Was brauchen junge Menschen heute wirklich, um ihren Weg ins Berufsleben zu finden und was müssen Unternehmen tun, um sie nicht nur zu gewinnen, sondern auch langfristig zu begleiten?

Mit diesen Fragen beschäftigt sich Kevin Ziegler, CEO von wayers, seit vielen Jahren. In seiner Arbeit verbindet er internationale Erfahrungen, Persönlichkeitsentwicklung und Nachwuchsförderung – und beobachtet dabei sehr genau, wie sich Erwartungen und Bedürfnisse der jungen Generation verändern.

Im Gespräch mit Julia Klingen von Einstieg Concept spricht er über Generation Z und Alpha, über Orientierung in einer komplexen Welt und darüber, warum echte Erfahrungen oft mehr bewirken als klassische Programme.

 

Inside the Mind: Wer ist Kevin Ziegler?

Wenn Kevin Ziegler sich selbst beschreiben soll, braucht er nicht lange zu überlegen: „menschenorientiert, lösungsorientiert und pragmatisch.“

Diese drei Begriffe kommen nicht von ungefähr. Seine Arbeitsweise sei stark durch Praxis und Kundendialog geprägt worden, erzählt Kevin. Genau dort habe er gelernt, Herausforderungen nicht nur zu analysieren, sondern Lösungen zu finden, die im echten Arbeitsalltag funktionieren.

Vielleicht fühlt er sich deshalb auch nie wie der klassische Uni-Absolvent. Kevin sieht sich eher als jemanden, der „aus dem Leben kommt“ und genau dieser Blick auf Menschen und reale Herausforderungen prägt bis heute seinen Zugang zu Nachwuchs- und Persönlichkeitsentwicklung.

 

Immer in Bewegung – damals wie heute

Feuerwehrmann, Pilot oder Polizist? „Ehrlicherweise hatte ich gar nicht diesen einen Wunschjob“, sagt er Kevin Ziegler auf die Frage, was er als Kind mal werden wollte.

Was ihn dagegen schon früh geprägt hat, war Bewegung. Stillstand lag ihm nie. Seine Kindheit spielte sich vor allem draußen ab. Auf dem Fußballplatz, beim Tennis oder einfach unterwegs an der frischen Luft. „Ich war kein Kind von Stillstand“, erzählt er schmunzelnd. Egal bei welchem Wetter – Hauptsache aktiv, Hauptsache draußen.

Rückblickend sieht er darin sogar eine Verbindung zu dem, was ihn heute antreibt. Denn auch seine Arbeit hat viel mit Bewegung zu tun, nur auf einer anderen Ebene. „Heute geht es um Menschen, die in Bewegung kommen“, sagt er.

Die Idee, später einmal ins Management zu gehen, kam dann tatsächlich erst in der Jugend. „Mit 14 habe ich gesagt, ich möchte Manager werden – ich wusste zwar nicht wovon“, erinnert er sich lachend. Aber der Gedanke, Dinge zu planen, zu steuern und zum Laufen zu bringen, war schon damals da.

Heute ist genau das Teil seines Alltags.

 

Auftanken mit Familie, am liebsten draußen

Wenn Kevin abschaltet, dann vor allem mit seiner Familie. Mit seiner Frau, seinen beiden Töchtern – sieben und zehn Jahre alt – und Labradorhündin Shiny verbringt er möglichst viel Zeit draußen.

„Viel draußen sein, in der Natur unterwegs sein“, beschreibt er seinen Ausgleich. Mountainbike, Skifahren oder einfach mit den Kindern draußen spielen – Hauptsache Bewegung.

„Ich bin kein Mensch, der glücklich dabei ist, nur irgendwo drin zu sitzen.“ Und auch beruflich passt dieser Rhythmus zu ihm. Schon früher war er in seiner Karriere viel unterwegs, verantwortete Filialen national wie International, von Luxury bis Fast Fashion, für Philipp Plein oder Orsay, und reiste regelmäßig. Heute spielt auch bei wayers das Thema Reisen wieder eine zentrale Rolle.

 

Karrierewege entstehen oft erst unterwegs

Wenn Kevin heute auf seinen eigenen Weg blickt, würde er seinem jüngeren Ich vor allem eines raten: sich weniger Druck zu machen. Den Druck, sofort den perfekten Karriereweg finden zu müssen.

„Mein Weg wirkt vielleicht geradlinig, aber geplant war er überhaupt nicht“, sagt er. Vieles habe sich erst im Laufe der Zeit ergeben. Hätte er damals versucht, alles bis ins Detail zu planen, wäre es vermutlich ganz anders gekommen.

Gerade am Anfang einer Karriere beobachtet er häufig, wie stark der Anspruch ist, sofort die „richtige“ Entscheidung treffen zu müssen. „Es gibt diesen perfekten Weg eigentlich gar nicht.“, sagt Kevin Ziegler mit absoluter Klarheit.

Wichtiger sei es, überhaupt loszulegen und Dinge auszuprobieren. „Der schlimmste Zustand ist, nicht zu wissen und nicht zu versuchen“, sagt er. Erfahrungen zu sammeln, sich weiterzuentwickeln und neue Wege zu entdecken – genau daraus entstehen aus seiner Sicht die spannendsten Karrieren.

 

Entwicklung als zentrales Thema

Wenn Kevin Ziegler über seine beiden Herzensthemen Nachwuchs- und Persönlichkeitsentwicklung spricht, merkt man schnell: Die Themen sind für ihn nicht neu, sie ziehen sich ebenfalls „wie ein roter Faden durch meine Karriere“, wie er selbst sagt.

