studium. Rund 13 Prozent der Studierenden haben sich für ein duales Studium oder ein Studium an der Fachhochschule entschieden. Auch das Motiv, in der Praxis Erfahrung sammeln zu wollen, spielt eine wichtige Rolle bei Jobs neben dem Studium: Jeder zweite Studierende (53 Prozent) möchte dadurch „praktische Erfahrungen sammeln“. Zudem hat knapp jeder Fünfte (19 Prozent) der Studierenden mit Studienunterbrechung sein Studium für ein Praktikum, das nicht verpflichtend war, unterbrochen. Seit 2012 ist der Anteil aller Studierenden, die neben dem Studium arbeiten, um sechs Prozent auf 68 Prozent gestiegen. 

Dadurch und durch mehr Unterstützung durch die Eltern hat sich die finanzielle Lage der Studierenden verbessert. Hatten sie 2012 im Durchschnitt 842 Euro monatlich zur Verfügung, waren es 2016 918 Euro. Warum Studierende neben dem Studium erwerbstätig sind, hat vielfältige Gründe. Die meisten Studierenden möchten Geld zur Verfügung haben, um sich „etwas mehr leisten“ zu können. Der Wunsch nach (mehr) Unabhängigkeit von den Eltern steht an zweiter Stelle. Darauf folgt das bereits erwähnte Motiv „praktische Erfahrungen“ sammeln zu wollen. Mit etwas Abstand folgen die Ziele, Kontakte für eine spätere Beschäftigung zu knüpfen, sich abzusichern und sich Beschäftigungschancen unabhängig vom Studienabschluss sichern zu können. 

Die Lebenssituation der Studierenden

Trotz der verbesserten finanziellen Lage, beeinflussen die steigenden Mietpreise auch die Lebenssituation der Studierenden. Zwar ist der Anteil der Studierenden, die noch Zuhause wohnen leicht gesunken (20 Prozent), dafür leben aber mit 12 Prozent etwas mehr Studierende im Wohnheim. Zudem leben knapp zwei Fünftel der Studierenden wohnen allein oder gemeinsam mit ihrem Partner in einer eigenen Wohnung. Ein knappes Drittel lebt in einer Wohngemeinschaft.  „Der Kostendruck auf die Studierenden nimmt zu, vor allem fürs Wohnen. Die Miete bleibt der größte Ausgabeposten. In vielen Hochschulstädten wird es für Studierende immer schwieriger, preisgünstigen Wohnraum zu finden, wie ihn die Studentenwerke in ihren Wohnheimen anbieten. Gerade Studierende aus weniger vermögenden Haushalten sind dringend auf diese Wohnheimplätze angewiesen. 41 Prozent der Studierenden, die im Wohnheim leben, gehören zum unteren Einkommensquartil. Fast gleich viele haben am Ende des Monats kein Geld mehr übrig. Das zeigt, wie essentiell die Leistungen der Studentenwerke für diese Studierenden sind“, so Dieter Timmermann, Präsident des Deutschen Studentenwerks.
  

Derzeit ist knapp jeder zweite Studierende (48 Prozent) unverheiratet, aber in einer festen Partnerschaft, sechs Prozent der Immatrikulierten sind verheiratet oder leben in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft  und 46 Prozent befinden sich zum aktuellen Befragungszeitpunkt in keiner festen Partnerschaft. Im Sommersemester 2016 haben sechs Prozent aller Studierenden mindestens ein Kind. 

Mensa/Cafeteria und studentische Ernährung

Der Anteil Studierender, die mindestens einmal pro Woche eine Mahlzeit in einer Mensa einnehmen, liegt im Sommersemester 2016 bei 73 Prozent. Im Durchschnitt gehen die Studierenden knapp 3-mal wöchentlich zum Essen in eine Mensa. Jüngere Studenten häufiger als ältere. Dabei stellen Studierende der Ingenieurwissenschaften (76 %) sowie der Medizin (74 %) die beiden größten Gruppen derer, die mindestens einmal zum Essen in die Mensa gehen. 

63 Prozent der Studierenden sind mit dem Preis-Leistungs-Verhältnis und 45 Prozent mit der Auswahl sowie den Kombinationsmöglichkeiten (sehr) zufrieden. Vergleichsweise wenig zufrieden hingegen sind die Studierenden mit der Ernährungsqualität (30 Prozent). 

Beliebte Studienfächer und Studienform

Das Fächerprofil hat sich in den letzten Jahren nur geringfügig verändert. Zu den größten Fächergruppen gehören auch im Sommersemester 2016 die Ingenieurwissenschaften (21 Prozent der Studierenden), die Mathematik/Naturwissenschaften sowie die Rechts- und Wirtschaftswissenschaften (jeweils Prozent).  Doch nicht immer war die erste auch die beste Wahl: Jeder fünfte Studierende hat seit der Erstimmatrikulation mindestens einmal das Studienfach und/oder den Abschluss gewechselt (Studiengangwechsel). 

Präsenz-Studierende im Vollzeit-Studium investieren durchschnittlich 33 Stunden pro Woche in ihr Studium, wobei der Zeitaufwand für das Selbststudium (18 Std./ Woche) gegenüber dem für Lehrveranstaltungen (15 Std./Woche) überwiegt. 68 Prozent der Befragten ordnen ihren zeitlichen Aufwand für das Studium als hoch bis sehr hoch ein. 23 Prozent ordnen sich der mittleren Antwortkategorie zu, während neun Prozent den Studienaufwand als niedrig bis sehr niedrig empfindet. 


Detaillierte Ergebnisse der 21. Sozialerhebung vom Deutschen Studentenwerk können in einem PDF eingesehen werden. 

Quelle: Pressemittteilung BMBF/DZHW/DSW und www.sozialerhebung.de 

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