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11. Juli 2017  

Chemiestudiengänge

Anfängerzahlen erstmals rückläufig

Die Anfängerzahlen in Chemie sind im vergangenen Jahr erstmals seit 2012 gesunken. Trotz des leichten Rückgangs lag die Gesamtzahl der Studienanfänger mit 11.168 bereits im sechsten Jahr bei über 10.000.

Dies vermeldet die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) in ihrer jährlichen Statistik zu den Chemiestudiengängen. Zudem stiegen die Absolventenzahlen (Master und Diplom) in allen Fächern (Chemie, Biochemie, Lebensmittelchemie) sowie an den Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (HAW). Abgefragt wurden die Daten des Jahres 2016 in den Studiengängen Chemie, Wirtschaftschemie, Biochemie/Life Sciences, Lebensmittelchemie und in den Chemiestudiengängen der Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (HAW), ehemals Fachhochschulen. Dabei wurden die Anfängerzahlen, die Zahl der bestandenen Abschlussprüfungen sowie die Noten und Studiendauer abgefragt. Viele Hochschulen machten auch Angaben zum Berufseinstieg ihrer Absolventen nach Studienabschluss oder Promotion. 

In Chemie meldeten die Hochschulen 2484 Bachelor- und 2297 Master-Absolventen. Im Jahr 2016 promovierten zudem 2.028 Personen. An HAW beendeten 894 Studierende ihr Bachelor- und 482 ihr Master-Studium. Außerdem meldeten die Universitäten 174 Bachelor- und 73 Master-Abschlüsse sowie 56 Promotionen. Fast alle Bachelor-Absolventen an Universitäten schlossen ein Master-Studium an. An den HAW lag dieser Anteil bei 56 Prozent. Rund 83 Prozent der Master-Absolventen an Universitäten begannen eine Promotion. Damit liegt dieser Wert bereits im dritten Jahr unter langjährigen Mittel (90 Prozent). Abzuwarten bleibt, ob dies ein neuer Trend ist und zukünftig mehr Absolventen ohne Promotion ins Berufsleben starten werden. 

Von 55 Prozent der promovierten Absolventen in Chemie ist der erste Schritt in das Berufsleben bekannt. Die Angaben zeigen, dass auch 2016 der Eintritt in den Arbeitsmarkt für die Berufseinsteiger schwierig war. Nach Angaben der Hochschulen wurden 33 Prozent der frisch promovierten Chemiker in der chemischen und pharmazeutischen Industrie eingestellt, 10 Prozent traten eine Stelle in der übrigen Wirtschaft an. Ins Ausland gingen 13 Prozent, in den meisten Fällen zu einem Postdoc-Aufenthalt. 19 Prozent starteten auf einer zunächst befristeten Stelle im Inland (inkl. Postdocs). Dieser Wert ist seit einigen Jahren relativ hoch und ein Indikator für die schwierige Arbeitsmarktlage. Fünf Prozent fanden in anderen Bereichen des Öffentlichen Dienstes eine Anstellung. Vorübergehend stellensuchend waren 14,5 Prozent – bedingt auch durch den Zeitpunkt der Erhebung. 

Quelle: Pressemitteilung Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.
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