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07. November 2017  

Neue Studiengänge

Hohe Dynamik an Fachhochschulen und im Bereich Gesundheit

Aktuell gibt es rund 19.000 Studiengänge in Deutschland. Vor drei Jahren waren es noch rund 2.000 weniger.

Medien, Politik und Wirtschaft bezeichnen die hohe Anzahl, den starken Anstieg und die teils kurios benannten Studiengänge als „Wildwuchs“. Doch eine Analyse des CHE Centrum für Hochschulentwicklung zeigt nun Schwerpunkte und Muster der aktuellen Entwicklung. 

Zwischen 2014 und 2017 ist die Anzahl der Studiengänge an deutschen Hochschulen um elf Prozent gestiegen. Vor drei Jahren verzeichnete der Hochschulkompass rund 17.000 Angebote für Studierende. Heute sind es rund 19.000.

Wie erwartet bieten Universitäten, die mit rund 60 Prozent aller Studiengänge weiterhin den größten Anteil der Studiengänge in Deutschland anbieten, etwa die Hälfte der zusätzlichen Studienangebote an. Mit einem Plus von 16 Prozent gab es die größte Zuwachsrate bei den Studienangeboten aber an Fachhochschulen, besonders hoch war der Zuwachs an privaten Fachhochschulen. Zwischen 2014 und 2017 hat sich dort die Zahl der Studienangebote fast verdoppelt. Dabei ist eine Fächergruppe besonders präsent. Mit einer Zuwachsrate von 25 Prozent verzeichnet die Fächergruppe „Medizin, Gesundheitswissenschaft“ das größte Plus. 

„Die Zahlen dokumentieren eindrucksvoll die derzeit hohe Dynamik beim Studienangebot der Hochschulen. Dies gilt insbesondere für die privaten Fachhochschulen und das Berufsfeld Pflege und Gesundheit, in dem viele neue Studienangebote geschaffen wurden“ bilanziert Studienautor Cort-Denis Hachmeister. 

Zudem untersuchte das CHE die Vielfalt der Studiengangsbezeichnungen, wobei alle 2017 neu hinzugekommenen Studiengänge im Fokus standen. Aufgrund der neuen Angebote zeigten sich bestimmte Trends. Klassische Bezeichnungen, wie etwa „Chemie“, die nur den Namen einer wissenschaftlichen Disziplin aufweisen, tragen nur noch 20 Prozent der neuen Studiengänge. Etwa jeder sechste neue Studiengang kombiniert als sogenannter Hybrid- oder Bindestrich-Studiengang verschiedene ehemals getrennte Fächer, etwa Wirtschaftsinformatik. CHE Geschäftsführer Frank Ziegele bewertet die Entwicklung solcher interdisziplinärer Angebote positiv: „Aktuelle Herausforderungen – wie etwa der Klimawandel – halten sich selten an die klassischen Fächergrenzen der Wissenschaft. Insofern haben solche disziplinübergreifenden Angebote ihre absolute Berechtigung im Hochschulsystem.“  Zudem ist die internationale Ausrichtung der Studienangebote auffallend. Jeder dritte neu geschaffene Studiengang weist eine englischsprachige Bezeichnung auf. 

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