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Game Designer oder Spielentwickler werden

29. Januar 2019

Game Designer und einem Spielentwickler - worin unterscheiden sich diese Berufe? Wir zeigen, welche Aufgaben es bei der Erstellung von Videospielen gibt und wie man einen Job in der Games-Branche findet.

Videospiele sind aus unserer Welt nicht mehr wegzudenken. Im Jahr 2018 gab es mehr als 34 Millionen Video- oder Computerspieler in Deutschland und die besten Zocker der Welt werden als Profi-Athleten gefeiert. Wenn du alleine vor dem Fernseher oder dem PC sitzt, ist es leicht zu vergessen, wie viele verschiedene Menschen zuvor unzählige Arbeitsstunden in dieses Videospiel gesteckt haben. Wir stellen dir heute zwei Berufsgruppen vor, die großen Anteil an der Entstehung deiner Lieblings-Games haben – Vielleicht ist der Beruf eines Gamedesigners oder eines Spieleentwicklers auch etwas für dich?

Die Grenzen zwischen Game Design und Spieleenwicklung (engl.: „Game Development“) sind dabei fließend. Das eine Arbeitsfeld hat Auswirkungen auf das Andere, und nur wenn viele einzelne Probleme aufeinander abgestimmt gelöst werden, entsteht am Ende ein Videospiel, dass eine große Anzahl Spieler begeistert.

Was ist ein Spielentwickler?

Der Begriff „Spielentwickler“ beschreibt seinen Aufgabenbereich sehr passend: Seine Aufgabe ist die Herstellung von Videospielen, einem relativ jungen Medium, dass sich steigender Beliebtheit erfreut. Da Spieleentwickler digitale Spiele entstehen lassen, verbringen sie ihre Arbeitszeit vor allem vor Computermonitoren.

Bei der Spielentwicklung gibt es viele verschiedene Arbeitsfelder. Je nach Umfang des Spiels und Größe des Entwicklerteams kann es sein, dass es für jeden Bereich einen einzelnen Zuständigen oder sogar ein ganzes Team gibt, dass sich um eine bestimmte Aufgabe kümmert. Bei kleineren Projekten werden auch mehrere Aufgaben von der gleichen Person übernommen:

  • Produzenten: Ihre Aufgaben sind die Organisation und Finanzierung des Projekts. Sie nehmen aus dieser Perspektive Einfluss auf die Entwicklung. Oft gibt es Überschneidungen zum Game Designer.
  • Programmierer: Sie nutzen verschiedene Programmiersprachen, um die Spielmechaniken entstehen zu lassen.
  • Grafiker: Sie kümmern sich um die grafische Gestaltung der Game-Welt.
  • Game Designer: Ihn stellen wir euch weiter unten genauer vor.
  • Komponisten & Sound Designer: Ihr Aufgabenbereich ist die Audio-Spur eines Spiels: Sie entscheiden, welches Musikstück wann abgespielt wird und wie die verschiedenen Elemente und Bereiche eines Spiels klingen.
  • Autoren: Sind verantwortlich dafür, dass die Story und die Charaktere eines Spiels zum Gesamtpaket passen und den Spieler fesseln.
  • Tester: Sie suchen nach Fehlern und Problemen („Bugs“), damit der Spieler sich nicht über ein unfertiges Produkt ärgern muss oder das Spiel nicht richtig gespielt werden kann.

Wie wirst du Spielentwickler?

Es gibt aktuell keine anerkannte Ausbildung zum Spielentwickler. Bei privaten Institutionen (z.B. Akademien) kannst du allerdings Zertifikate aus diesem Arbeitsbereich erwerben. Dabei musst du allerdings davon ausgehen, dass du für diese Kurse bezahlen musst kein Ausbildungsgehalt erhältst. Dies gilt auch für private Studiengänge, die immer beliebter werden: Mittlerweile kannst du an vielen Standorten beispielsweise „Game Engineering“, „Game Development“ oder „Game Design“ studieren. Schon während des Studiums stehen praktische Übungen im Vordergrund –alleine oder in einer Gruppe führst du Projekte durch und entwickelst erste Spiele. Wichtige Fächer während des Studiums sind Mathematik und Informatik, aber auch Englisch ist in dieser oft international ausgerichteten Branche sehr wichtig.

Die spezialisierten Studiengänge im Bereich Gaming gibt es noch nicht lange und sie kosten meistens Geld. Daher sind Spieleentwickler oft Quereinsteiger, deren Studiengang oder Ausbildung wenig oder nichts mit Gaming zu tun hatten. Von den Akademikern im Beruf haben viele die „klassische“ Informatik studiert, es gibt aber auch Game Designer mit einem Studienabschluss in Physik oder Sprachwissenschaften. Doch auch eine Ausbildung kann in diesen Beruf führen, beispielsweise zum Fachinformatiker, Anwendungsentwickler oder Multimediaentwickler.

