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20. Dezember 2017  

CHE Prognose

Ansturm der Studienanfänger hält dauerhaft an

Zwischen 2005 und 2010 stieg die Zahl der Studienanfänger in Deutschland erheblich. Bis 2050 wird sie bei über 425.000 pro Jahr liegen und damit weit über dem Niveau von 2005.

Während die Zahl der Studienanfänger 2005 bei rund 350.000 lag, beginnen aktuell pro Jahr rund eine halbe Million Menschen eine akademische Ausbildung. Zwar wird die Wahl der Erstsemester in den nächsten Jahren nach einer Wellenbewegung etwas zurückgehen, bis zum Jahr 2050 wird die Zahl aber nicht mehr unter die Marke von 425.000 sinken, wie eine Modellrechnung des CHE Centrum für Hochschulentwicklung prognostiziert. Grundlage ist die unveränderte Studienneigung in der Bevölkerung. Sollten noch mehr junge Menschen das Studium einer Ausbildung vorziehen, würde die Zahl der Studienanfänger noch höher liegen. 

Für die hohe Studiennachfrage sind unterschiedliche Faktoren verantwortlich. Neben solchen, die die individuelle Studienentscheidung beeinflussen und zu einer erhöhten Studienneigung führen, gibt es auch eine Menge messbarer Faktoren, die den Trend erklären. Dazu gehören die altersgruppenspezifische Bevölkerungsentwicklung, der strukturelle Anstieg des Anteils der Studienberechtigten unter den Schulabgängern, der episodische Zuwachs an Studienberechtigten durch doppelte Abiturjahrgänge, das Wachstum ausländischer Erstsemester an deutschen Hochschulen sowie die zunehmende Öffnung der deutschen Hochschulen für Studieninteressierte ohne Abitur. 

Der Hochschulpakt 2020, in dem sich die Länder verpflichten, zusätzliche Studienanfänger zuzulassen, während der Bund den Hochschulen für jeden zusätzlichen Studienanfänger finanzielle Prämien zahlt, die durch die Länder jeweils ergänzt werden, kann die Finanzierung alleine nicht stemmen. „Für ein Studienhoch, das sich über mehr als 40 Jahre erstreckt, kann man nicht alle paar Jahre die Finanzierung neu verhandeln. Die Mittel des Hochschulpaktes müssen verstetigt werden. Wir brauchen eine dauerhafte, verlässliche Finanzierung der Studienplätze im gesamten Hochschulsystem“, so CHE-Geschäftsführer Jörg Dräger. Das CHE geht davon aus, dass der Hochschulpakt die Zahl der Studienanfänger und die Entwicklungsdynamik der Studiennachfrage weiter erhöhen wird, denn je stärker das Studienangebot ausgeweitet wird, desto besser sind die subjektiven Bewerbungs-, Studienerfolgs- und relativen Berufsaussichten und desto stärker steigt die Studiennachfrage. „Der Anstieg der Studienanfänger erzeugt keinen Berg, den man untertunneln kann. Die Studienanfängerzahlen bleiben auf einem Hochplateau. Hochschulbildung wird zum Normalfall und zur langfristigen gesellschaftlichen Realität“, so Dräger. 

Eine dauerhafte Aufgabe erfordert verlässliche und langfristige Finanzierung; die Anreize und die dahinterliegenden Finanzmittel sollten daher auf Dauer gestellt werden. Nur so kann Studierwilligen die Chance auf ein Studium und den Hochschulen die nötige Planbarkeit gewährleistet werden.

Quelle: CHE Arbeitspapier Nr. 203
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