Schon früh hat er erlebt, wie viel Vertrauen und Verantwortung jungen Menschen übertragen werden kann. Gleichzeitig wurde ihm Wissen vermittelt und Raum zur Entwicklung gegeben – Dinge, die man in dem Moment vielleicht gar nicht sofort als besonders erkennt. Rückblickend sieht er darin aber einen entscheidenden Teil seiner eigenen Laufbahn.

Was ihn dabei bis heute prägt, sind weniger klassische Karriereerfolge. „Ich könnte gar nicht sagen, was die größten Erfolge meiner ersten zehn Berufsjahre waren“, erzählt er. Viel klarer erinnert er sich an die Menschen: an seine Zeit als Ausbilder, an Menschen, die er begleiten durfte und die ihn begleitet haben, an gemeinsame Entwicklungsschritte und daran, wie sich daraus echte Beziehungen entwickelt haben.

Einige dieser Kontakte bestehen bis heute, beruflich sowie privat. Genau diese Erfahrungen – Unterstützung zu erhalten, Menschen wachsen zu sehen und sie auf ihrem Weg ein Stück begleiten zu können – sind für ihn der Grund, warum ihn diese Themen bis heute so faszinieren.

 

Zwischen Employer Branding und echter Kultur

Wenn es um die Ansprache der Generation Z und Alpha geht, sieht Kevin eine zentrale Herausforderung: Authentizität.

„Buntes Konfetti können wir alle schmeißen“, sagt er mit Blick auf viele Employer-Branding-Kampagnen. Social-Media-Clips, moderne Karriereseiten oder kreative Messeauftritte – all das sei zwar nicht schnell gemacht, aber das können viele ganz gut.

Das Problem liege oft woanders: im Inneren der Unternehmen. „Die Kultur, die Prozesse oder teilweise auch die Führungskräfte – das passt dann nicht zu dem Bild, das nach außen vermittelt wird.“ Wenn Innen- und Außenwirkung auseinanderfallen, werde es schwierig.

Für junge Menschen gehe es heute nicht nur um Sicherheit oder Gehalt. Themen wie persönliche Entwicklung, ehrliche Kommunikation und echte Perspektiven spielen eine immer größere Rolle. Unternehmen müssten deshalb stärker zeigen, wie sie Menschen wirklich fördern und begleiten wollen.

Wenn stattdessen pauschal über die Generation Z geschimpft werde, sieht Kevin das kritisch. „Das ist für mich eher Führungsversagen als ein Problem der jungen Generation“, sagt er ehrlich.

Am Ende prallen häufig zwei Welten aufeinander, die sich vorher kaum begegnet sind. Schule oder Studium auf der einen Seite, Unternehmensrealität auf der anderen. Umso wichtiger sei es, dass beide Seiten genauer hinschauen.

Sein Rat an junge Menschen deshalb ganz konkret: Nicht vom „bunten Konfetti“ blenden lassen. Stattdessen lieber die richtigen Fragen stellen und verstehen, wie ein Unternehmen wirklich tickt uns „was es mit Dir vorhat“.

 

Wenn eine Reise zu echten Erfahrungen wird

Mit wayers verantwortet Kevin Ziegler ein Unternehmen, das internationale Programme für junge Menschen organisiert – oft genau in der Phase zwischen Schule, Ausbildung oder Studium. Ob Volunteering, Work & Travel, Adventure-Touren oder Coaching-Reisen: Im Kern geht es immer darum, Erfahrungen zu ermöglichen, die weit über einen klassischen Auslandsaufenthalt hinausgehen.

Der Unterschied zu vielen anderen Anbietern liegt vor allem im eigenen Netzwerk vor Ort. In vielen Ländern betreibt wayers eigene „Homes“. Orte, an denen die Reisenden zusammenleben, sich austauschen und als Community ankommen können. Gleichzeitig organisiert das Unternehmen die Programme komplett selbst. „Wir sind kein Reseller“, erklärt Kevin. Von der Vorbereitung bis zur Betreuung während der Reise liegt der gesamte Prozess in den Händen des Teams.

Ein wichtiger Baustein sind dabei die lokalen Ansprechpartner. In den jeweiligen Ländern arbeitet wayers mit Menschen zusammen, die die Region, die Kultur und auch mögliche Herausforderungen genau kennen – häufig schon seit vielen Jahrzehnten. Gleichzeitig bringt auch das Team in Deutschland viel eigene Erfahrung mit. „Die meisten bei uns haben solche Reisen selbst gemacht“, erzählt Kevin. Dadurch wissen sie ziemlich genau, an welchem Punkt junge Menschen stehen, wenn sie sich auf eine solche Reise vorbereiten.

Besonders wichtig ist ihm dabei ein Punkt: Verlässlichkeit – auch dann, wenn etwas nicht nach Plan läuft. Denn gerade bei längeren Auslandsaufenthalten können immer Situationen entstehen, in denen Unterstützung gebraucht wird. „Man will ja nicht immer im Worst Case denken“, sagt Kevin, „aber wenn etwas passiert, dann sind wir da.“

Genau in solchen Momenten zeigt sich für ihn, was gute Betreuung bedeutet: erreichbar sein, zuhören, Lösungen suchen und manchmal auch einfach emotional unterstützen. „Bei uns landet man nicht bei einer anonymen Plattform oder einer Computerstimme“, sagt er. Stattdessen kümmert sich immer ein Mensch um den jeweiligen Fall.

Diese Haltung zieht sich durch das gesamte Konzept von wayers: Reisen organisieren kann man technisch. Entscheidend ist für Kevin aber, wie sehr man sich auch um die Menschen dahinter kümmert.

 

Generation Alpha: Informationsflut und Orientierungsbedarf

Wenn Kevin Ziegler über die Unterschiede zwischen Generation Z und Generation Alpha spricht, kommt er schnell auf ein zentrales Thema: Digitalisierung in einer neuen Dimension.

