© Jan Doré
Kommunikationsdesign studieren:
Nach seiner Ausbildung zum Mediengestalter wollte Jan (26) tiefer in die Welt des Designs eintauchen. Während er in der Ausbildung vor allem gelernt hatte, Ideen technisch umzusetzen, wollte er nun verstehen, wie Gestaltung überhaupt erst entsteht. Deshalb entschied er sich für ein Studium im Bereich Kommunikationsdesign. Heute sagt er: Die Kombination aus Ausbildung und Studium war für seinen Berufseinstieg ideal.
© Jan Doré
Eigentlich wollte Jan nach dem Abitur erst überhaupt nicht studieren.
„Ich hatte damals einfach keine Lust mehr auf weiteres Lernen und wollte lieber etwas Praktisches machen. Diese Einstellung hat sich während meiner Ausbildung allerdings geändert. In der Berufsschule habe ich mich sehr gerne mit Typografie beschäftigt und aus dieser Begeisterung hat sich dann der Wunsch entwickelt, mich noch intensiver mit Gestaltung auseinanderzusetzen. Und viele Gestaltungskonzepte, mit denen man sich als Mediengestalter:in beschäftigt, haben Menschen entwickelt, die zuvor Design studiert haben. Als mir das bewusst wurde, kam mir der Gedanke, ob das nicht auch ein Weg für mich wäre.“
Mir hat die Berufsschule so viel Spaß gemacht, dass ich dachte: Ein Studium ist eigentlich einfach die verlängerte Version davon. Das sollte ich ausprobieren.
Jan über den Weg von der Ausbildung ins Studium
Jan studierte Kommunikationsdesign an der Hochschule Düsseldorf in der Peter Behrens School of Arts. Acht Semester lang vertiefte er sein Wissen in den Bereichen Gestaltung, Typografie, Konzeption und visuelle Kommunikation und arbeitete an zahlreichen Praxisprojekten.
In den ersten beiden Semestern absolvierte Jan hauptsächlich Grundlagenkurse in diesen Fächern:
Typografie
Illustration
Malerei
Text und Redaktion
Gestaltungstheorie
„Ab dem dritten Semester wurde das Studium deutlich freier und auch praxisorientierter. Man konnte sich seinen Stundenplan fast komplett selbst zusammenbauen. Man konnte frei Kurse aus Bereichen wie Schrift, Bild, Raum oder System wählen und so eigene Schwerpunkte in seinem Studium setzen.“
„Im fünften Semester habe ich dann ein Auslandssemester in Finnland gemacht – allerdings war mein Studium dort nicht auf Kommunikationsdesign ausgerichtet, sondern ich habe Kurse im Bereich Produktdesign belegt. Eigentlich weiß ich bis heute nicht genau, wie das passiert ist. Aber im Endeffekt bin ich froh, dass ich diese Erfahrung machen konnte, weil ich mich dadurch total für räumliche und dreidimensionale Gestaltung begeistern konnte.“
Eigentlich dachte Jan, dass Typografie sein Schwerpunkt werden würde. Schließlich war seine Begeisterung für diesen Gestaltungsbereich einer der Gründe, warum er sich für sein Studium entschieden hat. Stattdessen entdeckte er eine weitere Leidenschaft: 3D-Design.
„Am 3D-Design hat mich direkt fasziniert, wie man mit digitalen Werkzeugen ganze Welten erschaffen kann. Man sitzt vor dem Computer und erschafft plötzlich eine komplette Realität. Das fand ich unglaublich faszinierend. In meinen Kursen konnte ich dann mit Programmen wie Blender virtuelle Räume und Szenarien entwickeln und mich so immer mehr in den Bereich räumliche Gestaltung einarbeiten.“
Ein Studium ist die perfekte Zeit, um den eigenen Horizont zu erweitern. Man entdeckt Interessen, von denen man vor dem ersten Semester nicht mal wusste, dass sie existieren.
