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Schlaukopf.de - Die Lernplattform im Check

10. April 2019

Schlaukopf.de zählt zu den meist genutzten Lernangeboten im deutschsprachigen Raum. Wir haben die interaktive und kostenlose Lernseite für dich getestet und konnten Michael Hicke, den Gründer der Web-Plattform, für ein Interview gewinnen.

Schlaukopf

Schlaukopf.de? Was ist das?

Schlaukopf.de ist eine interaktive, kostenlose, werbefinanzierte Lernplattform für Schüler. Mit über 80.000 Fragen kannst du dein Wissen nach Schulform, Klasse und Schulfach sortiert testen. Lernende nutzen Schlaukopf zur Lernkontrolle vor Klassenarbeiten, Tests oder just for fun. Schlaukopf gibt es auch als App fürs Handy.

Design und Funktion

Startest du Schlaukopf.de. fällt eins sofort auf: schlichtes Design, klare Struktur und einfache Navigation. Hier poppen keine Bilder auf, ja nicht einmal Fotos gibt es. Mit Buchung der Premium-Variante können deine Eltern sogar die Werbebanner entfernen. Schnell wird klar: Das Lernen steht im Vordergrund. Die Navigation ist denkbar einfach: Du kannst auf der Startseite die Schulform und deine Klassenstufe auswählen, dann ein Schulfach und schon kann es losgehen. Automatisch erhältst du in Form von e-Karteikarten Fragen zu deinem Thema mit multiple-choice-Antworten. So kannst du beispielsweise mit 164 Mathe-Fragen zum Dreieck der Klasse 7 dein Wissen testen. Es wird nichts erklärt sondern lediglich abgefragt. Wie in der Schule bekommst du nach Abschluss eines Lernmoduls eine Rückmeldung über deinen Leistungsstand in Form einer Note.

Michael Hicke hatte bereits 2008 die Idee zu diesem interaktiven E-Learnig-System. Er studierte Angewandte Informatik in Stuttgart und hat Schlaukopf aus seiner Studienarbeit zu einem interaktiven E-Learning-System heraus entwickelt. Ursprünglich hieß die Website Abfrager.de, seit 2015 Schlaukopf.de. Elf erfolgreiche Jahre später haben wir ihn zu seiner Plattform befragt:

Wer sind die schlauen Köpfe hinter schlaukopf.de? Wie groß ist das Team?
Hinter der Web-Plattform Schlaukopf.de stehen meine Frau Agathe (Ärztin) und ich (Informatiker), sowie einige Lehrer, die bei einzelnen Themen bei der Erstellung der Test-Fragen helfen. Die mobilen Apps für Android und iOS werden von Frau Annette Roder von der Firma Appsistance in München in Eigenregie entwickelt. Wir sind also ein Team von 3 Leuten.

Sind die Fragen abgestimmt mit den Curricula der jeweiligen Schulen und nach Bundesländern? 
Ja, wir gehen die Lehrpläne der Schularten und Bundesländer regelmäßig durch, und passen unsere Inhalts-Strukturen entsprechend an. Das Schulsystem in Deutschland ist allerdings so vielfältig, dass sich sogar Bildungspläne zwischen einzelnen Schulen der gleichen Schulart im selben Bundesland stark unterscheiden können. Eine vollständige Abbildung aller Lehrpläne ist daher nicht möglich.

Wie sehen Sie die Möglichkeiten der Weiterentwicklung des Angebots (auch technisch) in den nächsten Jahren aus? Gibt es grundlegende Dinge, die Sie verändern werden?
Wir entwickeln seit 3 Jahren eine neue technologische Basis für Schlaukopf.de. Diese basiert auf den neuesten Web-Technologien und kann deutlich mehr als die bisherige Technik, welche sich zwar bewährt hat aber von den Möglichkeiten her auf einfache Online-Tests beschränkt ist.

Was sagen Sie zu Ihrer "Konkurrenz", The simple Club oder Sofa Tutor? Glauben Sie, dass ein "e-Karteikartensystem", das lediglich abfragt, gegen diese erfolgreichen Lernplattformen bestehen kann? Falls ja, warum und auf welche Weise?
Im Gegensatz zu diesen Anbietern sind bei Schlaukopf alle Inhalte für die Nutzer kostenfrei, da sie werbefinanziert angeboten werden. Dies funktioniert nur mit sehr effizienten und kostenarmen Strukturen. Unser Projekt ist nachhaltig und hat Reserven für die Zukunft. Das kommerzielle Segment hat einen anderen Ansatz. Hier geht es darum, mit hohem Aufwand eine marktbeherrschende Stellung zu erreichen. Dazu muss von Nutzern mit teuren Abos viel Geld abgeschöpft werden, da vom Staat bislang nahezu kein Geld in öffentliche Lernplattformen fließt. Bei Schlaukopf möchten wir hingegen möglichst viele Schüler erreichen. Dies ist nur mit einem kostenfreien Angebot möglich.“

Wird es Schlaukopf also in 10 Jahren noch geben?
Aber natürlich.

Es fällt auf, dass Ihre Seite für heutige Verhältnisse nicht multimedial ist: Es sind dort weder Audios noch Filme oder Bilder zu finden. Planen Sie an diesem Punkt Nachbesserungen?
Die derzeit laufende Neuentwicklung wird dies ermöglichen. Erste Lernthemen der ersten Klassenstufe sind bereits umgestellt. Allerdings ist unsere neue technologische Basis derzeit noch experimentell und nicht ausgereift.

Ihre Seiten werden von Schülern/Jugendlichen genutzt. Diese sind gewohnt, die Einbindung von Social Media vorzufinden. Haben Sie bewusst darauf verzichtet? Wenn ja, warum?
Wir haben darauf bewusst verzichtet. Wir möchten den Aufwand und die Komplexität gering halten. Zudem sollen sich die Schüler auf die Inhalte konzentrieren.


Fazit: Weniger ist manchmal mehr. Das "Retro-Design" vielleicht sogar ein Plus. Der Erfolg der Lernplattform spricht jedenfalls für sich: Seit Entstehung des Projekts wurden die Fragen mehr als eine Milliarde Mal beantwortet.