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So wohnen Studenten

28. Februar 2019

Studenten sind in der Regel knapp bei Kasse. Das zeigt sich auch beim Thema Wohnen: Nur wenige können oder wollen sich eine eigene Wohnung leisten. Aber wo kommen Studenten unter? Eine aktuelle Studie des CHE hat sich damit beschäftigt.

So wohnen Studenten

Im Laufe der Zeit verändern sich die Dinge. Das betrifft auch den Hochschulalltag und das Studentenleben. Das CHE gemeinnütziges Centrum für Hochschulentwicklung hat sich mit diesen Veränderungen beschäftigt und speziell die Wohnsituation der Studenten unter die Lupe genommen. Wie wohnen Studenten heute? Und wie war das vor 15 Jahren? Wir haben die Ergebnisse zusammengefasst.

Viele Studenten, zu wenige kleine Wohnungen

Das CHE hat im Wintersemester 2017/2018 knapp 37.000 Studenten zu ihrer Wohnsituation befragt und mit Befragungsergebnissen des Wintersemesters 2002/2003 verglichen. Mit folgendem Ergebnis: Es haben deutlich weniger Studenten eine eigene Wohnung. Lebte im Jahr 2003 noch knapp ein Drittel in den eigenen vier Wänden, waren es im Jahr 2018 nur noch ein Viertel. Für diese Entwicklung gibt es gleich mehrere Gründe: Zum einen ist die Situation auf dem Wohnungsmarkt schwierig. Es gibt immer weniger kleine Wohnungen, die bezahlbar sind. Zum anderen wächst die Anzahl der Studenten, die – übrigens neben vielen anderen Menschen – eine Ein- oder Zweizimmerwohnung suchen.

Beliebt: WG-Zimmer mit vielen Vorteilen

Stattdessen ist die Wohngemeinschaft eine beliebte Alternative geworden: Fast jeder Dritte Studenten lebt in einer WG. Hier teilen sich mindestens zwei, oft aber auch noch mehr Studis eine große Wohnung. Küche und Bad werden gemeinsam genutzt, trotzdem bleibt jedem sein eigenes Zimmer. Wenn es menschlich passt und Mitbewohner eventuell sogar dasselbe Fach studieren, kann das gemeinsame Wohnen noch mehr Vorteile bringen: einen netten fachlichen Austausch zwischendurch beispielsweise oder gemeinsame Lernabende. Vor allem denjenigen, die gerade neu in eine andere Stadt ziehen, kann das WG-Leben schnell zu neuen Kontakten und  kostenlosen Freizeittipps verhelfen. Und: Weil WG-Zimmer oft kurzfristiger verfügbar sind als Mitwohnungen und übers Internet leichter zu finden sind, ist diese Wohnform eine echte Alternative zur eigenen Mietwohnung geworden.

Zuhause wohnen bleiben

Eine weitere Option ist das Hotel Mama – vorausgesetzt es liegt in der Nähe der Wunschhochschule. Hier macht es sich jeder vierte Student bequem. Auch wenn sich der eine oder andere etwas mehr Distanz zum Elternhaus wünscht, ist die Lösung in der Regel die kostengünstigste. Sollten Mama und Papa überhaupt Miete verlangen, so ist diese doch sehr überschaubar. Außerdem rufen weitere Vorteile: gutes Essen, gar keine bis sehr geringe Nebenkosten und eventuell sogar ein Auto vor der Tür, das mitbenutzt werden darf. Diese angenehmen Nebenwirkungen lassen Studenten übrigens einen weiteren Anfahrtsweg zur Uni in Kauf nehmen. Fast zwei von drei Studenten müssen bis zu  50 Kilometer bis zum Campus fahren und somit viel Zeit in die Hin- und Rückfahrt investieren. Im Jahr 2003 musste das nur jeder zweite. Dass so viele Studis diesen Nachteil in Kauf nehmen, mag vielleicht auch am Alter liegen: Dank G8 sind Abiturienten heutzutage schließlich deutlich jünger als noch vor ein paar Jahren.

Studentenwohnheime: Günstig aber selten

Zwar sind Plätze in Studentenwohnheimen beliebt, allerdings sind viel zu wenige vorhanden und die Wartelisten entsprechend lang. Nur 14 Prozent der Studenten leben hier, das sind etwa genauso viele wie vor 15 Jahren. Wer einen Platz ergattert, kann sich glücklich schätzen. Die Ausgaben für Miete und Nebenkosten sind gering (die durchschnittliche Bruttowarmmiete beträgt bei den Studentenwerken 246 Euro im Monat) und die Lage der Wohnheime hervorragend: Meistens wurden sie in direkter Nähe zur Hochschule gebaut – freie Stunden zwischen den Vorlesungen können die studentischen Bewohner also gut Zuhause verbringen. Außerdem finden sich hier fast immer Gleichgesinnte, mit denen es sich hervorragend feiern und lernen lässt. Wer jedoch ruheliebend und nicht besonders kontaktfreudig ist, sollte sich gut überlegen ob diese Wohnform wirklich zu ihm passt!