Während Gen Z mit Social Media und dem Internet groß geworden ist, wächst Gen Alpha bereits ganz selbstverständlich mit KI und nahezu unbegrenztem Zugang zu Informationen auf. „Diese Generation kann sich jederzeit jede Information besorgen“, sagt er. Die Menge an Wissen und Möglichkeiten sei heute schlicht gigantisch.

Für Unternehmen muss das ein Umdenken bedeuten. Wer glaubt, junge Menschen vor allem mit Informationen erreichen zu können, greift aus seiner Sicht zu kurz. „Die haben ihre Informationen schon“, sagt Kevin. Der eigentliche Bedarf liege inzwischen woanders.

Denn mit der Vielzahl an Möglichkeiten wächst auch der Druck. Ständige Vergleichbarkeit, permanente Informationsflut und unzählige Optionen können schnell überfordern. Orientierung zu finden, wird dadurch immer schwieriger.

Kevin erinnert sich dabei an eine Aussage des Bundesschülersprechers auf der Bundesschülerkonferenz in Berlin im vergangenen Jahr. „Meine Generation hat ein mentales Problem“, habe dieser öffentlich gesagt. Für ihn ein Moment, der vieles auf den Punkt bringt.

Genau deshalb sollten Unternehmen das Thema ernst nehmen. Denn viele junge Menschen stellen heute eine andere Kernfrage: Was macht ihr eigentlich mit mir und wie entwickelt ihr mich weiter?

Es geht längst nicht mehr nur um einen Job oder ein Gehalt. Persönlichkeitsentwicklung, ehrliche Kommunikation und echte Perspektiven spielen eine immer größere Rolle. Damit verändern sich auch die Erwartungen an Führung und Unternehmenskultur.

Für Kevin ist klar: Wer junge Generationen erreichen will, muss genau hier ansetzen und bereit sein, Entwicklung wirklich neu zu denken.

 

Warum Standard-Benefits nicht mehr reichen

Jobrad, Rabattplattformen, Fitness-Abos – viele Benefits entstehen nach dem gleichen Muster: Man schaut, was andere Unternehmen anbieten, und zieht nach. „Man geht so ein bisschen durch, was die anderen machen und bietet das dann auch an“, sagt Kevin Ziegler.

Das Problem dabei: Gerade in großen Städten konkurrieren viele Arbeitgeber mit nahezu identischen Angeboten um die gleichen Talente. Kevin stellt deshalb eine einfache und berechtigte Frage: Wenn das alles so gut funktioniert, warum bleiben dann so viele Ausbildungsplätze unbesetzt und die Abbruchquoten hoch?

Für ihn liegt der Kern woanders. Klassische Benefits sind austauschbar oder auch teilweise eine Selbstverständlichkeit. Die eigentlichen Erwartungen der jungen Generation gehen deutlich tiefer. Gen Z und Gen Alpha hätten nicht unbedingt völlig andere Werte, „aber sie setzen andere Prioritäten“, sagt Kevin Ziegler.

Viele junge Menschen kommen heute mit einem starken Bedürfnis nach Orientierung in die Arbeitswelt. „Ich sag’s bewusst deutlich: Viele kommen geschreddert in den Unternehmen an“, beschreibt er es. Nach Jahren im Schul- oder Studiensystem treffen sie plötzlich auf Anforderungen wie Selbstwirksamkeit, Stress- oder Frustrationstoleranz. Fähigkeiten, die vorher überhaupt nicht trainiert wurden. „Aber was davon ist wirklich Bestandteil von Schule oder Studium? Nichts“, sagt Kevin.

Genau hier sieht Kevin die eigentliche Aufgabe von Unternehmen: echte Entwicklung ermöglichen. Persönlichkeitsentwicklung, Orientierung, vielleicht auch Formate wie Volunteering – all das zahle deutlich stärker auf Motivation und Bindung ein als standardisierte Benefits.

 

Der Sprung ins “kalte Wasser”

Statt klassischer Trainings oder Teambuilding-Seminare setzt wayers auf Formate, die junge Menschen aus ihrem gewohnten Umfeld herausholen. „Es geht um erlebnisorientierte Erfahrungen, nicht nur um Theorie“, sagt er.

Der Rahmen ist dabei bewusst anders gewählt: internationale Programme, interkulturelle Begegnungen und Situationen, die man nicht „mal eben um die Ecke“ erleben kann. „Es ist etwas anderes, ob jemand in ein Seminarhotel fährt oder ob er seinen Koffer packt und in eine völlig fremde Kultur reist“, sagt Kevin.

Genau dadurch entwickeln junge Menschen aus seiner Sicht viele der Kompetenzen, über die Unternehmen heute sprechen: Selbstwirksamkeit, Stress- und Frustrationstoleranz oder die Fähigkeit, sich auf neue Situationen einzulassen. Denn wer in einem neuen Land unterwegs ist, mit Locals arbeitet und sich in ungewohnten Strukturen zurechtfinden muss, kann sich den Erfahrungen kaum entziehen.

Diese Aktivierung sei entscheidend. Anders als bei klassischen Trainings könne man sich hier nicht einfach zurücklehnen. Man müsse sich einbringen, reagieren, Entscheidungen treffen und genau daraus entstehe Entwicklung.

 

Warum Botschafter:innen das beste Azubi-Marketing sind

Beim Thema Azubimarketing wird Kevin bewusst ein wenig provokant. „So richtig unterstützen wir beim Azubi-Marketing gar nicht“, sagt er.

Sein Punkt: Der Begriff Marketing greift zu kurz. Viel entscheidender sei, ob Unternehmen bereit sind, Ausbildung wirklich weiterzuentwickeln und jungen Menschen Erfahrungen zu ermöglichen, die über klassische Programme hinausgehen.

wayers unterstützt Unternehmen deshalb vor allem dabei, solche Formate strategisch in die Ausbildung zu integrieren. Nicht als einmalige Aktion, sondern als Bestandteil eines Ausbildungskonzepts über mehrere Jahrgänge hinweg. „Man muss etwas aufbauen, Jahr für Jahr“, sagt Kevin.

