Ausbilder:innen sind heute weit mehr als reine Wissensvermittler. Brigitte Teschner bringt es auf den Punkt: „Viele sind mittlerweile eher Lebensbegleiter – oder fast schon Coaches.“ In einer Zeit, in der psychische Gesundheit, familiäre Herausforderungen oder finanzielle Probleme junger Menschen vermehrt zur Sprache kommen, stehen auch Ausbildende vor neuen Aufgaben.
„Früher kamen Themen wie Mobbing, Sucht oder Schulden vielleicht mal am Rande vor – heute landen sie direkt auf dem Tisch der Ausbilder:innen. Die Azubis wollen reden. Und sie vertrauen sich an.“ Genau das sei auf der einen Seite eine große Chance – auf der anderen Seite aber auch eine enorme Herausforderung für Ausbildende, die sich oft überfordert fühlen.
Teschner sieht in der Qualifizierung dieser Zielgruppe deshalb eine zentrale Aufgabe: Es brauche Sicherheit im Umgang mit sensiblen Gesprächen, das Wissen um professionelle Grenzen und den Mut, diese auch zu ziehen. „Niemand erwartet, dass Ausbilder:innen plötzlich Therapeut:innen sind. Aber sie sollten wissen, wie sie souverän reagieren und wohin sie verweisen können.“
Zugleich fordert die Digitalisierung ein neues Mindset. Wer heute als Ausbilder:in junge Menschen begleitet, müsse mit deren digitalen Lebenswelten Schritt halten – auch im Hinblick auf KI-Tools wie ChatGPT. „Wenn ich mich da verweigere, laufe ich Gefahr, den Draht zu verlieren. Und das berühmte ‚OK Boomer‘ steht schneller im Raum, als man denkt.“
Was das für die Trainerausbildung bedeutet? Sie muss selbst hybrid gedacht sein: Digitale Lernmodule dort, wo es um reines Fachwissen geht – aber immer ergänzt durch persönliche Trainingsräume. „Empathie, Feedback, echte Gesprächssimulationen – das geht nur in Präsenz. Und genau da setzen wir an.“