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08. April 2013  

Bewerbungsgespräche

"Eigenlob stimmt!"

In Bewerbungssituationen ist es oft schwer, locker zu bleiben. Die Autorin und Trainerin Martina Pütz verrät, welche Tipps und Techniken dir dabei helfen können, natürlich und selbstsicher aufzutreten.
Selbstpräsentation

In einem Bewerbungsgespräch steht viel auf dem Spiel. Techniken wie das "Sprechdenken" verhindern ungewollte Blackouts.

Martina, was kann man gegen das Lampenfieber in Bewerbungssituationen tun?

Das einfachste und effektivste Mittel, um Blackouts zu überbrücken und Lampenfieber zu minimieren ist das Sprechdenken. Darunter verstehe ich das laute Aussprechen dessen, was dir gerade durch den Kopf geht. Wenn du mal den Faden verlierst, sagst du zum Beispiel "Ich muss mich kurz sortieren und fange noch mal von vorne an, damit ich es so auf den Punkt bringen kann, wie es mir wichtig ist." So entsteht keine unangenehme Pause, wenn dir mal das rechte Wort fehlt. Bildlich gesehen ist das Sprechdenken ein Überbrückungskabel. In Momenten, in denen du unsicher bist, kannst du dich damit selbst an die Hand nehmen und wieder auf den rechten Weg leiten. Gleichzeitig nimmst du auch die Zuhörer mit, denn diese folgen deinen Ausführungen.

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Worauf sollte man bei der eigenen Wortwahl noch achten?

Tiefstapeln hilft nicht – verwende eine starke Sprache! Man lernt zwar immer, dass Bescheidenheit eine Tugend ist und Eigenlob stinkt. Ich sage aber: Eigenlob stimmt! In einem Bewerbungsgespräch musst du die Chance ergreifen, dich zu profilieren und darfst deine eigenen Aussagen nicht durch Floskeln oder Füllwörter weichspülen. Statt "Ich denke, dass ich eigentlich recht zuverlässig bin und ganz gut im Team arbeiten kann" sagt man besser "Ich bin zuverlässig und arbeite gut im Team".

Was würdest du jemandem raten, der eine Einstieg Messe besucht und sich dort bei einer Hochschule oder einem Unternehmen vorstellen möchte?

Solche Bewerbungssituationen sind wie Blind Dates – du möchtest gut ankommen und dein Gegenüber beeindrucken. Es hilft aber nichts, wenn du nur von dir selbst redest und betonst, wie toll du doch bist. Viel besser ist es, den Gesprächspartner mit einzubeziehen, Interesse zu zeigen und Fragen zu stellen. Als Türöffner für das Gespräch mit einem Aussteller auf der Messe solltest du dir daher eine offene Frage zurechtlegen. Ein guter Einstieg in ein Gespräch wäre zum Beispiel: "Ich interessiere mich für ein ingenieurwissenschaftliches Studium. Welche Möglichkeiten bieten Sie in
diesem Bereich an?"


Martina Pütz ist ganzheitliche Trainerin, Coach und Inhaberin der Agentur be:comm in Köln. Kürzlich hat sie ihr erstes Buch veröffentlicht: "Einfach präsentieren: Worauf es wirklich ankommt". Leseproben aus dem Ratgeber und Videos, unter anderem von Martinas Vortrag zur Selbstpräsentation auf der letzten Einstieg Köln, findest du unter www.be-comm.de.

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