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01. Juni 2017  

Studie des DWS

BAföG-Bedarfssätze zu niedrig

Das Deutsche Studentenwerk (DSW) hat die Lebenshaltungskosten von Studierenden und die Höhe der BAföG-Bedarfssätze verglichen und Förderlücken entdeckt.
Taschenrechner mit Geld

Wer BAföG erhält, sollte genug Geld zum Leben haben. Doch eine neue Studie belegt das Gegenteil. Die von der Bundespolitik festgelegten Bedarfssätze beim Studierenden-BAföG sind zu niedrig und müssen nun rasch erhöht werden. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie im Auftrag der Studentenwerke. 

Um die Bafög-Höhe bestimmen zu können, wurden zuerst die Lebenshaltungskosten der Studierenden ermittelt. Wie sich zeigt, sind vor allem die Kosten für Essen und Wohnen deutlich höher, als vom Bafög bisher berücksichtig. 

DSW-Generalsekretär Achim Meyer auf der Heyde sieht Handlungsbedarf bei Bund und Ländern: „Die BAföG-Wohnpauschale deckt allenfalls die Mietkosten der Wohnheimbewohner. Wer höhere Mietkosten hat, spart nach der Studie an Ausgaben für das Essen. Damit wird unsere seit langem erhobene Forderung nach einem flankierenden Hochschulsozialpakt wieder einmal bestätigt: Bund und Länder müssen dringend in Ausbau und Sanierung von Wohnheimen investieren, um die Wohnkosten für Studierende zu senken bzw. auf bezahlbarem Niveau zu halten.“ 

Förderlücke für Kranken- und Pflegeversicherung

 Auch bei den BAföG-Zuschlägen für die Kranken- und Pflegeversicherung gibt es Förderlücken. Denn die BAföG-Zuschläge orientieren sich ausschließlich an der studentischen Krankenversicherung – 86 Euro monatlich für Studierende, die älter als 25 Jahre sind. Studierende die über 30 sind, müssen mehr als 150 Euro im Monat für die Krankenversicherung aufwenden. 

Wer kein Geld hat, ernährt sich ungesund 

Laut Sozialerhebung betragen die Gesamtausgaben für den studentischen Lebensunterhalt etwa 1000 Euro und liegen damit noch deutlich über dem Bafög-Höchstsatz von 735 Euro im Monat. Im Durchschnitt bekommen geförderte Studenten nur 445 Euro. Viele Studenten sparen daher an Lebensmitteln. „Hierfür werden zum Teil Beträge ausgegeben, die eine gesunde und ausgewogene Ernährung unwahrscheinlich erscheinen lassen“, heißt es in der Studie, dies sei „erschreckend“.

„Die Politik muss handeln“

„Eine neue Bundesregierung muss nun den studentischen Bedarf auf der Grundlage aktueller Daten festsetzen und umgehend eine BAföG-Erhöhung auf den Weg bringen, die die heute aufgezeigten Förderlücken schließt“, fordert Prof. Dr. Dieter Timmermann, Präsident des Deutschen Studentenwerks.

Denn: Vier von fünf BAföG-geförderten Studierenden könnten ohne BAföG nicht studieren. 

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