Der Effekt zeigt sich dann häufig ganz automatisch. Denn wenn Auszubildende von solchen Erfahrungen erzählen, entsteht eine Glaubwürdigkeit, die keine Kampagne ersetzen kann. „Die stärkste Stimme ist die, die sagen kann: Du glaubst nicht, was mein Arbeitgeber macht“, beschreibt Kevin den Effekt.

Ein Azubi, der begeistert berichtet, dass sein Arbeitgeber ihn für zwei Wochen ins Volunteering schickt oder ihm internationale Erfahrungen ermöglicht, erzeugt eine ganz andere Wirkung als jede Hochglanzbroschüre.

Gerade für kleinere oder weniger bekannte Arbeitgeber kann das ein entscheidender Vorteil sein. Während große Marken oft ohnehin Aufmerksamkeit bekommen, können andere Unternehmen sich über echte Entwicklungserlebnisse differenzieren. Oder wie Kevin es formuliert: „Experience bindet und genau daraus entsteht am Ende auch die stärkste Empfehlung.“

 

Ein Rat für beide Seiten

Zum Abschluss unseres Gesprächs formuliert Kevin Ziegler erneut seinen Rat, der sowohl für junge Menschen als auch für Unternehmen gilt: den Druck rausnehmen und Entwicklung zulassen.

Gerade jungen Menschen empfiehlt er, sich nicht zu sehr darauf zu fixieren, von Anfang an den perfekten Weg finden zu müssen. Karriere verlaufe selten geradlinig. Viel wichtiger sei es, Erfahrungen zu sammeln und Entscheidungen Schritt für Schritt zu treffen.

Dabei erinnert er sich an einen Satz seines Mentors, der ihn bis heute begleitet: „Umwege erhöhen die Ortskenntnis.“ Ein Gedanke, der für ihn vieles auf den Punkt bringt. Wer unterschiedliche Wege ausprobiert, lernt dazu und trifft mit der Zeit immer bessere Entscheidungen.

Auch für Unternehmen hat er eine klare Botschaft: Nehmt die Bedürfnisse der jungen Generation ernst. Viele junge Menschen suchen heute nach Orientierung, Unterstützung und Entwicklungsmöglichkeiten, gerade in den ersten Jahren ihres Berufslebens.

Für Kevin liegt genau darin eine große Chance. Unternehmen, die bewusst auf Persönlichkeitsentwicklung setzen und jungen Menschen helfen, mit Druck, Verantwortung und Entscheidungen umzugehen, investieren aus seiner Sicht in etwas sehr Wertvolles.

Weniger Fokus auf kurzfristige Incentives – mehr Fokus auf echte Entwicklung. Wenn beide Seiten diesen Weg gehen, können daraus langfristig erfolgreiche Beziehungen entstehen.

 

Zum Schluss – ein Wort von Julia Klingen, Einstieg Concept

Lieber Kevin,

vielen Dank für dieses spannende, inspirierende und vor allem authentische Gespräch. Du hast uns einen sehr persönlichen Einblick in deine Sicht auf Nachwuchsarbeit, Persönlichkeitsentwicklung und die Herausforderungen der jungen Generation gegeben – mit klaren Worten, viel Erfahrung und einer großen Portion Pragmatismus.

Besonders beeindruckt hat mich, wie konsequent du den Menschen in den Mittelpunkt stellst und wie klar du formulierst, was junge Talente heute wirklich brauchen, um ihren eigenen Weg zu finden. Gespräche wie dieses zeigen uns immer wieder, wie wichtig echte Entwicklungsmöglichkeiten für die Zukunft von Ausbildung und Arbeitswelt sind.

Dafür ein herzliches Dankeschön – für deine Offenheit, deine Perspektiven und die vielen wertvollen Impulse. Und ich freue mich sehr darauf, dich vielleicht schon bald auf einer unserer Einstieg Messen persönlich kennenzulernen!

Bis dahin alles Gute und weiterhin viel Erfolg bei deiner Arbeit!

Julia Klingen – Einstieg Concept

 

Was brauchen junge Menschen heute wirklich, um ihren Weg ins Berufsleben zu finden und was müssen Unternehmen tun, um sie nicht nur zu gewinnen, sondern auch langfristig zu begleiten?

Mit diesen Fragen beschäftigt sich Kevin Ziegler, CEO von wayers, seit vielen Jahren. In seiner Arbeit verbindet er internationale Erfahrungen, Persönlichkeitsentwicklung und Nachwuchsförderung – und beobachtet dabei sehr genau, wie sich Erwartungen und Bedürfnisse der jungen Generation verändern.

Im Gespräch mit Julia Klingen von Einstieg Concept spricht er über Generation Z und Alpha, über Orientierung in einer komplexen Welt und darüber, warum echte Erfahrungen oft mehr bewirken als klassische Programme.

 

Inside the Mind: Wer ist Kevin Ziegler?

Wenn Kevin Ziegler sich selbst beschreiben soll, braucht er nicht lange zu überlegen: „menschenorientiert, lösungsorientiert und pragmatisch.“

Diese drei Begriffe kommen nicht von ungefähr. Seine Arbeitsweise sei stark durch Praxis und Kundendialog geprägt worden, erzählt Kevin. Genau dort habe er gelernt, Herausforderungen nicht nur zu analysieren, sondern Lösungen zu finden, die im echten Arbeitsalltag funktionieren.

