Wenn Unternehmen Jugendliche erreichen wollen, reicht es nicht, pauschal von „Generation Z“ oder „Generation Alpha“ zu sprechen. „Das sind letztlich nur Alterskohorten mit entsprechenden Labels. Aber Jugendliche sind viel unterschiedlicher – und die kann man nicht alle über einen Kamm scheren“, betont Sascha Bohn. Hier setzt er auf die Sinus-Jugendmilieus, von denen er vor ca. 12 Jahren zum ersten Mal gehört hat und mit denen er seit vier Jahren arbeitet.
Die Milieus unterscheiden nach Interessen, Bedürfnissen und Lebenswelten – ein Ansatz, der im Ausbildungsmarketing echten Mehrwert bietet. „Es gibt Jugendliche, die wollen sich sehr früh orientieren, andere leben komplett im Hier und Jetzt. Bei den einen lohnen sich langfristige Formate, bei den anderen eher kurzfristige Aktionen – vielleicht auch mal Guerilla-Marketing.“
Besonders spannend findet Bohn die Möglichkeit, regionale Bindungen stärker zu nutzen. „Bei traditionell-bürgerlichen Jugendlichen spielt Heimat eine große Rolle. Da kann es viel wirksamer sein, in der Kommunikation Dialekt zu nutzen, statt auf Jugendsprache zu setzen“, erklärt er. Beispiele wie „Mia san mia“ beim FC Bayern oder die landesweite Kampagne „The Länd“ aus Baden-Württemberg zeigen, wie Marken damit Nähe und Identifikation schaffen.
Auch kleinere Aktionen funktionieren nach diesem Prinzip. „Die Hansestadt Hamburg hat für Verwaltungsberufe mit einem typischen Brautpaar vom Standesamt auf einer Postkarte geworben – das spricht genau die Werte von Jugendlichen an, denen Ehe und Familie als gesellschaftlicher Grundpfeiler sowie Kontinuität und Stabilität wichtig sind.“ Solche passgenauen Botschaften, so Bohn, holen junge Menschen in ihrer Lebenswelt ab – und machen Ausbildungsmarketing deutlich wirksamer.