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27. September 2017  

Berufliche Zukunft

Abiturienten geben sich positiv

Das DZHW hat den Jahrgang 2015 befragt, was Studienberechtigte kurz vor und kurz nach ihrem Schulabschluss für ihren beruflichen Werdegang planen.

Aus der Studie des Deutschen Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW), bei der Studienberechtigte des Jahrgangs 2015 ein halbes Jahr vor und nach dem Verlassen der Schule befragt wurden, geht hervor, dass Deutschlands Abiturienten ihre berufliche Zukunft durchaus positiv beurteilen. 73 Prozent prognostizierten sich gute bis sehr gute Berufsaussichten. 74 Prozent planen nach dem Schulabschluss ein Hochschulstudium,  50 Prozent haben bereits ein halbes Jahr nach Verlassen der Schule ein Studium aufgenommen und  16 Prozent eine Berufsausbildung begonnen. 

Abiturienten ohne Akademiker-Eltern entscheiden sich eher für eine Berufsausbildung als diejenigen aus einem akademischen Elternhaus. Studienberechtigte mit Migrationshintergrund haben häufiger die Absicht zu studieren als Studienberechtigte ohne Migrationshintergrund und im Vergleich zu Männern tendieren Frauen häufiger dazu, sich nach dem Schulabschluss zunächst eine Übergangstätigkeit zu suchen und eine Ausbildung zu beginnen. 

Die Studie basiert auf zwei vom DZHW ein halbes Jahr vor und nach Verlassen der Schule durchgeführten Befragungen der Studienberechtigten des Abschlussjahrgangs 2015. An der ersten Befragung beteiligten sich 29.905 Personen, von denen 8.953 auch an der zweiten Befragung  teilnahmen.

Viele Abiturienten möchten die Zeit nach  der Schule erstmal für eine Pause oder einen Ausladsaufenthalt nutzen. Ein Drittel aller Abiturienten legt nach der Schule erstmal eine Übergangsphase ein, um die Zeit zum Reisen oder Jobben zu nutzen oder einen Freiwilligendienst anzutreten. Ein weiteres Motiv ist aber auch die Unschlüssigkeit über den weiteren beruflichen Werdegang. 

„Die Studie zeigt zwei Dinge sehr deutlich: Der Trend zum Studium ist ungebrochen, gleichzeitig sind viele Abiturientinnen und Abiturienten nach der Schule noch unschlüssig, welchen Berufsweg sie ergreifen möchten. Aus anderen Studien wissen wir, dass jeder Dritte derzeit das begonnene Studium wieder abbricht und dann häufig eine Berufsausbildung beginnt. Auch um Studienabbrüche zu vermeiden, müssen wir die Beratung über die beruflichen Möglichkeiten noch in der Schule weiter verbessern. Wichtig ist, dass alle jungen Menschen ihren Fähigkeiten und Neigungen entsprechend einen qualifizierten Berufsabschluss machen – Studium und Berufsausbildung sind dafür gleichwertige Wege“, sagt Bundesbildungsministerin Johanna Wanka.

Die Untersuchung zeigt auch, dass das duale Studium beliebter geworden ist. Während 2008 gerade einmal fünf Prozent der Befragten ein duales Studium aufgenommen haben, waren es 2015 bereits neun Prozent. „Die starke Praxisorientierung und die frühe finanzielle Unabhängigkeit vom Elternhaus sind für die Studienberechtigten Beweggründe für die Aufnahme eines dualen Studiums“, erläutert Monika Jungbauer-Gans, wissenschaftliche Geschäftsführerin des DZHW. 

Positiv ist auch die Tatsache, dass sich jeder zweite schon vor dem abschließenden Studienjahr mit den Möglichkeiten für den weiteren Werdegang beschäftigt. Immerhin 39 Prozent fühlen sich kurz vor dem Schulabschluss gut informiert. Während sich 38 Prozent über ihre eigenen Interessen im Unklaren sind, nannten 42 Prozent die Zulassungsbeschränkungen und 43 Prozent die schwer überschaubare Zahl der Möglichkeiten als Schwierigkeit beim weiteren Werdegang. Die Finanzierung von Ausbildung oder Studium sehen noch 24 Prozent als Problem an. Immerhin der niedrigste Wert im Vergleich zu bisherigen Befragungen. 

Quelle: Pressemittteilung Bundesministerium für Bildung und Forschung, DZHW
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