Vielleicht fühlt er sich deshalb auch nie wie der klassische Uni-Absolvent. Kevin sieht sich eher als jemanden, der „aus dem Leben kommt“ und genau dieser Blick auf Menschen und reale Herausforderungen prägt bis heute seinen Zugang zu Nachwuchs- und Persönlichkeitsentwicklung.

 

Immer in Bewegung – damals wie heute

Feuerwehrmann, Pilot oder Polizist? „Ehrlicherweise hatte ich gar nicht diesen einen Wunschjob“, sagt er Kevin Ziegler auf die Frage, was er als Kind mal werden wollte.

Was ihn dagegen schon früh geprägt hat, war Bewegung. Stillstand lag ihm nie. Seine Kindheit spielte sich vor allem draußen ab. Auf dem Fußballplatz, beim Tennis oder einfach unterwegs an der frischen Luft. „Ich war kein Kind von Stillstand“, erzählt er schmunzelnd. Egal bei welchem Wetter – Hauptsache aktiv, Hauptsache draußen.

Rückblickend sieht er darin sogar eine Verbindung zu dem, was ihn heute antreibt. Denn auch seine Arbeit hat viel mit Bewegung zu tun, nur auf einer anderen Ebene. „Heute geht es um Menschen, die in Bewegung kommen“, sagt er.

Die Idee, später einmal ins Management zu gehen, kam dann tatsächlich erst in der Jugend. „Mit 14 habe ich gesagt, ich möchte Manager werden – ich wusste zwar nicht wovon“, erinnert er sich lachend. Aber der Gedanke, Dinge zu planen, zu steuern und zum Laufen zu bringen, war schon damals da.

Heute ist genau das Teil seines Alltags.

 

Auftanken mit Familie, am liebsten draußen

Wenn Kevin abschaltet, dann vor allem mit seiner Familie. Mit seiner Frau, seinen beiden Töchtern – sieben und zehn Jahre alt – und Labradorhündin Shiny verbringt er möglichst viel Zeit draußen.

„Viel draußen sein, in der Natur unterwegs sein“, beschreibt er seinen Ausgleich. Mountainbike, Skifahren oder einfach mit den Kindern draußen spielen – Hauptsache Bewegung.

„Ich bin kein Mensch, der glücklich dabei ist, nur irgendwo drin zu sitzen.“ Und auch beruflich passt dieser Rhythmus zu ihm. Schon früher war er in seiner Karriere viel unterwegs, verantwortete Filialen national wie International, von Luxury bis Fast Fashion, für Philipp Plein oder Orsay, und reiste regelmäßig. Heute spielt auch bei wayers das Thema Reisen wieder eine zentrale Rolle.

 

Karrierewege entstehen oft erst unterwegs

Wenn Kevin heute auf seinen eigenen Weg blickt, würde er seinem jüngeren Ich vor allem eines raten: sich weniger Druck zu machen. Den Druck, sofort den perfekten Karriereweg finden zu müssen.

„Mein Weg wirkt vielleicht geradlinig, aber geplant war er überhaupt nicht“, sagt er. Vieles habe sich erst im Laufe der Zeit ergeben. Hätte er damals versucht, alles bis ins Detail zu planen, wäre es vermutlich ganz anders gekommen.

Gerade am Anfang einer Karriere beobachtet er häufig, wie stark der Anspruch ist, sofort die „richtige“ Entscheidung treffen zu müssen. „Es gibt diesen perfekten Weg eigentlich gar nicht.“, sagt Kevin Ziegler mit absoluter Klarheit.

Wichtiger sei es, überhaupt loszulegen und Dinge auszuprobieren. „Der schlimmste Zustand ist, nicht zu wissen und nicht zu versuchen“, sagt er. Erfahrungen zu sammeln, sich weiterzuentwickeln und neue Wege zu entdecken – genau daraus entstehen aus seiner Sicht die spannendsten Karrieren.

 

Entwicklung als zentrales Thema

Wenn Kevin Ziegler über seine beiden Herzensthemen Nachwuchs- und Persönlichkeitsentwicklung spricht, merkt man schnell: Die Themen sind für ihn nicht neu, sie ziehen sich ebenfalls „wie ein roter Faden durch meine Karriere“, wie er selbst sagt.

Schon früh hat er erlebt, wie viel Vertrauen und Verantwortung jungen Menschen übertragen werden kann. Gleichzeitig wurde ihm Wissen vermittelt und Raum zur Entwicklung gegeben – Dinge, die man in dem Moment vielleicht gar nicht sofort als besonders erkennt. Rückblickend sieht er darin aber einen entscheidenden Teil seiner eigenen Laufbahn.

Was ihn dabei bis heute prägt, sind weniger klassische Karriereerfolge. „Ich könnte gar nicht sagen, was die größten Erfolge meiner ersten zehn Berufsjahre waren“, erzählt er. Viel klarer erinnert er sich an die Menschen: an seine Zeit als Ausbilder, an Menschen, die er begleiten durfte und die ihn begleitet haben, an gemeinsame Entwicklungsschritte und daran, wie sich daraus echte Beziehungen entwickelt haben.

Einige dieser Kontakte bestehen bis heute, beruflich sowie privat. Genau diese Erfahrungen – Unterstützung zu erhalten, Menschen wachsen zu sehen und sie auf ihrem Weg ein Stück begleiten zu können – sind für ihn der Grund, warum ihn diese Themen bis heute so faszinieren.

 

Zwischen Employer Branding und echter Kultur

Wenn es um die Ansprache der Generation Z und Alpha geht, sieht Kevin eine zentrale Herausforderung: Authentizität.

„Buntes Konfetti können wir alle schmeißen“, sagt er mit Blick auf viele Employer-Branding-Kampagnen. Social-Media-Clips, moderne Karriereseiten oder kreative Messeauftritte – all das sei zwar nicht schnell gemacht, aber das können viele ganz gut.

