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Beruf: Tontechniker

05. April 2019

Du hast ein gutes Gehör und bist technisch interessiert? Dann erfahre hier alles zur Ausbildung als Tontechniker.

Was ist ein Tontechniker und was macht man in diesem Beruf?

Auf der Bühne eines großen Musikfestivals spielt eine bekannte Rockband, die Fans tanzen, feiern und singen mit. Als Tontechniker ist es deine Aufgabe, dass sowohl die Künstler, das Publikum vor der Bühne und die Zuschauer im Online-Livestream zufrieden mit dem Sound sind, den sie hören.

Als Tontechniker werden die Personen bezeichnen, die für den Ton Verantwortung tragen. Sie arbeiten in verschiedenen Branchen und für unterschiedliche Medien, wie beispielsweise:

  • Fernsehproduktionen
  • Radioproduktionen
  • Musikproduktionen
  • Beschallungstechnik
  • Theater
  • Plattenfirmen

Als Hauptaufgabe von Tontechnikern können Aufzeichnung und Wiedergabe von Geräuschen genannt werden. Entweder arbeiten sie auf Live-Veranstaltungen oder in Produktionen, bei denen der Ton aufgenommen wird, um nachträglich abgemischt und bearbeitet zu werden. Je nach Aufgabenfeld können die Arbeitstage sehr lang sein, beispielsweise wenn du als Tontechniker bei Konzerten oder Festivals für den Sound verantwortlich bist. Große Teile deiner Arbeitszeit verbringst du am Computer oder an einem Mischpult.

Was muss ein Tontechniker können?

Wichtig für deine Karriere als Tontechniker ist vor allem ein gutes Gehör. Außerdem musst du Ahnung von Elektrotechnik haben: Du musst wissen, wie ein Mischpult funktioniert und wie du die Anlage so verkabeln musst, dass die verschiedenen Signale an der richtigen Stelle ankommen. Während deiner Arbeitszeit musst du flexibel auf kurzfristig auftretende Probleme reagieren können und es lieben, dich mit Technik auseinander zu setzen.

Je nach Arbeitsfeld kann der Arbeitsalltag sehr unterschiedlich aussehen. Manche Aufträge als Tontechniker sind körperlich sehr anspruchsvoll, gerade dann, wenn du regelmäßig Equipment an einer Location ab- und an einem anderen Ort wieder aufbauen musst. Bei anderen Einsatzgebieten sind Kreativität und ein gutes Wissen über Musiktheorie und -praxis gefragt.

Bei der Beschreibung davon, was ein Tontechniker ist, gibt es ein kleines Problem: Dieser Begriff ist in Deutschland nicht geschützt und damit nicht eindeutig definiert. Tontechniker kümmern sich heutzutage häufig um viel mehr als um die reine Technik hinter Tonaufnahmen. Oft übernehmen zusätzlich auch gestalterische oder kreative Aufgaben.

Ausbildungen zum Tontechniker:

Es gibt einige Ausbildungen, die auf den Beruf vorbereiten, der allgemein als "Tontechnikerin oder Tontechniker" bekannt ist. Die staatlich anerkannten Ausbildungen heißen allerdings aufgrund der oben genannten Problematik mit diesem Begriff nicht „Tontechniker Ausbildung“.

Um in diesem Beruf arbeiten zu können, kannst du beispielsweise eine Ausbildung als Mediengestalter Bild und Ton absolvieren. Wie der Name schon sagt, lernst du dabei nicht nur alle wichtigen Informationen über Akustik, sondern auch über die Aufnahme und Bearbeitung von visuellen Medien. Diese Ausbildung ist eine gute Basis für weitere Spezialisierungen. Hier erfährst du mehr.

Auch nach einer Ausbildung als Fachkraft für Veranstaltungstechnik kannst du als Tontechniker arbeiten. In dieser Ausbildung kümmerst du dich bei Live-Events um die Technik. Dies beinhaltet Aufbau, Abbau und Durchführung der Veranstaltung. Diese Ausbildung Kannst du meistens bei Radio- oder TV-Sendern machen. Lerne hier mehr über die Ausbildung als Fachkraft für Veranstaltungstechnik.

Es gibt tatsächlich auch Ausbildungsmöglichkeiten, die „Tontechnik“ heißen. Diese werden vor allem durch Medien-Akademien oder private Hochschulen angeboten. Es besteht oft auch die Möglichkeit zum Fernstudium. Diese Ausbildung bereitet in der Regel auf Einsätze bei Film-, TV- und Audio-Produktionen vor. Zu beachten ist, dass diese Ausbildungen und Zertifikate Geld kosten, während du kein Ausbildungsgehalt erhältst. Teilweise gibt es aber auch die Möglichkeit, Zuschüsse oder eine Finanzierung zu beantragen.

Studieren, um Tontechniker zu werden

Auch ein Studium kann eine gute Grundlage für deine Karriere als Tontechniker sein.

Mit einem Studium im Fach Audio Engineering / Tonmeister / Toningenieur erhältst du den Abschluss Bachelor of Music. Damit hast du das theoretische Wissen erworben, um den Sound auf Veranstaltungen wie Musikfestivals, Konzerten, Theateraufführungen oder TV-Mitschnitten  abzumischen. Ein großer Anteil dieses Studiums besteht aus Themen aus der Elektrotechnik. Hier erfährst du mehr zu diesem Studium.

An Fachhochschulen findest du das Fach Medientechnik. In diesem Studiengang stehen Fächer wie Mathematik, Elektrotechnik, Informatik und Physik stehen auf dem Stundenplan. Diese Ausbildung ist meistens sehr praxisorientiert und du führst schon während des Studiums viele praktische Übungen und Projekte durch. Hier kannst du weitere Informationen finden.

An privaten Hochschulen gibt es weitere Möglichkeiten. So gibt es viele Anbieter, bei denen du einen Bachelor in Tontechnik erhalten kannst. An Filmhochschulen findest du häufig den Studiengang Sounddesign/Filmton, mit dem du direkt spezialisiert bist.

Möchtest du Tontechniker werden?

Die Arbeit als Tontechniker kann sehr abwechslungsreich sein und es gibt viele unterschiedliche Einsatzgebiete. Aber die verfügbaren Ausbildungs- und Studienplätze sind limitiert und hart umkämpft. Und auch nach der Ausbildung kann der Berufseinstieg in die jeweilige Branche sehr schwer sein.

Um Erfolg zu haben, sind praktische Erfahrungen besonders wichtig. Ein Praktikum an der richtigen Stelle oder ein guter Kontakt können wichtiger sein als ein akademischer Abschluss oder eine gute Note in der Berufsschule. Zudem ist eine Spezialisierung wichtig. Welches Medium oder welche Arbeit interessiert dich persönlich am meisten? Du solltest dich schon während der Ausbildung darauf konzentrieren und dich immer weiterbilden, um besonders gut in deinem Job zu werden. Viele Tontechniker arbeiten selbstständig, da man als Freiberufler durchschnittlich mehr Geld verdient.

Egal, für welchen Ausbildungsanbieter oder welche Hochschule du dich entscheidest: Alle Möglichkeiten haben Vor- und Nachteile. Am Ende musst du dir überlegen, welche Ausbildung oder welches Studium für dich die richtige Wahl ist.