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21.06.2013  
Duales Studium - Wie die Bewerbung im dualen Studium abläuft

Nächster Halt: Zusage

Wer sich für ein duales Studium bewerben will, fragt sich am Anfang, wie so eine Bewerbung überhaupt abläuft und wo man sich bewerben muss. Am Beispiel der Deutschen Bahn zeigen wir euch, wie der Bewerbungszyklus für ein praxisintegriertes Studium aussehen kann.

Bewerbungsverfahren duales Studium

Bewerbungsverfahren für ein duales Studium:
so läuft's. © Anke Tillmann

Spätestens gegen Ende der Schulzeit muss man sich überlegen, wie es weitergehen soll. Die einen werden reisen, andere entscheiden sich für ein klassisches Studium. Aber du brauchst eine Veränderung, willst nicht mehr nur lernen, sondern auch arbeiten – und deshalb würdest du gern ein duales Studium machen. Aber wie bewirbt man sich überhaupt für ein duales Studium? Bei der Hochschule? Beim Unternehmen? Und wie läuft so ein Bewerbungsprozess dann ab?

Bei vielen Unternehmen, die die Möglichkeit für ein duales Studium bieten, sieht das Bewerbungsverfahren ähnlich aus. Wir verdeutlichen den Ablauf am Beispiel der Deutschen Bahn.

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Anfang August* (1 Jahr vor Studienbeginn): Bewerbung im Unternehmen

Bei der Bahn läuft die Bewerbung über ein Online-Formular auf der Webseite. Man lädt dort ein Anschreiben, den Lebenslauf sowie das letzte Schulzeugnis hoch. Für die Studienfächer der betriebswirtschaftlichen Richtung sollte der Notendurchschnitt bei 2,4 liegen (mindestens eine Drei in Mathe, Deutsch und Englisch). Bei den technischen Studiengängen darf es eine 2,8 sein, vorausgesetzt, die Physiknote ist gut. Schulpraktika sind nicht zwingend erforderlich. Um die Einschreibung an der Hochschule kümmert sich später die Deutsche Bahn.

Achtung: Das ist nicht bei jedem Unternehmen so! Oft muss der Bewerber den Kontakt zur Uni oder FH selber herstellen und ein Motivationsschreiben aufsetzen. Erkundigt euch also vorher auf der Webseite des Unternehmens nach den Einschreibungs-Modalitäten. Und noch ein Tipp für euer Anschreiben: „Ich möchte ein duales Studium machen, weil mich die Mischung aus Theorie und Praxis fasziniert“ reicht nicht als Begründung für eure Bewerbung. Denn mit dieser Floskel beginnen inzwischen fast alle Bewerber ihren Text. Geht stattdessen konkret auf die Anforderungen in der Stellenausschreibung ein. Welche Fähigkeiten sind gefordert? Wo konntet ihr diese schon unter Beweis stellen (z.B. in einem Nebenjob oder an der Schule)?

Musteranschreiben fürs duale Studium

Download-Tipp! Hier findest du ein Musteranschreiben für das duale Studium.

Anfang September: Telefoninterview

Das ca. 30-minütige Gespräch dient dem ersten Kennenlernen. Behandelt werden u.a. diese Themen: Warum hat sich der Bewerber für die Deutsche Bahn entschieden? Warum für ein duales Studium? Warum für diese Fachrichtung? Ein kleiner Teil des Gesprächs findet auf Englisch statt! Am Ende des Telefonats kann der Bewerber noch seine Fragen zum Studium und zur Praxiszeit loswerden.

Sorgt dafür, dass ihr während des Gesprächs ungestört seid. Legt Zettel und Stift für Notizen bereit. Es werden Fragen zu eurem Lebenslauf kommen – lest ihn euch vorher noch mal in Ruhe durch. Übrigens wirkt man am Telefon sympathischer, wenn man lächelt.

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Anfang Oktober: Assessment-Center

Hier handelt es sich um eine ganztägige Veranstaltung mit 12 Bewerbern. Die Kandidaten sollen in Gruppenübungen ihre Teamfähigkeit unter Beweis stellen. Wer es schafft, in der ungewohnten Umgebung authentisch zu bleiben, hat halb gewonnen. Fünf bis sieben Recruiter begleiten das Geschehen. Eine Selbstpräsentation der Bewerber sowie ausführliche Infos zur Ausbildung seitens der Deutschen Bahn runden den Tag ab. Am Abend gibt es für jeden Bewerber ein Vieraugengespräch mit direktem Feedback. Man lernt also etwas über sich, unabhängig davon, wie es nach dem AC weitergeht.

In anderen Unternehmen sieht die Personalabteilung anstelle des Assessment-Centers (oder zusätzlich!) vielleicht einen Einstellungstest vor. Dieser findet häufig online statt. Getestet werden z.B. mathematische Kenntnisse, Allgemeinbildung, räumliches Vorstellungsvermögen und Rechtschreibung. Die Fragen muss man unter Zeitdruck beantworten – so wird nebenbei überprüft, wie konzentrationsfähig und belastbar der Testteilnehmer ist.

Mitte Oktober: Vorstellungsgespräch

Inzwischen kennen sich der Bewerber und die Personalabteilung schon relativ gut. In diesem letzten, persönlichen Gespräch lernt der Bewerber auch die Leiter der Fachabteilungen kennen, mit denen er während seiner Praxiszeit in Berührung kommen wird. Darüber hinaus erhält er die Gelegenheit, die Arbeitsumgebung anzusehen und zukünftige Kollegen zu treffen.

Tipp: Notiert euch vor einem Jobinterview immer die Fragen, die ihr stellen wollt. In der Aufregung vergisst man schnell ein paar Sachen. Außerdem ist es ratsam, sich ausführlich mit der Wegbeschreibung zu beschäftigen, damit ihr nicht abgehetzt oder sogar zu spät zum Termin erscheint.

Ca. 2 Tage nach dem Vorstellungsgespräch: Zusage / Absage

Etwa zwei Tage nach dem Vorstellungsgespräch gibt das Unternehmen den Bewerbern Bescheid. Die Zusage oder Absage kann persönlich am Telefon, aber auch per Post kommen. Darin steht auch, wie es nach der Zusage weitergeht und an wo man sich melden soll.

* Die Bewerbungsfristen sind in jedem Unternehmen anders.

 

 

Schlagworte:
 
Duales StudiumBewerbungBewerbungsverfahren

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