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29. November 2012  

Studentenjob als Haarmodel

Mit Strähnchen Geld verdienen

Wer als Student einen Nebenjob sucht, landet meist in einem Büro oder einer Kneipe. Ein Studentenjob kann aber auch ausgefallener sein. Vorausgesetzt, man hat die Haare schön. Lara Sogorski
Studentenjob als Haarmodel

Für einen Studentenjob als Haarmodel braucht man vor allem tolle Haare. © Amir Kaljikovic– fotolia.com

In einen Friseurladen hat Franziska Wirkus schon länger keinen Fuß mehr gesetzt. Trotzdem trägt sie einen topmodernen Haarschnitt. Die 28-jährige Schauspielstudentin hat einen Studentenjob als Haarmodel. In drei Shows stand sie schon auf der Bühne, um neue Schnitte und Farben zu präsentieren, unter anderem beim Branchen-Riesen L’Oréal. "Ich habe einen Studentenjob gesucht, bei dem ich möglichst flexibel bin", sagt die Berlinerin. Von ihrer Erfahrung als "normales" Model und Schauspielerin profitiert sie bei der Arbeit. Denn obwohl in den Shows natürlich die Haare im Mittelpunkt stehen, muss ein Haarmodel seine Frisur dort meist auch auf dem Laufsteg präsentieren.

Vor dem großen Auftritt als Haarmodel steht jedoch erst mal das Casting bei einer Agentur an. Diese wählt im Auftrag von Unternehmen wie L’Oréal oder Wella passende Models für die Shows aus. "In erster Linie werden die Haare begutachtet. Aber es spielt auch eine Rolle, was für eine Ausstrahlung man hat und welcher Typ man ist", erzählt Wirkus. Gerade bei der Typ-Frage gebe es klare Vorgaben der Show-Veranstalter. Außerdem wird beim Casting vereinbart, wie sehr sich die Friseure für die Show an dem Haarmodel "austoben" dürfen. "Natürlich hat man die meisten Chancen, einen Job zu bekommen, wenn man sehr offen ist. Aber jeder sollte ehrlich zu sich sein, schließlich trägt man die neue Frisur nachher auch im Alltag und muss sich damit wohlfühlen."

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Laufen können wie Heidi Klum

Schon zweimal wurden Franziska Wirkus’ Haare bei einer Show nicht nur präsentiert, sondern sogar "live geschnitten". Dabei sitzt sie auf einem Stuhl direkt vor dem Publikum, und der Friseur zeigt sein Können. Da es keinen Spiegel gibt, sehe man in dem Moment selbst nicht, was passiert, und müsse einfach darauf vertrauen, dass am Ende alles ganz toll aussieht, erklärt Franziska. "Das Wichtigste ist, zu lächeln und die Leute im Zusammenspiel mit dem Friseur zu unterhalten.“ Sitzt am Ende auch die letzte Haarsträhne, heißt es posieren und stillhalten für die kritischen Blicke der Zuschauer, die nun die neue Kreation ganz genau beobachten.

Agenturen, die speziell Haarmodel-Jobs anbieten, gibt es in Deutschland nur wenige. Die Berliner Agentur A&T Faces von Andreas und Thomas Jeda ist so eine. Die beiden Geschäftsführer betreuen Shows bundesweit und sind immer auf der Suche nach neuen Models. Die finden sie entweder über Jobportale im Internet oder, indem sie junge Leute einfach auf der Straße ansprechen. Auch über die Agentur-Website können sich Interessierte bewerben. "Als Haarmodel sollte man mindestens 170 Zentimeter groß sein, die Kleidergröße liegt maximal bei 38", sagt Andreas Jeda. Ganz wichtig sei, dass die Kandidatinnen auf hohen Schuhen laufen können. "Im besten Fall muss das so aussehen wie bei den Mädels von Heidi Klum."

Link Tipp

www.at-faces.com – Berliner Agentur, spezialisiert auf die Vermittlung von Haarmodels.

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