Home
20. Februar 2013  

Tipps zur Selbstpräsentation

Training für den Selbstwert-Muskel

Das Sprechen vor einer Gruppe fällt dir nicht leicht? Dabei ist jeder von uns in der Lage, sicher und selbstbewusst aufzutreten, behauptet die Autorin und Trainerin Martina Pütz.
Selbstpräsentation

Referate und mündliche Prüfungen sind der blanke Horror für dich? Das muss nicht sein, denn jeder ist dazu in der Lage, sich optimal zu präsentieren, sagt Martina Pütz.

Martina, was macht für dich einen guten Vortrag aus?

Zum einen natürlich ein guter Inhalt. Davon abgesehen ist das Wesentliche für mich die Vermittlung des Inhalts. Wenn du etwas vorträgst, verkörperst du den Inhalt, und das sogar buchstäblich – denn wenn du etwas vermittelst, was dir wichtig ist und wovon du überzeugt bist, zieht deine Körpersprache nach. Es gibt da einen direkten Zusammenhang zwischen der inneren Haltung und der äußeren Wirkung.

Was ist deiner Erfahrung nach die häufigste Ursache dafür, dass man sich nicht optimal präsentiert?

Ich bin der festen Überzeugung, dass wirklich jeder gut präsentieren kann. Das wird vor allem in Alltagssituationen deutlich: Wenn du deinen Freunden im Café oder in der Kneipe von deinem letzten Urlaub erzählst, ist das nichts anderes als eine perfekte Präsentation. Warum? Weil man gar nicht darüber nachdenkt und das ganz selbstverständlich ist. Die Fähigkeit zu einem gelungenen Selbstausdruck hat also jeder von uns, auch  introvertierte Typen. Nur schaffen viele es nicht, diese auch in einem Bewerbungsgespräch oder einer mündlichen Prüfung zu nutzen. In diesen Situationen wird man bewertet – nicht nur vom Gegenüber, sondern auch von sich selbst, denn der innere Kritiker ist stets der lauteste. Unsere Selbsterwartung ist von Perfektionismus getrieben, und das Bewusstsein über die eigenen Mängel ist in unserer Kultur sehr ausgeprägt. Der Fokus liegt grundsätzlich darauf, was man besser machen könnte – und nicht auf dem, was man bereits gut macht.

Wie bringt man den inneren Kritiker zum Schweigen?

Ich spreche hier von einem "Muskeltraining". Jedes Mal, wenn wir uns selbst kritisch betrachten, wird der Selbstkritik-Muskel trainiert. Hier sollten wir uns ein Gegengewicht aufbauen: den Selbstwert-Muskel. Statt sich auf die eigenen Unzulänglichkeiten zu konzentrieren, sollte man sich vielmehr fragen: Was ist mir gut gelungen? Die Amerikaner sagen "give yourself some credit" – klopfe dir selbst auf die Schulter und lerne, das zu würdigen, was du vielleicht als Selbstverständlichkeit betrachtest. Das geht aber nicht von einem Tag auf den anderen. Es ist wie im Fitnessstudio: Man muss den Selbstwert-Muskel stetig aufbauen und das Training dann langsam steigern.

Anzeige



Wie schafft man es, dabei nicht zu verkrampfen?

Bevor du ins Training gehst, solltest du dich mit dir selbst auseinandersetzen und dadurch eine neue Selbstsicht erhalten. In meinen Workshops fordere ich die Teilnehmer immer dazu auf, mindestens zwei eigene Stärken zu nennen. Wenn du zum Beispiel weißt, dass es dir gelingt, sympathisch herüberzukommen oder komplizierte Sachverhalte auf den Punkt zu bringen, ist das etwas, worauf du dich verlassen kannst. Man muss sich selbst bewusst machen, was man schon kann – das ist für mich der Dreh- und Angelpunkt, ein Schalter, den man umlegen muss. Wenn man das geschafft hat, geht es ins Fitnessstudio, um den Selbstwert-Muskel zu trainieren.

Weitere Tipps und Techniken zur Selbstpräsentation verrät euch Martina Pütz in ihrem Ratgeber "Einfach präsentieren: Worauf es wirklich ankommt".

Schlagworte:
 
SelbstpräsentationBewerbungVorstellungsgespräch

Mehr zum Thema