Das Problem liege oft woanders: im Inneren der Unternehmen. „Die Kultur, die Prozesse oder teilweise auch die Führungskräfte – das passt dann nicht zu dem Bild, das nach außen vermittelt wird.“ Wenn Innen- und Außenwirkung auseinanderfallen, werde es schwierig.

Für junge Menschen gehe es heute nicht nur um Sicherheit oder Gehalt. Themen wie persönliche Entwicklung, ehrliche Kommunikation und echte Perspektiven spielen eine immer größere Rolle. Unternehmen müssten deshalb stärker zeigen, wie sie Menschen wirklich fördern und begleiten wollen.

Wenn stattdessen pauschal über die Generation Z geschimpft werde, sieht Kevin das kritisch. „Das ist für mich eher Führungsversagen als ein Problem der jungen Generation“, sagt er ehrlich.

Am Ende prallen häufig zwei Welten aufeinander, die sich vorher kaum begegnet sind. Schule oder Studium auf der einen Seite, Unternehmensrealität auf der anderen. Umso wichtiger sei es, dass beide Seiten genauer hinschauen.

Sein Rat an junge Menschen deshalb ganz konkret: Nicht vom „bunten Konfetti“ blenden lassen. Stattdessen lieber die richtigen Fragen stellen und verstehen, wie ein Unternehmen wirklich tickt uns „was es mit Dir vorhat“.

 

Wenn eine Reise zu echten Erfahrungen wird

Mit wayers verantwortet Kevin Ziegler ein Unternehmen, das internationale Programme für junge Menschen organisiert – oft genau in der Phase zwischen Schule, Ausbildung oder Studium. Ob Volunteering, Work & Travel, Adventure-Touren oder Coaching-Reisen: Im Kern geht es immer darum, Erfahrungen zu ermöglichen, die weit über einen klassischen Auslandsaufenthalt hinausgehen.

Der Unterschied zu vielen anderen Anbietern liegt vor allem im eigenen Netzwerk vor Ort. In vielen Ländern betreibt wayers eigene „Homes“. Orte, an denen die Reisenden zusammenleben, sich austauschen und als Community ankommen können. Gleichzeitig organisiert das Unternehmen die Programme komplett selbst. „Wir sind kein Reseller“, erklärt Kevin. Von der Vorbereitung bis zur Betreuung während der Reise liegt der gesamte Prozess in den Händen des Teams.

Ein wichtiger Baustein sind dabei die lokalen Ansprechpartner. In den jeweiligen Ländern arbeitet wayers mit Menschen zusammen, die die Region, die Kultur und auch mögliche Herausforderungen genau kennen – häufig schon seit vielen Jahrzehnten. Gleichzeitig bringt auch das Team in Deutschland viel eigene Erfahrung mit. „Die meisten bei uns haben solche Reisen selbst gemacht“, erzählt Kevin. Dadurch wissen sie ziemlich genau, an welchem Punkt junge Menschen stehen, wenn sie sich auf eine solche Reise vorbereiten.

Besonders wichtig ist ihm dabei ein Punkt: Verlässlichkeit – auch dann, wenn etwas nicht nach Plan läuft. Denn gerade bei längeren Auslandsaufenthalten können immer Situationen entstehen, in denen Unterstützung gebraucht wird. „Man will ja nicht immer im Worst Case denken“, sagt Kevin, „aber wenn etwas passiert, dann sind wir da.“

Genau in solchen Momenten zeigt sich für ihn, was gute Betreuung bedeutet: erreichbar sein, zuhören, Lösungen suchen und manchmal auch einfach emotional unterstützen. „Bei uns landet man nicht bei einer anonymen Plattform oder einer Computerstimme“, sagt er. Stattdessen kümmert sich immer ein Mensch um den jeweiligen Fall.

Diese Haltung zieht sich durch das gesamte Konzept von wayers: Reisen organisieren kann man technisch. Entscheidend ist für Kevin aber, wie sehr man sich auch um die Menschen dahinter kümmert.

 

Generation Alpha: Informationsflut und Orientierungsbedarf

Wenn Kevin Ziegler über die Unterschiede zwischen Generation Z und Generation Alpha spricht, kommt er schnell auf ein zentrales Thema: Digitalisierung in einer neuen Dimension.

Während Gen Z mit Social Media und dem Internet groß geworden ist, wächst Gen Alpha bereits ganz selbstverständlich mit KI und nahezu unbegrenztem Zugang zu Informationen auf. „Diese Generation kann sich jederzeit jede Information besorgen“, sagt er. Die Menge an Wissen und Möglichkeiten sei heute schlicht gigantisch.

Für Unternehmen muss das ein Umdenken bedeuten. Wer glaubt, junge Menschen vor allem mit Informationen erreichen zu können, greift aus seiner Sicht zu kurz. „Die haben ihre Informationen schon“, sagt Kevin. Der eigentliche Bedarf liege inzwischen woanders.

Denn mit der Vielzahl an Möglichkeiten wächst auch der Druck. Ständige Vergleichbarkeit, permanente Informationsflut und unzählige Optionen können schnell überfordern. Orientierung zu finden, wird dadurch immer schwieriger.

Kevin erinnert sich dabei an eine Aussage des Bundesschülersprechers auf der Bundesschülerkonferenz in Berlin im vergangenen Jahr. „Meine Generation hat ein mentales Problem“, habe dieser öffentlich gesagt. Für ihn ein Moment, der vieles auf den Punkt bringt.

Genau deshalb sollten Unternehmen das Thema ernst nehmen. Denn viele junge Menschen stellen heute eine andere Kernfrage: Was macht ihr eigentlich mit mir und wie entwickelt ihr mich weiter?