Wichtig für den Einstieg sind vor allem persönliche Begeisterung und Kenntnisse der Videospielbranche. Trotzdem ist in den letzten Jahren ein klarer Trend zu Akademikern und Fachkräften zu beobachten – die meisten Spielentwickler haben Informatik studiert und sind durch ein Praktikum in ihren Job gekommen.

Und wie sieht die Arbeit eines Game Designers aus?

Game Design ist Teil der Spielentwicklung bei Videospielen. Es gibt entweder einen eigenen Game Designer innerhalb des Teams, oder Design-Aufgaben werden von einem Spielentwickler zusätzlich übernommen. Die Arbeit als Game Designer geht weit darüber hinaus, die Grafik eines Spiels zu gestalten: Auch die theoretische Konzeption der Spielwelt und ihrer Regeln, der Story und der Figuren innerhalb der Welt gehören zum Aufgabenspektrum dieses Berufs. Bevor die tatsächliche Entwicklung losgeht erstellen Game Designer ihre Entwürfe davon, wie das fertige Produkt idealerweise aussehen und funktionieren soll. Wenn die Planung abgeschlossen ist, werden die Ideen erst praktisch umgesetzt und das Ergebnis anschließend ausführlich getestet, bis es veröffentlicht werden kann. Dabei arbeiten sie natürlich eng mit den anderen Spielentwicklern zusammen, damit das Gesamtpaket am Ende in sich schlüssig ist und alle Komponenten wie Gameplay, Grafik, Story und Atmosphäre zusammenpassen. Wichtig ist immer, dass jede Entscheidung als Ziel hat, möglichst viele Spieler dazu zu bewegen, das Game zu kaufen und zu spielen. 

Voraussetzungen für diesen Job sind unter anderem Kreativität und die Fähigkeit, sich in den Geschmack der Spieler hineindenken zu können. Die wichtigsten Eigenschaften sind Kommunikationsfähigkeit und Teamwork – du musst den anderen Mitgliedern deines Teams deine Ideen erklären und dich auch für ihre Vorschläge begeistern können.

Die meisten Game Designer arbeiten in Unternehmen für Softwareentwicklung oder in Softwareverlagen. Viele von ihnen machen sich aber auch mit einem eigenen Studio für Gamedesign selbstständig. Die Jobchancen in diesem Beruf sind nicht schlecht, da Videospiele immer populärer werden und der Markt wächst. Häufig spezialisieren sich Game Designer auf bestimmte Spielgenres oder auf bestimmte Endgeräte (z.B. Smartphones, Konsolen, PCs). 

Studium zum Game Designer 

Game Design kann sowohl an privaten als auch öffentlichen Hochschulen studiert werden – an privaten Hochschulen wirst du wahrscheinlich Gebühren für deine Ausbildung bezahlen müssen. Nach deinem Abschluss erhältst du je nach Studiengang einen Bachelor oder Master of Arts. Im Studium erlernst du sowohl die Konzeption von Spielen als auch ihre Umsetzung, für die du dich umfassend mit Informatik beschäftigst. Viele Unternehmen bieten duale Studiengänge an, um den Praxis-Anteil dieser Ausbildung zu erhöhen.

Erfahre hier mehr zum Studiengang Game Design

Game Design als Ausbildung

Für den Beruf als Game Designer gibt es keine anerkannte betriebliche Ausbildung. Du findest aber schulische Ausbildung an privaten Designschulen und Akademien – meistens musst du wie beim Privatstudium mit Gebühren in unterschiedlicher Höhe für deine Ausbildung rechnen. Du benötigst für diese Ausbildungen jedoch keinen bestimmten Schulabschluss. Stattdessen fordern die meisten Anbieter aussagekräftige Beispiele deines kreativen Könnens in einer Bewerbungsmappe. Außerdem wird dieser Ausbildungsweg als duales Studium angeboten, in dem du zusammen mit der schulischen Ausbildung auch ein Studium absolvierst. Diese schulische Ausbildung dauert in der Regel 2 bis 3 Jahre und ist sehr praktisch aufgebaut. Du erlernst unter anderem die Konzeption von Spielwelten, ihrer Charaktere und der dort herrschenden Regeln. Zudem wirst du in die Grundlagen von 2D- und 3D-Design eingeführt. Schon während der Ausbildung entwickelst du erste Spiele und kannst dein Können unter Beweis stellen.

Viele Wege in die Gaming-Branche

Insgesamt ist die Entwicklung von Videospielen ein faszinierendes Arbeitsumfeld in einer rasant wachsenden Branche. Den einen richtigen Weg zum Spieleentwickler oder Game Designer gibt es nicht – wenn du dich für diese Berufe interessierst, gibt es viele Möglichkeiten, ans Ziel zu kommen. Hier findest du weitere Informationen zu den Studiengängen und Ausbildungen, die einen Einstieg in die Arbeitsfelder Spieleentwicklung und Game Design sein können:

Studiengänge:
Game Design
Digitale Medien
Informatik
Medieninformatik
Software Engineering 

Ausbildungen:
Fachinformatiker
Grafikdesigner
Mediengestalter Bild und Ton
Mediengestalter Digital und Print