Jan über neue Perspektiven im Studium
„Vor meinem ersten Semester dachte ich eigentlich, dass ich mich im Studium wie auch in meiner Ausbildung hauptsächlich mit klassischem Grafikdesign beschäftigen würde. Aber so war es überhaupt nicht. Das Studium Kommunikationsdesign hat mir gezeigt, wie vielseitig der Bereich Design überhaupt ist, das war mir davor nie bewusst. Uns wurde von Anfang an vermittelt, Gestaltung nicht nur als Handwerk zu sehen, sondern auch als künstlichere und konzeptionelle Disziplin.“
Neben klassischen Gestaltungsprojekten beschäftigte sich Jan mit diesen Disziplinen:
Gestaltung im Raum
Programmierung
Installationen
Experimentellen Medienformaten
Mein Studium in Kommunikationsdesign verstand Gestaltung nicht nur als Handwerk, sondern auch als künstlerische und konzeptionelle Disziplin. Das war eine tolle Erweiterung zu meiner Ausbildung als Mediengestalter und hat meine Perspektive für Design und Gestaltung erweitert.
Jan über seine Weiterentwicklung als Gestalter
Vor seinem Studium Kommunikationsdesign hat Jan bereits eine Ausbildung als Mediengestalter in den Bereichen Print und Digital abgeschlossen. Seine Erfahrungen und erworbenen Kenntnisse aus dieser Zeit konnte er direkt im Studium nutzen.
„Viele Kommiliton:innen mussten sich erst den Umgang mit Programmen wie Photoshop oder InDesign aneignen. Ich hingegen konnte mich direkt auf die Inhalte konzentrieren, weil ich die technischen Grundlagen bereits beherrscht habe.“
Mein Fazit aus Ausbildung und Studium? Als Azubi erst das technische Handwerk lernen und so danach im Studium freier denken und gestalten können – für mich war dieser Weg die perfekte Kombination.
Jan über seinen Weg vom Handwerk zum Design
Um einen der beliebten Studienplätze zu erhalten, musste sich Jan im Vorfeld bewerben. Die Bewerbungsphase gliederte sich dabei in zwei Teile: einen praktischen Teil und ein persönliches Auswahlgespräch.
Phase 1: Bewerbungsmappe
„Für meine Bewerbung an der Hochschule Düsseldorf musste ich eine Mappe mit zehn eigenen Arbeiten zu einem vorgegebenen Thema einreichen. Meine Aufgabe lautete „Willkommen in der Realität“. Die Arbeiten selbst konnten dann ganz individuell gestaltet werden. Das konnten Plakate sein oder Filme, Zeichnungen, Skulpturen oder Fotografien.“
Phase 2: Auswahlgespräch
„Wenn die Bewerbung mit der Bewerbungsmappe überzeugen konnte, wird man zu einem persönlichen Gespräch, einem Kolloquium, eingeladen. Dort habe ich meine Arbeiten vor einer Jury aus Dozenten und Studierenden präsentiert und Fragen dazu beantwortet. Mein Tipp für dieses Fachgespräch: Man sollte sich von den Anmerkungen nicht verunsichern lassen. Die Fragen sind teilweise mit Absicht herausfordernd gestellt, um die eigene Kritikfähigkeit zu testen.“
Gestaltung als konzeptionelles Denken verstehen
Eigene kreative Schwerpunkte entwickeln
Freier und experimenteller arbeiten
Unterschiedliche Designbereiche kennenlernen
Ein starkes Portfolio aufbauen
Trau dich, ungewöhnliche Ideen auszuprobieren.
Beschäftige dich früh mit Gestaltungsprogrammen.
Lass dich im Bewerbungsprozess nicht verunsichern.
Nutze die Freiheit des Studiums und probiere verschiedene Bereiche aus.
Wenn möglich: Ziehe für das Studium in die Hochschulstadt und vermeide lange Pendelwege.
Ja, auf jeden Fall. Viele starten direkt nach dem Abitur oder Fachabitur ins Studium. Aber: Wer schon einmal mit Grafikprogrammen gearbeitet hat, hat durchaus einen Vorteil. Technische Vorkenntnisse erleichtern dir den Einstieg in den ersten Semestern, weil du dich direkt auf deine kreativen Konzepte konzentrieren kannst.
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