Es geht längst nicht mehr nur um einen Job oder ein Gehalt. Persönlichkeitsentwicklung, ehrliche Kommunikation und echte Perspektiven spielen eine immer größere Rolle. Damit verändern sich auch die Erwartungen an Führung und Unternehmenskultur.

Für Kevin ist klar: Wer junge Generationen erreichen will, muss genau hier ansetzen und bereit sein, Entwicklung wirklich neu zu denken.

 

Warum Standard-Benefits nicht mehr reichen

Jobrad, Rabattplattformen, Fitness-Abos – viele Benefits entstehen nach dem gleichen Muster: Man schaut, was andere Unternehmen anbieten, und zieht nach. „Man geht so ein bisschen durch, was die anderen machen und bietet das dann auch an“, sagt Kevin Ziegler.

Das Problem dabei: Gerade in großen Städten konkurrieren viele Arbeitgeber mit nahezu identischen Angeboten um die gleichen Talente. Kevin stellt deshalb eine einfache und berechtigte Frage: Wenn das alles so gut funktioniert, warum bleiben dann so viele Ausbildungsplätze unbesetzt und die Abbruchquoten hoch?

Für ihn liegt der Kern woanders. Klassische Benefits sind austauschbar oder auch teilweise eine Selbstverständlichkeit. Die eigentlichen Erwartungen der jungen Generation gehen deutlich tiefer. Gen Z und Gen Alpha hätten nicht unbedingt völlig andere Werte, „aber sie setzen andere Prioritäten“, sagt Kevin Ziegler.

Viele junge Menschen kommen heute mit einem starken Bedürfnis nach Orientierung in die Arbeitswelt. „Ich sag’s bewusst deutlich: Viele kommen geschreddert in den Unternehmen an“, beschreibt er es. Nach Jahren im Schul- oder Studiensystem treffen sie plötzlich auf Anforderungen wie Selbstwirksamkeit, Stress- oder Frustrationstoleranz. Fähigkeiten, die vorher überhaupt nicht trainiert wurden. „Aber was davon ist wirklich Bestandteil von Schule oder Studium? Nichts“, sagt Kevin.

Genau hier sieht Kevin die eigentliche Aufgabe von Unternehmen: echte Entwicklung ermöglichen. Persönlichkeitsentwicklung, Orientierung, vielleicht auch Formate wie Volunteering – all das zahle deutlich stärker auf Motivation und Bindung ein als standardisierte Benefits.

 

Der Sprung ins “kalte Wasser”

Statt klassischer Trainings oder Teambuilding-Seminare setzt wayers auf Formate, die junge Menschen aus ihrem gewohnten Umfeld herausholen. „Es geht um erlebnisorientierte Erfahrungen, nicht nur um Theorie“, sagt er.

Der Rahmen ist dabei bewusst anders gewählt: internationale Programme, interkulturelle Begegnungen und Situationen, die man nicht „mal eben um die Ecke“ erleben kann. „Es ist etwas anderes, ob jemand in ein Seminarhotel fährt oder ob er seinen Koffer packt und in eine völlig fremde Kultur reist“, sagt Kevin.

Genau dadurch entwickeln junge Menschen aus seiner Sicht viele der Kompetenzen, über die Unternehmen heute sprechen: Selbstwirksamkeit, Stress- und Frustrationstoleranz oder die Fähigkeit, sich auf neue Situationen einzulassen. Denn wer in einem neuen Land unterwegs ist, mit Locals arbeitet und sich in ungewohnten Strukturen zurechtfinden muss, kann sich den Erfahrungen kaum entziehen.

Diese Aktivierung sei entscheidend. Anders als bei klassischen Trainings könne man sich hier nicht einfach zurücklehnen. Man müsse sich einbringen, reagieren, Entscheidungen treffen und genau daraus entstehe Entwicklung.

 

Warum Botschafter:innen das beste Azubi-Marketing sind

Beim Thema Azubimarketing wird Kevin bewusst ein wenig provokant. „So richtig unterstützen wir beim Azubi-Marketing gar nicht“, sagt er.

Sein Punkt: Der Begriff Marketing greift zu kurz. Viel entscheidender sei, ob Unternehmen bereit sind, Ausbildung wirklich weiterzuentwickeln und jungen Menschen Erfahrungen zu ermöglichen, die über klassische Programme hinausgehen.

wayers unterstützt Unternehmen deshalb vor allem dabei, solche Formate strategisch in die Ausbildung zu integrieren. Nicht als einmalige Aktion, sondern als Bestandteil eines Ausbildungskonzepts über mehrere Jahrgänge hinweg. „Man muss etwas aufbauen, Jahr für Jahr“, sagt Kevin.

Der Effekt zeigt sich dann häufig ganz automatisch. Denn wenn Auszubildende von solchen Erfahrungen erzählen, entsteht eine Glaubwürdigkeit, die keine Kampagne ersetzen kann. „Die stärkste Stimme ist die, die sagen kann: Du glaubst nicht, was mein Arbeitgeber macht“, beschreibt Kevin den Effekt.

Ein Azubi, der begeistert berichtet, dass sein Arbeitgeber ihn für zwei Wochen ins Volunteering schickt oder ihm internationale Erfahrungen ermöglicht, erzeugt eine ganz andere Wirkung als jede Hochglanzbroschüre.

Gerade für kleinere oder weniger bekannte Arbeitgeber kann das ein entscheidender Vorteil sein. Während große Marken oft ohnehin Aufmerksamkeit bekommen, können andere Unternehmen sich über echte Entwicklungserlebnisse differenzieren. Oder wie Kevin es formuliert: „Experience bindet und genau daraus entsteht am Ende auch die stärkste Empfehlung.“

 

Ein Rat für beide Seiten

Zum Abschluss unseres Gesprächs formuliert Kevin Ziegler erneut seinen Rat, der sowohl für junge Menschen als auch für Unternehmen gilt: den Druck rausnehmen und Entwicklung zulassen.

