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06. Juli 2017  

Kellnern statt Kredit

Immer weniger Studierende verschulden sich

Im vergangenen Jahr lag die Zahl der abgeschlossenen Studienkredite mit 44.000 deutlich unter dem Wert der Jahre zuvor. Trotz durchweg seriös bewerteter Angebote im CHE-Studienkredit-Test 2017 raten Experten zur Vorsicht.
Mann und Frau bereiten Kaffee hinter einer Theke vor.

Wenn Studierende ihr Studium nicht durch BAföG, Stipendien oder Nebenjobs finanzieren können, helfen Studienkredite und Bildungsfonds. Eine Abfrage im Rahmen des jährlichen CHE-Studienkredit-Testes ergab jedoch, dass die Nachfrage deutlich zurückgegangen ist. Die Zahl der neu abgeschlossenen Studienkreditverträge ist zwischen 2014 und 2016 von 60.000 auf 44.000, also um gut ein Viertel, gesunken. Besonders betroffen sind die beiden Marktführer, der KfW-Studienkredit und der Bildungskredit des Bundesverwaltungsamtes. Die gute Nachricht dabei ist: „Studierende in Deutschland verschulden sich heute seltener und wenn, dann nicht Hals über Kopf, sondern umsichtig kalkuliert“, so der Leiter politische Analysen beim CHE Centrum für Hochschulentwicklung. Dafür spricht auch das Kreditvolumen, das in Anspruch genommen wird. Dieses wurde beim Marktführer, dem KfW-Studienkredit, bei 527 Euro von möglichen 650 Euro monatlich bei weitem nicht voll ausgeschöpft. „Größerer zeitlicher Spielraum, sich das Studium wieder per Nebenjob zu finanzieren, könnten Gründe für den Rückgang der Studienkredite sein – im Sinne von Kellnern statt Kredit“, so Müller. 

Der CHE-Studienkredit-Test 2017 stuft die Finanzierungsangebote in Deutschland als durchweg seriös und gut gestaltet ein. Unter den 43 untersuchten Studienkrediten, Studiendarlehen und Bildungsfonds erreichten viele Spitzenergebnisse in mehreren der fünf Bewertungskategorien (Zugang, Kapazität, Kosten, Risikobegrenzung und Flexibilität). 

Zur Vorsicht mahnt der CHE Experte Müller allerdings bei neuen innovativen Angeboten zur Studienfinanzierung und rät, diese Angebote genau zu prüfen. Hierzu gehören etwa Peer-to-peer- oder Crowdfunding-Kredite, die im CHE Studienkredit-Test nicht bewertet wurden. Hierbei werden die Kredite nicht von der Bank, sondern über ein Webportal von einzelnen oder mehreren Privatpersonen zu deutlich schlechteren Konditionen vermittelt. Ein gutes und seriöses Angebot erkennt man dagegen daran, dass bereits bei der Kreditaufnahme Klarheit über die späteren Rückzahlungsmodalitäten herrscht. Studierende, die einen Kredit aufnehmen, sollten bei Vertragsabschluss angesichts der aktuellen Niedrigzinsphase auf Klarheit und Sicherheit des Zinsniveaus drängen. 

Der CHE-Studienkredit-Test ist frei verfügbar unter www.che-studienkredit-test.de.

Quelle: Pressemitteilung CHE Centrum für Hochschulentwicklung
Schlagworte:
 
StudiumFinanzierungKredit

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