Jo Diercks fordert in seinen Vorträgen und Blogbeiträgen regelmäßig: Mehr Mut zur Klarheit und Kante – gerade im Employer Branding. Doch warum fällt das so vielen Unternehmen so schwer? „Weil sie in diesem Everybody’s-Darling-Denken gefangen sind,“ meint er. Die Angst, jemanden abzuschrecken, führt oft zu weichgespülter Kommunikation, die am Ende niemanden wirklich anspricht.
Ein Beispiel bringt es auf den Punkt: „Wenn im Unternehmen im Großraumbüro gearbeitet wird, dann sag das auch. Wenn das so schlimm ist, dass man es nicht sagen kann – dann ändert es!“ Es gehe nicht darum, sich schlecht zu reden, sondern darum, ehrlich zu zeigen, wie es wirklich ist. Denn genau diese Realität sei entscheidend für eine gute Passung. „Klarheit hilft, dass die Richtigen kommen – und die Falschen sich bewusst dagegen entscheiden. Das ist kein Nachteil, das ist Selektion im besten Sinne.“
Der Effekt ist messbar: Wer weiß, worauf er sich einlässt, ist zufriedener, bleibt länger und performt besser. „Das ist seit Jahren in der Forschung belegt – trotzdem wirken viele Arbeitgeberauftritte wie rundgelutschte Kieselsteine: glatt, austauschbar, profillos.“ Für Diercks ist klar: Wer wirklich überzeugen will, muss zeigen, worin er sich unterscheidet – nicht, worin er sich anpasst.