Gerade jungen Menschen empfiehlt er, sich nicht zu sehr darauf zu fixieren, von Anfang an den perfekten Weg finden zu müssen. Karriere verlaufe selten geradlinig. Viel wichtiger sei es, Erfahrungen zu sammeln und Entscheidungen Schritt für Schritt zu treffen.

Dabei erinnert er sich an einen Satz seines Mentors, der ihn bis heute begleitet: „Umwege erhöhen die Ortskenntnis.“ Ein Gedanke, der für ihn vieles auf den Punkt bringt. Wer unterschiedliche Wege ausprobiert, lernt dazu und trifft mit der Zeit immer bessere Entscheidungen.

Auch für Unternehmen hat er eine klare Botschaft: Nehmt die Bedürfnisse der jungen Generation ernst. Viele junge Menschen suchen heute nach Orientierung, Unterstützung und Entwicklungsmöglichkeiten, gerade in den ersten Jahren ihres Berufslebens.

Für Kevin liegt genau darin eine große Chance. Unternehmen, die bewusst auf Persönlichkeitsentwicklung setzen und jungen Menschen helfen, mit Druck, Verantwortung und Entscheidungen umzugehen, investieren aus seiner Sicht in etwas sehr Wertvolles.

Weniger Fokus auf kurzfristige Incentives – mehr Fokus auf echte Entwicklung. Wenn beide Seiten diesen Weg gehen, können daraus langfristig erfolgreiche Beziehungen entstehen.

 

Zum Schluss – ein Wort von Julia Klingen, Einstieg Concept

Lieber Kevin,

vielen Dank für dieses spannende, inspirierende und vor allem authentische Gespräch. Du hast uns einen sehr persönlichen Einblick in deine Sicht auf Nachwuchsarbeit, Persönlichkeitsentwicklung und die Herausforderungen der jungen Generation gegeben – mit klaren Worten, viel Erfahrung und einer großen Portion Pragmatismus.

Besonders beeindruckt hat mich, wie konsequent du den Menschen in den Mittelpunkt stellst und wie klar du formulierst, was junge Talente heute wirklich brauchen, um ihren eigenen Weg zu finden. Gespräche wie dieses zeigen uns immer wieder, wie wichtig echte Entwicklungsmöglichkeiten für die Zukunft von Ausbildung und Arbeitswelt sind.

Dafür ein herzliches Dankeschön – für deine Offenheit, deine Perspektiven und die vielen wertvollen Impulse. Und ich freue mich sehr darauf, dich vielleicht schon bald auf einer unserer Einstieg Messen persönlich kennenzulernen!

Bis dahin alles Gute und weiterhin viel Erfolg bei deiner Arbeit!

Julia Klingen – Einstieg Concept

 

  • Wie gewinnt das Handwerk heute junge Menschen und vor allem junge Frauen? Und was braucht es, damit sie nicht nur einsteigen, sondern auch bleiben? Kaum jemand sieht diese Fragen so klar wie Maja Liebisch von der Handwerkskammer Hamburg. Mit einer Mischung aus Leidenschaft, Pragmatismus und echtem Verständnis für die junge Generation begleitet sie Betriebe und Auszubildende seit vielen Jahren.

    Wie gewinnt das Handwerk heute junge Menschen und vor allem junge Frauen? Und was braucht es, damit sie nicht nur einsteigen, sondern auch bleiben? Kaum jemand sieht diese Fragen so klar wie Maja Liebisch von der Handwerkskammer Hamburg. Mit einer Mischung aus Leidenschaft, Pragmatismus und echtem Verständnis für die junge Generation begleitet sie Betriebe und Auszubildende seit vielen Jahren.

  • Wie gewinnt das Handwerk heute junge Menschen und vor allem junge Frauen? Und was braucht es, damit sie nicht nur einsteigen, sondern auch bleiben? Kaum jemand sieht diese Fragen so klar wie Maja Liebisch von der Handwerkskammer Hamburg. Mit einer Mischung aus Leidenschaft, Pragmatismus und echtem Verständnis für die junge Generation begleitet sie Betriebe und Auszubildende seit vielen Jahren.

    Wie gewinnt das Handwerk heute junge Menschen und vor allem junge Frauen? Und was braucht es, damit sie nicht nur einsteigen, sondern auch bleiben? Kaum jemand sieht diese Fragen so klar wie Maja Liebisch von der Handwerkskammer Hamburg. Mit einer Mischung aus Leidenschaft, Pragmatismus und echtem Verständnis für die junge Generation begleitet sie Betriebe und Auszubildende seit vielen Jahren.

  • Lars Heinlein, deutschlandweit für das Hochschulmarketing der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) verantwortlich und einer von fünf Sprechern der Arbeitsgruppe Studierendenmarketing im Bundesverband Hochschulkommunikation, gibt offene Einblicke in eine Branche im Umbruch: von der Realität sinkender Bewerberzahlen über den Druck zur Professionalisierung bis hin zur Frage, warum persönliche Begegnungen wieder an Bedeutung gewinnen. Und warum Hochschulen zwischen Studieninformation und Studienberatung trennen sollten.

    Lars Heinlein, deutschlandweit für das Hochschulmarketing der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) verantwortlich und einer von fünf Sprechern der Arbeitsgruppe Studierendenmarketing im Bundesverband Hochschulkommunikation, gibt offene Einblicke in eine Branche im Umbruch: von der Realität sinkender Bewerberzahlen über den Druck zur Professionalisierung bis hin zur Frage, warum persönliche Begegnungen wieder an Bedeutung gewinnen. Und warum Hochschulen zwischen Studieninformation und Studienberatung trennen sollten.